Allgemeine Berichte | 10.12.2013

Grandioser Abend mit Jürgen Becker im Stadttheater Rheinbach

„Da woll’n mer uns mal‘ nen schönen Abend machen“

Das war doch ein schöner Abend - und jetzt gibt’s Kölsch! Weigert

Rheinbach. „Da woll’n mer uns mal‘ nen schönen Abend machen“, ist das Motto von Jürgen Becker. Und die Besucher des vom Krea-Theater Swisttal-Morenhoven veranstalteten Kabarettabends kamen voll auf ihre Kosten. Becker bot einen Parforceritt durch 20.000 Jahre Kunstgeschichte, von den Höhlenmalereien in Südfrankreich bis zum Gerhard-Richter-Fenster im Kölner Dom.

Was tun, wenn Sie unvorbereitet in eine Vernissage geraten sind und von nichts eine Ahnung haben? Wenn Kunst nicht Ihr Gebiet ist? Wenn Sie bei den Namen Raffael oder Kandinsky an die Neuzugänge bei Borussia Dortmund denken? Da wird es schwierig, keine Fehler zu machen. Denn zum Künstler können Sie ganz schnell etwas Falsches sagen. Zum Beispiel: „Tolle Rahmen - wo haben Sie die denn her?“ Oder: „Haben Sie auch Bilder, die zu einem braunen Ecksofa passen?“

Vergnüglich mit bissigen Pointen

Illustriert mit rd. 120 Bildern zeigt Becker die Entwicklung von Kunst und Architektur im Einklang mit der Evolution auf. Vergnüglich, zuweilen mit bissigen Pointen, listet er aber auch auf, wer von wem abgekupfert hat.

Mit dem verschmitzten Hinweis auf einen Freiherrn riet er davon ab, unbedingt nach einem Doktortitel zu streben. „Wenn Sie Eindruck schinden wollen, lernen Sie griechische Säulenkapitelle auswendig.“ Auch die Zerstörung großer Kunstwerke im religiösen Wahn prangerte er an, etwa zahlreiche antike griechische Götterstatuen durch die Christen. „Wenn die Griechen dafür heute Schadensersatz verlangen würden, wären wir gleich zwei Probleme los: Griechenland wäre saniert und der Vatikan pleite.“

Auch zu dem modernen Gerhard-Richter-Fenster im Kölner Dom hat sich Becker so seine Gedanken gemacht: „Der Kardinal bestellte ein Kirchenfenster und bekam ein Kneipenfenster, der Kölner kann eben nicht zwischen Frühmesse und Frühschoppen unterscheiden.“

Bild von Max Ernst

Immer wieder kam er auf das von Max Ernst gemalte Bild „Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind“ zurück, das großformatig auf der Bühne anzusehen war, natürlich nicht im Original. Dieses erregte einen Skandal, als es 1926 im Pariser Salon des Indépendants gezeigt wurde.

Brach Max Ernst mit seinem Gemälde doch mit der Tradition des christlichen Abendlandes, nur zu malen, was in der Bibel vorgegeben ist. Nach Jürgen Beckers unterhaltsamem Streifzug durch die Kunstgeschichte wussten nun die Besucher im Rheinbacher Stadttheater genau, was von den alten Ägyptern über die Griechen, Römer und Kölner, von der Romanik über die Gotik zum Barock mit Rubens‘ sprichwörtlichem Fleisch dicker Frauen bis in die Moderne führte. Dabei ist sich Becker sicher, „Rubens ist in Köln Trude Herr begegnet.“

Zweifelsohne leicht provokant zeigte Becker dann das bereits 1866 von Gustave Courbet (1819 - 1877) gemalte Bild „Der Ursprung der Welt“. Früher meistens versteckt, hängt das Bild heute im Musée d’Orsay in Paris. Es zeigt Ausgangspunkt und Beginn unseres menschlichen Erdenlebens.

Das Ende des vergnüglichen Kabarettabends zelebrierte Jürgen Becker, Preisträger der Morenhovener Lupe 2001, mit einer Wagenladung voller Kölsch.

Das war doch ein schöner Abend - und jetzt gibt’s Kölsch! Foto: Weigert

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