Allgemeine Berichte | 29.08.2016

Der Ortsverein finanzierte die Anschaffungskosten in Höhe von 85.000 Euro aus eigener Kasse

DRK Dierdorf nimmt neues Rettungsfahrzeug in Betrieb

Innenansicht des Wagens, einer Sonderanfertigung für 85.000 Euro. In ihm können auch zwei Personen liegend befördert werden. -KER-

Dierdorf. Die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes kann nicht hoch genug eingeschätzt werden: Seine Helfer retten Leben, verhindern und mindern Leid, sind zur Stelle, wenn Menschen in Not sind. Auch der Katastrophenschutz gehört zu den Aufgaben der DRK’ler. Um ihre wichtigen Tätigkeiten angemessen ausüben zu können, benötigen sie die beste Ausrüstung. Damit dies auch für den Ortsverein Dierdorf gewährleistet ist, wurde jetzt aus Eigenmitteln ein neues Fahrzeug angeschafft.

Es handelt sich um einen zum Rettungsfahrzeug umgebauten Mercedes Sprinter. Im Rahmen einer Feierstunde vor dem DRK-Vereinsheim wurde der Wagen jetzt vom Ortsvereinsvorsitzenden Erwin Kuhn an die DRK-Helfer übergeben. Symbolisch nahm Gruppenführer Stephan Schmidt die Schlüssel des Wagens entgegen. Er wird demnächst bei Einsätzen mit dem Kennzeichen NR DR 416 auf den Straßen in der Region rund um Dierdorf und im Kreis Neuwied unterwegs sein. Der Rettungswagen ist mit 163 PS motorisiert und verfügt über einen Allradantrieb. Zur Sicherheit der Fahrer und Insassen wurden auch Mehrausgaben getätigt für die Anbringung eines Lichtzeichenbalkens auf dem Dach des Wagens, damit bei Einsätzen im Dunkeln und zum Beispiel auf Autobahnen nachkommende Fahrzeuge die Unfallstelle nicht übersehen und es nicht zu einem Auffahrunfall kommt. Ortsvereinsvorsitzender Erwin Kuhn sagte bei der Schlüsselübergabe: „Wir sind sehr stolz, weil es das erste funkelnagelneue Fahrzeug ist, das unseren Fuhrpark ergänzt.“ Zwei weitere Kleinbusse und ein BMW-Motorrad gehören zur Fahrzeugausstattung des Dierdorfer Deutschen Roten Kreuzes.

Den Neukauf begründete Kuhn mit den Worten: „Als wir im letzten Jahr vor der Entscheidung standen, das mittlerweile 20 Jahre alte Vorgängerauto weiter zu fahren oder es durch ein neues zu ersetzen, das vor allem ein Allrad-Fahrzeug sein sollte, haben wir uns im Vorstand dafür entschieden, ein solches Fahrzeug zu beschaffen, wenn es denn, im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten, machbar wäre.“ Im Frühjahr wurde mit einer Ausrüstungsfirma für Sonderfahrzeuge Kontakt aufgenommen und ein Angebot angefordert. Nach Gesprächen mit dem Unternehmen wurde ein Angebot erstellt, was aber die finanziellen Möglichkeiten des Ortsvereins weit überstieg. Also wurden Abstriche an der Ausstattung vorgenommen. Auf Allrad wurde nicht verzichtet. Im Juli wurde der Wagen abgeholt. Den Preis bezifferte Erwin Kuhn in seiner Erläuterung auf 85.000 Euro. Das Geld finanzierte der Verein im wesentlichen aus Rücklagen der vergangenen Jahre. In den Genuss von Kreisumlagen komme das DRK Dierdorf nicht, sagte Kuhn. Zu den regulären Einnahmen zählen laut den Worten des Vorsitzenden außer den Mitgliedbeiträgen Entgelte für Einsätze wie zum Beispiel das Reitturnier in Dierdorf, Rhein in Flammen, Blutspenden in Dierdorf und Großmaischeid und die Bewirtung beim Christmarkt. Das alte Fahrzeug wurde an einen Verein von in Deutschland lebenden Marokkanern verkauft, wo es heute in Marokko im Zeichen des Roten Halbmondes Menschenleben rettet.

Nachwuchskräfte werden dringend gesucht!

Erwin Kuhn sagte: „In die Freude und den Stolz mischt sich aber auch ein kleiner Wermutstropfen: Was nützen uns die bestens ausgerüsteten Fahrzeuge, wenn es keine aktiven Helfer mehr gibt, die die Fahrzeuge besetzen. Früher, in den Anfangsjahren des Ortsvereins, gab es ein Fahrzeug und viele aktive Helferinnen und Helfer. Heute gibt es viele Fahrzeuge und wenige Aktive, die oft bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit gehen müssen. Deshalb mein Appell an alle: Helfen Sie mit, Nachwuchskräfte für den aktiven Dienst zu gewinnen! Sprechen Sie junge Menschen an und animieren Sie sie zu einem sinnvollen Dienst am Menschen!“

Damit überließ Kuhn den beiden Geistlichen Pfarrer Patrique Friesenkothen von der evangelischen Kirche Dierdorf und Diakon Wilfried Vogt von der katholischen Kirchengemeinde St. Clemens die Aufgabe, das Fahrzeug im Rahmen eines kleinen Gottesdienstes einzusegnen.

Diakon Vogt von der katholischen Kirche in Dierdorf gibt dem neuen Rettungsfahrzeug den Segen.

Diakon Vogt von der katholischen Kirche in Dierdorf gibt dem neuen Rettungsfahrzeug den Segen.

Ein Vertreter des Blutspendedienstes Bad Kreuznach überreichte dem Ortsvereinsvorsitzenden Erwin Kuhn aus Anlass der Neuanschaffung eine Plakette.

Ein Vertreter des Blutspendedienstes Bad Kreuznach überreichte dem Ortsvereinsvorsitzenden Erwin Kuhn aus Anlass der Neuanschaffung eine Plakette.

Innenansicht des Wagens, einer Sonderanfertigung für 85.000 Euro. In ihm können auch zwei Personen liegend befördert werden. Fotos: -KER-

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