Geige, Kontrabass, Gitarre und Cachon begleiteten den Frauenchor Rengsdorf
Chorleiter Hellinghausen sorgte für Überraschungen
Sehr gut besuchtes Konzert mit hochkarätigen Instrumentalisten und dem Männerchor als Gast
Rengsdorf. „Grenzenlos“ war der Titel des diesjährigen Konzerts des Frauenchors Rengsdorf am vergangenen Wochenende in der Turnhalle der Feuerwehr. Das Wort beschreibt auch gut den Umgang des von Sven Hellinghausen geleiteten Stimmkörpers mit seinem Liedrepertoire: Man möchte sich nämlich weder von Stil noch von Sprache Grenzen setzen lassen, sondern stattdessen nach Lust, Laune und natürlich auch gesanglichem Vermögen Liedgut der verschiedensten Art ins Programm aufnehmen. So führte der Chor seine begeisterten Zuhörer in der voll besetzten Halle singend durch die Welt der Musik, nach Afrika, Irland, Memphis und sogar auch ins Phantasieland „Tabaluga“. Für Überraschungen immer gut, hatte Chorleiter Sven Hellinghausen diesmal instrumentale Begleitung vom Feinsten mit nach Rengsdorf gebracht, nämlich den Geiger Thomas Kagermann, die Sängerin und Gitarristin Nelah Moorlampen, den Percussionisten Christian Stricker und den Kontrabassisten Urs Wiehager-Dietz. Und hin und wieder gelang es Hellinghausen auch, das so vielstimmige Publikum zum sehr beachtlichen Mitsingen zu animieren.
Der Männerchor 1950/84 Rengsdorf beteiligte sich auch am Programm
Das Programm beschreibt Sven Hellinghausen als „bunten Melodienstrauß“, bei dem für jeden etwas dabei ist. Also sowohl deutschsprachige als auch englischsprachige Titel, Songs aus den aktuellen Charts, Filmmusiken oder auch Volkslieder im Folk-Stil. Zwei Stunden dauerte das Konzert, an dem sich auch der Männerchor 1950/84 Rengsdorf mit einigen Stücken beteiligte. In der Pause bestand für Sängerinnen, Sänger und Zuhörer Gelegenheit, sich mit einem kleinen Imbiss zu stärken oder mit einem der leckeren angebotenen Weine die Stimmlage zu festigen. Der aus 30 Frauen bestehende Chor trifft sich einmal in der Woche zur Probe. Die Sängerinnen sind laut Sven Hellinghausen „sehr ambitioniert“. Die Vorbereitungen für das Rengsdorfer Konzert fielen für den in Altenkirchen lebenden Hellinghausen in eine turbulente Zeit, in der er gleichzeitig für Papst Franziskus eine Messe geschrieben hat, die er mit dem rheinland-pfälzischen Auswahlchor und -orchester, insgesamt 170 Musiker, Mitte November im Petersdom in Rom aufführen wird. Hellinghausen: „Eine große Prestigesache, die bereits international für Aufmerksamkeit sorgt!“ Am 5. November findet in Vallendar die deutsche Uraufführung dieser Messe statt, das Konzert ist aber bereits restlos ausverkauft. Susanne Görg singt im Frauenchor den 1. Sopran. Seit 2013 gehört sie dem Chor an. Sie sagt: „Ich habe Freude am Singen und mir gefällt die Gemeinschaft. Früher habe ich schon mal lange Zeit gesungen, dann aufgehört und jetzt wieder damit angefangen, nicht zuletzt dank unseres tollen Chorleiters. Er hat mich mit dem frischen Wind, den er in den Chor einbrachte, motiviert, wieder mit dem Singen anzufangen. Singen macht mich glücklich! Es ist letzlich egal, ob jemand jung oder alt ist - das Gemeinsame verbindet uns alle! Es ist dieser soziale Aspekt, da interessiert es gar nicht so sehr, ob jemand besser oder schlechter singt. Einer trägt den anderen mit.“
Jedes neue Mitglied ist herzlich willkommen
Auch unabhängig von den Proben oder ihren Konzerten unternehmen die Frauen des Chors viel miteinander. Für nächstes Jahr ist eine größere Reise nach Leipzig geplant. Jedes neue Mitglied ist herzlich willkommen und wird aufgenommen. Die Stimmlage ist dabei nicht entscheidend. Susanne Görg sagt: „Jedes neue Mitglied bringt sich ja auch als Mensch ein und bringt wieder neue Bewegung und Impulse in den Chor.“ Die Proben im Probenraum der Feuerwehr sind immer mittwochs von 18.15 Uhr bis 19.30 Uhr. Das Repertoir bezeichnet Susanne Görg als „sehr modern“: „Wir haben eine Entscheidung getroffen, dass wir von dem alten Liedgut Abschied nehmen. Das war eine gute Entscheidung, denn jetzt interessieren sich auch wieder mehr jüngere Leute für den Chor.“
Beim Benefizkonzert im vorigen Jahr kam ein Erlös von 1.100 Euro zustande, der dem Kinderhospiz in Koblenz gespendet wurde.
Immer ein gern gesehener Gast bei den Konzerten des Rengsdorfer Frauenchors: der Männerchor 1850/84.
