200 Jahre Landkreise Cochem und Zell - Festakt in der Zeller Schwarze-Katz -Halle
Cochem-Zell ist lebensfähig und zukunftsorientiert
Zell. Am 14. Mai 1816 verkündete die königliche Regierung Koblenz die neue Einteilung des Regierungsbezirks Koblenz in 16 Landkreise. Darunter fielen auch die Landkreise Cochem und Zell, deren neue Existenz damit aus der Taufe gehoben wurde. 200 Jahre Landkreise Cochem und Zell, das bedeutet 200 Jahre Geschichte, die vor allem die Menschen, die hier gelebt haben und heute noch leben, geprägt haben. Diese Tatsache war für Kreischef Manfred Schnur ein willkommener Anlass, in der Zeller Schwarze-Katz-Halle angemessen zu feiern. Zwar ist auch der Termin für das 50. Jubiläum der kommunalen Fusionsgemeinschaft Cochem-Zell in 2019 bereits in greifbare Nähe gerückt, doch ob es angesichts der geplanten Kreisreform noch dazu kommen wird, steht in den Sternen. Bevor Festredner Peter Müller, Richter am Bundesverfassungsgericht und ehem. saarländischer Ministerpräsident, diesbezüglich aufkommende Bedenken zu zerstreuen versuchte, war es die angenehme Aufgabe von Gastgeber Manfred Schnur die Festgesellschaft zu begrüßen. Im Rahmen dessen hielt der Landrat auch einen Rückblick in die Entstehungsgeschichte der zunächst noch getrennten Landkreise mit Gründung der Preußischen Rheinprovinz bis in die heutige Zeit der Moderne mit fortschreitender digitaler Verwaltung. „Waren es früher Kutschen mit maximal zwei Pferdestärken, die ihre Besitzer zwecks schneller Erledigung von Verwaltungsgeschäften (ohne Übernachtung vor Ort) noch zu den Landratsämtern kutschierten, so habe man heute in Sachen Bürgernähe doch ein ganz anderes Kapitel aufgeschlagen“, so Schnur. Gerade in Cochem-Zell wird das Pilotprojekt „E-Government“ vorangetrieben, das dem Bürger mit dem Einsatz am Heimcomputer den Großteil seiner Behördengänge erspart. Parallel dazu kann man im Landkreis auf die schnelle Datenautobahn zurückgreifen, an die zwischenzeitlich alle Gemeinden angeschlossen sind. Trotzdem macht Schnur eine gute Bürgernähe von einer überschaubaren kommunalen Ebene abhängig: Man könne laut einem Zitat zwar aus der Ferne regieren, allerdings nur aus der Nähe auch gut verwalten. Auch Zells Verbandsbürgermeister Karl-Heinz Simon fand herzliche Begrüßungsworte und erinnerte in seinem Beitrag an den anfangs schwierigen Prozess der Zusammenführung der beiden Landkreise, die damals zwar zusammengefügt wurden, aber erst heute nach 47 Jahren richtig zusammengewachsen sind. Heute sei man eine starke Einheit, die sich im Schulterschluss von Verbandsgemeinden und Kreis sowie der gesamten kommunalen Familie zeigen würde. In diesem Verbund würde man auch weiterhin Ideen, Erfahrungen und Kräfte bündeln, damit der Landkreis auch künftig erfolgreich, sowie lebens- und liebenswert bleibe. Stadtbürgermeister Hans Schwarz konnte diese Aussage nur unterstreichen und führte überdies an, dass sich auch nach dem Verlust des Kreissitzes die Entwicklung der Stadt sowie des gesamten Zeller Landes trotzdem positiv entwickelt hätte. Dies verdanke man auch dem neuen Landkreis Cochem - Zell und seinen Landräten, die sich von Beginn an um die Bedürfnisse der Menschen und der Institutionen gekümmert und sie auch kreativ begleitet haben. Festredner Peter Müller ging auf das Recht der kommunalen Selbstverwaltung ein und sprach hierbei auch das Spannungsfeld zwischen dieser und dem heutigen geeinten Europa an. Den eher trockenen Inhalt in seinen fachlichen Ausführungen wusste er allerdings immer wieder amüsant zu verpacken und sich als humorvollen Menschen von saarländischer Herkunft ins rechte Licht zu rücken. Sein Resümee: „Ohne die kommunale Selbstverwaltung ist ein freiheitliches Staatswesen nicht organisierbar!“ „Es waren letztendlich die Kommunen, die sich nach dem Krieg um den Wiederaufbau und die Versorgung mit Nahrung gekümmert haben, und von der EU sei diese Form der kommunalen Selbstverwaltung erst durch den Vertrag von Lissabon mit einer Rechtsgrundlage wahrgenommen und beachtet worden.“ „Man kann Europa nicht über die Köpfe der Menschen hinweg bauen“, so der Jurist, und er fügte hinzu: „Europa muss in erster Linie über die Gemeinden und Gemeindeverbände aufgebaut werden!“ Abschließend wünschte er dem Landkreis Cochem-Zell mit den Worten „200 Jahre sind noch nicht genug“, alles erdenklich Gute für die Zukunft. Die begann nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung mit einem „Großen Zapfenstreich“ vor dem ehemaligen Zeller Landratsamt und heutigen Finanzamt, bei dem im Zusammenspiel des Spielmannszug Treis, des Musikverein Treis und der Orchestervereinigung Zell, abschließend die Nationalhymne erklang. -TE-
Ein Präsent für den Festredner. Kreischef Manfred Schnur überreichte Peter Müller leckeren Wein aus dem Landkreis.
Zum Abschluss der Feierlichkeiten fand vor dem ehemaligen Landratsamt ein „Großer Zapfenstreich“ statt.
Landrat Manfred Schnur hatte zur „200-Jahr-Feier der Landkreise Cochem und Zell in Zeller Schwarze-Katz-Halle eingeladen.
