Erster Meckenheimer Betreuungsgipfel U6
Qualität und Stabilität der Angebote langfristig sichern und ausbauen
Meckenheim. Aktuelle Herausforderungen im Bereich Kindertagesbetreuung zu identifizieren und tragfähige Perspektiven für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung zu eröffnen, mit diesem Ziel hatte die Stadt Meckenheim in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) zum ersten Betreuungsgipfel U6 in den Ratssaal eingeladen. Fachkräfte aus den Kindertageseinrichtungen, Vertreterinnen und Vertreter der Träger und aus dem Jugendhilfeausschuss sowie Kindertagespflegepersonen und Eltern waren der Einladung der Verwaltung zahlreich gefolgt und setzten damit den Auftakt für einen gemeinsamen Entwicklungsprozess zur Stärkung und Weiterentwicklung der örtlichen Betreuungslandschaft. Bürgermeister Sven Schnieber sprach anschließend von einer „gelungenen Premiere, die uns alle bereichert und Transparenz geschaffen hat.“
Ein besonderer Fokus lag auf dem Thema Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung. Hierzu brachten die Vertreterinnen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), Sandra Clauß und Henriette Borggräfe, ihre Erfahrung ein. Ergänzt wurde die fachliche Expertise von Elzbieta Boenigk in ihrer Funktion als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt beim Jobcenter Rhein-Sieg. In dieser Rolle setzt sie sich besonders für die Potenziale zugewanderter Fachkräfte sowie deren Anerkennung ein.
Darüber hinaus widmete sich der Betreuungsgipfel weiteren zentralen Themenfeldern. So wurde die Betreuungslandschaft insgesamt und mit spezifischem Blick auf die Stadt Meckenheim betrachtet und ihre Stärken und die bestehenden Herausforderungen wurden erläutert. Ebenso ging die Veranstaltung näher auf die Rechte von Kindern und auf eine sichere sowie qualitativ hochwertige Erziehung, Bildung und Betreuung ein. Zudem behandelten die Teilnehmenden die Rolle des städtischen Fachbereichs Jugendhilfe im Kontext der städtischen Betreuungsstruktur und Angebotslandschaft.
„Der Nachwuchs von heute ist Meckenheims Zukunft. Daher kam und kommt dieser Veranstaltung eine besondere Bedeutung zu. Mit dem Betreuungsgipfel hat die Stadt Meckenheim einen wichtigen Rahmen für Dialog, Vernetzung und die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze geschaffen“, resümierte Sven Schnieber und bekräftigte: „Wir sind mit dem Ziel angetreten, die Qualität und Stabilität der Betreuungsangebote langfristig zu sichern und auszubauen.“
Sandra Clauß, Fachbereichsleitung Kinder und Familie im LVR-Landesjugendamt Rheinland, erklärte: „Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung ist derzeit nahezu leergefegt. Umso wichtiger ist es, neue Wege zu gehen: Fachkräfte müssen gezielt entwickelt werden – durch mehr Ausbildungsaktivitäten und durch gut gestaltete Quereinstiege. Gerade Menschen mit im Ausland erworbenen Qualifikationen bieten hier großes Potenzial. Sie zu gewinnen, zu qualifizieren und bei Bedarf durch fachbezogene Sprachförderung zu unterstützen, ist eine zentrale Aufgabe. Im Zusammenspiel von Jobcentern, BAMF und Qualifizierungsträgern zeigt sich, wie viel möglich ist. Der Meckenheimer Betreuungsgipfel verdeutlicht, wie Kommunen diese Herausforderungen aktiv und erfolgreich angehen. Als Landesjugendamt unterstützen wir die Jugendämter vor Ort dabei, tragfähige Lösungen zu entwickeln.“
An die Vorträge von Anna Sitner, Leiterin der städtischen Jugendhilfe, Stefan Senkel, Teamleiter Kindertagesbetreuung, und Annica Starke-Mutschler, Jugendhilfeplanerin, sowie der beiden LVR-Vertreterinnen schloss sich ein fachlicher Austausch an, der die Beteiligten auf dem ersten Meckenheimer Betreuungsgipfel noch intensiver zusammenbrachte.
Ein zentrales Element dieses Austauschs bildete das sogenannte World Café: In mehreren thematischen Gesprächsrunden hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, aktiv miteinander ins Gespräch zu kommen, unterschiedliche Perspektiven einzubringen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Die fachlichen Impulse aus den Vorträgen wurden dabei gezielt aufgegriffen und in einen praxisnahen Dialog überführt.
Zur langfristigen Sicherung dieses Austauschs ist in Meckenheim nun auch die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zum fachlichen Austausch und zur Abstimmung von Planungen und Maßnahmen vorgesehen. Mit Blick auf die Zukunft bietet diese so genannte und im Gesetz vorgesehene „AG 78“ die Chance, die Zusammenarbeit von allen Beteiligten weiter zu verstetigen, Synergien gezielt zu nutzen und die Kindertagesbetreuung in der Region gemeinsam strategisch weiterzuentwickeln. Sie schafft damit eine tragfähige Grundlage, um den wachsenden Anforderungen im Bereich der frühkindlichen Bildung und Betreuung auch langfristig erfolgreich zu begegnen.
Pressemitteilung
Stadt Meckenheim
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