Der Männerchor Nentershausen sang in der voll besetzten Freiherr-vom-Stein-Halle
Chorgesang auf hohem Niveau
Nentershausen. Zu seinem traditionellen Frühjahrskonzert hatte der MGV Eintracht Nentershausen kürzlich in die Freiherr-vom-Stein-Halle eingeladen. Der Einladung waren so viele Gäste gefolgt, dass die gestellten 400 Plätze nicht ausreichten. So holten die Verantwortlichen des Chores kurz vor Konzertbeginn noch die letzten Stühle aus dem Lager und stellten sie in die Halle. Was die Zuhörer anschließend geboten bekamen, war eine hohe sängerische Leistung aller Aktiven. Die Eröffnung wurde von den Jungen und Mädchen des Schulchores der Freiherr-vom-Stein-Realschule plus übernommen. Unter der Leistung von Jessica Burggraf boten sie ein modernes Repertoire. Darunter waren so bekannte Lieder wie „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller und aus dem Disneyfilm Pocahantas „Farbenspiel des Winds“. Zum letzten Lied des Schulchores kamen dann die 51 Sänger der gastgebenden Eintracht als Verstärkung auf die Bühne. Unter der Leitung von Marco Herbert und am Klavier begleitet von Jonas van Baaijen wurde „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay und Rolf Zuckowski vorgetragen. Bekannt wurde dieses Lied durch die Langspielplatte Tabaluga. Großer Applaus belohnte diesen Vortrag. Bevor der Männerchor seinen Vortrag fortsetzte wurde noch ein Sänger geehrt. Seit 40 Jahren singt Harald Schenk aktiv im zweiten Bass. Darüber hinaus war er viele Jahre als Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender im Vorstand aktiv. Viele Konzertreisen ins europäische Ausland wurden von ihm hervorragend organisiert. Dafür erhielt er von den beiden geschäftsführenden Vorstandsmitglieder Thomas Heinz und Roger Weimar eine Urkunde und eine Ehrennadel. Außerdem wurde er durch die Gäste reichlich mit Beifall bedacht. Weiter ging es im Programm des Nentershausener Chores unter anderem mit „Ein Spielmann“ von Mathieu Neumann. Den Schlusspunkt unter seinen ersten Auftritt setzte der Chor mit dem eher nachdenklichen „Von guten Mächten“, das Dietrich Bonhoeffer während seiner Zeit im KZ geschrieben hat. Als nächstes betrat der Frauenchor aus Fachingen die Bühne. Auch er steht unter Leitung von Marco Herbert. Im ersten Teil wurde neben anderen Chorwerken das „Kyrie“ des Zeitgenossen Piotr Janczak und das flotte „Zu Regensburg auf der Kirchturmspitz“ von Helmut Bogenhart vorgetragen. Die weiteste Anfahrt an diesem Nachmittag hatten die „Voices“ aus Rödersheim. Wie die beiden anderen Erwachsenenchöre tragen auch sie den Titel „Meisterchor des Chorverbandes Rheinland-Pfalz“. Und dass sie diesen Titel zurecht tragen, bewiesen die Sängerinnen und Sänger aus der Pfalz mit einem sehr engagierten und musikalisch hochstehenden Auftritt mit Stücken aus verschiedenen Epochen. So folgte dem „Laudate Dominum“ von Knut Nystedt das „So soll es bleiben“ in einem Arrangement von Oliver Gies. Nach einer Pause zur Stärkung setzten die Sänger der Eintracht das Programm fort. Von den Wise Guys ist das Stück „Wie kann es sein“ bekannt. An diesem Nachmittag wurde es zur Freude der Zuhörer in Nentershausen auf die Bühne gebracht. Den Abschluss bildete das bekannte „Loch Lomond“ in einem Arrangement von Jonathan Quick. Der Chor aus Fachingen brachte im zweiten Teil einige englische Stücke auf die Bühne, darunter „A new day“ von Audrey Snyder und „Jar of hearts“ von Andy Beck. Zur besseren Verständlichkeit übersetzte eine Sängerin die Texte vorab ins Deutsche. Auch dieser Auftritt des Frauenchores wurde mit viel Applaus bedacht. Am Klavier wurden die Sängerinnen von Jonas van Baaijen begleitet. Den Abschluss bildete dann erneut der Chor aus Rödersheim. Auch im zweiten Teil wurde eine hervorragende Leistung geboten. Insbesondere das „Shenandoah“ von James Erb und „Als wir jüngst in Regensburg waren“ von Rolf Luckowsky waren vielen Gästen bekannnt. Nach dem letzten Lied wandte sich der Chorleiter der „Voices“, Johannes Kalpers, an die Gäste. Er habe sich über die Einladung zu diesem Konzert sehr gefreut und sei gerne wieder in die alte Heimat gekommen, da er hier seine ersten musikalischen Erfahrungen gesammelt habe. Ein Applaus war ihm für diese Ansprache sicher. Die Chorleiterin und die Chorleiter erhielten abschließend Gastgeschenke. Nach einer Zugabe des Chores aus Rödersheim endete ein kurzweiliger musikalischer Hochgenuss für die Zuhörer. Von diesen wurde nach Konzertende oft die Aussage getroffen, im nächsten Jahr wieder beim Frühjahrskonzert zu Gast sein zu wollen. In gemütlicher Runde wurde noch die ein oder andere Geschichte erzählt.
