Neue Stiftung des Bundes für das Ehrenamt
Corona-Hilfen für gemeinnützige Vereine noch in diesem Jahr möglich
Gemeinde Wachtberg. Die im Sommer neu eingerichtete „Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt“ in Neustelitz hat jetzt ein erstes bundesweites Förderprogramm gelegt. Förderberechtigt sind gemeinnützige Vereine, die über einen gültigen Freistellungsbescheid des Finanzamtes und eine entsprechende Satzung verfügen.
Schwerpunkt des Förderprogramms sind im Bereich Wachtberg und Rhein Sieg Kreis hauptsächlich zwei Punkte, die sich mit der Digitalisierung in der Zivilgesellschaft und der Nachwuchswerbung befassen.
Danach definieren sich diese Meilensteine wie folgt (Zitat):
1. Innovation und Digitalisierung in der Zivilgesellschaft
Die Entwicklung digitaler Kompetenzen ehrenamtlich Tätiger sowie die Umsetzung von Projekten und die Durchführung von Veranstaltungen im oder über das Internet brauchen Begleitung und finanzielle Unterstützung. Ziel dieses Förderschwerpunktes ist es, gute Voraussetzungen für digitale Teilhabe in der Zivilgesellschaft zu schaffen und digitale Infrastruktur im bürgerschaftlichen Engagement und Ehrenamt auf- oder auszubauen.
2. Nachwuchsgewinnung
Bei diesem Schwerpunkt fördert die Stiftung innovative Wege der Nachwuchsgewinnung sowie die Absicherung von bestehenden Engagement- bzw. Ehrenamtsstrukturen in der andauernden Corona-Pandemie. Besonders Kinder und Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren sollen an gemeinnützige Engagement- und Ehrenamtsstrukturen herangeführt werden — nicht zuletzt, um bestehende Angebote zu erhalten.“
Für jeden der Schwerpunkte können seitens der Vereine ein Antrag eingereicht werden. Die Förderungsgrenzen liegen bei 5.000 Euro Fördersumme mit 10 % Eigenleistung und bei 100.000 Euro Fördersumme bei 20 % Eigenbeteiligung der Antragsteller.
Die Stiftung wartet dabei gleich mit einem praktischen Beispiel auf (Zitat):
„Beispiel für eine 90/10-Förderung
Sie wollen die Versammlungsräume Ihres Vereins mit Technik ausstatten, die für die Teilnahme an digitalen Veranstaltungen geeignet ist: eine hochauflösende Webcam, ein Raummikrofon und ein Beamer mit Leinwand soll es werden. Sie planen dafür mit Kosten von 5.000 Euro. Von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt würden davon 4.500 Euro gefördert (90 %). 500 Euro müssten sie als Eigenmittel aufbringen (10 %).“
Nach Auffassung der Ehrenamtsbörse Wachtberg ein durchaus interessantes Förderprogramm, dass sich näher anzuschauen sehr lohnen könnte.
Was kann gefördert werden?
Nach den Förderrichtlinien können zum Beispiel gefördert werden:
- Sachausgaben (z.B. Hardware oder Software)
- projektbezogene Personalkosten (sozialversicherungspflichtige Beschäftigung)
- projektbezogene Honorarkosten (z.B. für Programmierung oder Design)
- begleitende Beratung, Qualifizierung und Coaching (z.B. für die Einführung neuer Software)
- Verwaltungskostenpauschale (z.B. Mietnebenkosten oder Büromaterial)“ Die Antragstellung ist einfach. Alle Unterlagen, wie Förderrichtlinien und der Antrag selbst, sind von der Homepage der Stiftung herunterzuladen. Der Antrag selbst ist zusammen mit dem Freistellungsbescheid des Finanzamtes und der Vereinssatzung per Post bei der Stiftung einzureichen. Die Internetadresse lautet: https://www.deutsche-stiftung-engagement-und-ehrenamt.de/foerderung/
Bei der Beantragung ist große Eile geboten
Es ist ein Programm für Schnellentschlossene: Die Frist der Antragstellung läuft am 31.10.2020 schon ab und die Haushaltsmittel müssen bis zum 31.12.2020 ausgegeben sein. Übertragungen der Gelder auf das nächste Jahr sind nicht möglich.
Die Zeit ist daher sehr knapp, zumal vor der offiziellen Bewilligung keine Maßnahmen eingeleitet werden dürfen, um nicht förderungsschädlich zu sein.
Gleichwohl sollte sich hier keiner entmutigen lassen, bei Bedarf und bei Interesse einen Antrag zu stellen, selbst wenn die Bearbeitungszeit bei der Stiftung aktuell zwischen 3 und 4 Wochen sein dürfte. Der Bund hat mit der Errichtung der Stiftung (das Errichtungsgesetz wurde erst im Frühjahr 2020 verabschiedet) die lobenswerten Intentionen umgesetzt, das ehrenamtliche Engagement auch vor Ort zu stärken und neben Worten auch Taten folgen zu lassen.
Es bleibt zu hoffen - und der Anfang ist dieses Jahr gemacht - dass es auch im nächsten Jahr ein bundesweites Förderprogramm geben wird, das eine längerfristige Planungsperspektive vor Ort ermöglicht. Damit können auch längerfristige Projekte umgesetzt werden.
In einem Schreiben an d den Stiftungsrat hat sich die Ehrenamtsbörse Wachtberg e.V. dafür eigesetzt, bei zukünftigen Förderprogrammen eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren einzuräumen. Haushaltstechnisch wurde dabei vorgeschlagen, durch Verpflichtungsermächtigungen für kommende Förderjahre eine langfristige Planungsmöglichkeit für Vereine zu ermöglichen.
Pressemitteilung der
Ehrenamtsbörse
Wachtberg e.V.
