Ökumenischer Austausch in Heilig Kreuz
Christsein in Neuwied
Neuwied. Die Offene Gemeinde hatte Superintendent Detlef Kowalski am Weißen Sonntag zur sonntags:zeit in die Kirche Heilig Kreuz eingeladen. Er sprach zur „Freiheit eines Christenmenschen – Christsein in Neuwied“ und ging von Martin Luthers Schrift aus dem Jahr 1520 aus, mit der die Rechtfertigungslehre verbunden ist: Der Mensch muss nicht erst gute Taten vollbringen, um von Gott anerkannt zu werden. Er ist – so wie er ist – von Gott geliebt. Die Erfahrung der unbedingten Liebe Gottes drängt den Menschen dann wie von selbst dazu, diese Liebe weiterzugeben und anderen zu dienen.
Im Anschluss an die Ansprache gab es ein Rundgespräch unter den etwa dreißig Teilnehmenden:
Es ist gut zu wissen, dass ich mir die Liebe und die Anerkennung auch in der Gemeinde nicht erst durch ehrenamtliches Aktivsein erarbeiten muss. Ich habe die Freiheit, mich für ein Engagement zu entscheiden und auch „nein“ zu sagen.
Wie auf diesem Hintergrund ökumenisches Christsein heute in Neuwied aussieht, das sorgte für ausgiebigen Gesprächsstoff. Zwei Frauen betonten, dass sie als gemischtkonfessionelles Paar seit zwanzig Jahren sowohl zum evangelischen Abendmahl, als auch zur katholischen Eucharistiefeier gehen – die ökumenische Trennung sei für sie überwunden.
Als früher die Gottesdienste stärker besucht waren, gab es in Neuwied auch mehr ökumenische Initiativen, aber dafür ist ökumenische Zusammenarbeit heute viel selbstverständlicher und es wird gar nicht mehr gefragt, wer katholisch oder evangelisch ist. Auch das Kolumbarium in Heilig Kreuz zur Aufbewahrung von Urnen soll, wenn es denn kommt, für alle Konfessionen in der Neuwieder Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen offen stehen.
Leider sind in den Kirchengemeinden, so Detlef Kowalski, derzeit die Kapazitäten vieler Hauptamtlicher durch den Umbau ihrer Strukturen und die Konsequenzen beispielsweise für die Immobilien beschäftigt. „Wir brauchen nicht mehr alle Kirchen und Gemeindehäuser, aber wie können sie sinnvoll genutzt werden?“
Das sind, so die allgemeine Auffassung der Gesprächsrunde, nicht nur innerkirchliche Fragen. Am Ende des lebendigen Austausches stand die Idee, als Kirchen gemeinsam an die Stadt Neuwied heranzutreten, um in großer Runde zu überlegen, wie sich die Kirchen in Neuwied zum Wohle der Stadt in Zukunft einbringen können.
Pressemitteilung
Offene Gemeinde Heilig Kreuz
