Allgemeine Berichte | 06.03.2020

Stadt und Kreis präsentieren den „Neuwied-Becher“

„Coffee to go“ geht jetzt auch umweltfreundlich

Landrat Achim Hallerbach, OB Jan Einig unddie Kooperationspartner präsentierten den Neuwied-Becher. Fotos: FF

Neuwied. Stetig steigt die Menge an Verpackungsmüll. Auch in Neuwied. Einen kleinen Anteil daran hat der trendige „Coffee to go“. Bundesweit handelt es sich um immerhin 2,8 Milliarden Wegwerfbecher, die 40.000 Tonnen Müll verursachen. Beim Bäcker, im Supermarkt, in der Kantine oder an der Tankstelle. Zukünftig muss beim schnellen Kaffee für unterwegs kein Müll mehr anfallen. Oberbürgermeister Jan Einig und Landrat Achim Hallerbach stellten jetzt den „Neuwied-Becher“ vor. Bei der Präsentation mit dabei waren unter anderem Vertreter der food akademie, des food hotels und der Bäckerei Preißing. Gemeinsam hatten sie den „Neuwied-Becher“ konzeptioniert und entwickelt. Gleichzeitig sind die Kooperationspartner die ersten Adressen, bei denen der Becher zum Preis von 4,90 Euro erhältlich ist und befüllt werden kann. Bislang gibt es sieben Verkaufsstellen. Darunter das Bürgerbüro, die Informa und die Tourist-Info. Die Verantwortlichen hoffen und werben, dass zukünftig weitere hinzu kommen, gern auch über die Stadtgrenzen hinaus. Das Besondere an dem „Neuwied-Becher“ ist, dass man ihn benutzt wieder abgeben kann und danach einen neuen erhält. Ähnlich einer Pfandflasche. Lediglich der Deckel wechselt den Besitzer nicht. Landrat Achim Hallerbach sprach von einem wichtigen Projekt und einem guten Ansatz in Sachen Abfallwirtschaft. Angesichts der steigenden Abfallmenge im Kreis Neuwied konstatierte er bedauernd: „Müllvermeidung findet nicht wirklich statt“. Achim Hallerbach hofft, dass der „Neuwied-Becher“ von den Menschen angenommen wird. Der Landrat erinnerte daran, dass für die Produktion von Wegwerfbechern viel Energie und Ressourcen aufgewendet werden müssen. Petra Preißing ist zuversichtlich, dass der „Neuwied-Becher“ Verbreitung findet: „Meine Kinder finden ihn richtig cool“. Für Jörg Gemandi vom food hotel ist das schon die halbe Miete, denn die Verbreitung neuer Dinge führe häufig über die Kinder und Jugendlichen zu den Eltern. Vorgestellt wurde der Becher in der Ludwig-Erhard-Schule auf dem Heddesdorfer Berg. Zunächst sind 3.000 „Neuwied-Becher“ aufgelegt worden. Beim Design verwies Petra Neuendorf auf das Know-how von Profis einer Werbeagentur. Die Neuwieder Wahrzeichen Pegelturm und Rheinbrücke zieren den Becher. Eine Besonderheit ist der QR-Code. Statt den Becher mit Werbung und Akzeptanzstellen zu bedrucken, lassen sich diese über das Handy ausfindig machen. Schließlich wird die Liste der Kooperationspartner nach den Vorstellungen der Initiatoren ständig länger. Wenn die ersten 3.000 Becher im Umlauf sind, wird eine zweite Serie mit neuem Aufdruck produziert. Hersteller ist die Firma Ornamin, die in Deutschland produziert. Bei der Herstellung wird auf nicht lebensmitteltaugliche Weichmacher, schwermetallbasierte Farbpigmente und Bisphenol A verzichtet. Der „Neuwied-Becher“ besteht aus einem hochwertigen, thermoplastischen Kunststoff, der spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet ist. Ausgemusterte Becher nimmt der Hersteller zurück und führt das Material wieder dem Produktionskreislauf zu.

Nur ein erster Schritt

Oberbürgermeister Jan Einig formulierte das Anliegen, dass die Stadt aktiv zum Klimaschutz beitragen möchte. Der „Neuwied-Becher“ sei dabei nur der erste Schritt. „Wir werden das Thema in Zukunft gemeinsam mit dem Kreis ausbauen“, kündigte der Oberbürgermeister an. Achim Hallerbach verwies in diesem Zusammenhang auf die Ressourcenverantwortlichkeit. Dahinter verbirgt sich beispielsweise, dass man sich darauf einstellen soll, dass die Theke beim Bäcker kurz vor Feierabend eben nicht mehr gut gefüllt ist. Der Landrat sprach von einem Paradigmenwechsel und davon, dass sich viel in den Köpfen der Menschen verändern müsse. Die Kommune möchte dazu beitragen. Demnächst erscheint ein saisonaler Kalender. In dem wird informiert, welche heimischen Produkte aus der Natur gerade zur Verfügung stehen. Die Frage ist, ob exotische Früchte, die energieintensiv um den halben Globus transportiert werden, tatsächlich das ganze Jahr über auf den Tisch gehören. FF

„Coffee to go“ geht jetzt auch umweltfreundlich

Der Neuwied-Becher im Design der Neuwieder Wahrzeichenbesteht auf einem hochwertigen, thermoplastischen Kunststoff.

Der Neuwied-Becher im Design der Neuwieder Wahrzeichen besteht auf einem hochwertigen, thermoplastischen Kunststoff.

Landrat Achim Hallerbach, OB Jan Einig und die Kooperationspartner präsentierten den Neuwied-Becher. Fotos: FF

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