Allgemeine Berichte | 12.07.2016

Altersabteilung des Löschzugs Winningen engagiert sich

Dacharbeiten abgeschlossen

Gustav-Richter-Schutzhütte wurde instandgesetzt - Name erinnert an den langjährigen Ausscheller und Dichter

Atempause beim Arbeitseinsatz (v. l.): Heinz Kröber, Alfred Lampersbach, Manfred Hecker, Manfred Mölich und Klaus-Dieter Kröber. privat

Winningen. Dort, wo die Winninger Moseltalbrücke der A 61 in 136 Metern Höhe das Moseltal überspannt, steht in der Nähe des Rastplatzes Mosel/West die „Gustav-Richter-Hütte“. Von der Schutzhütte am Aussichtspunkt „Blumslay“, wo sich Wanderwege wie Hexenpfad und Moselhöhenweg treffen, hat man einen weiten Ausblick ins Moseltal und auf die Höhen des Hunsrücks. Viele Wanderer und Gäste der Rastanlage finden den Weg dorthin, und der eine oder andere fragt sich vielleicht, wer der Mann war, der der Unterstellmöglichkeit – die ursprünglich etwas höher gelegen am heutigen Wendeplatz stand – den Namen gab.

Gustav Richter (1878 bis 1954) war als Gemeindediener und „Flurschütz“ in Winningen tätig. Dabei oblag ihm unter anderem die Aufgabe des „Ausschellers“. Mit einer Glocke (Schelle) ausgerüstet gab er an markanten Plätzen den Bürgern des Ortes Neuigkeiten und amtliche Bekanntmachungen kund. Selbst in den Kriegsjahren verlas er – bei Ausfall des bereits bestehenden „Ortsrundfunks“ – die „Ausrufe“. So vermerkte Heinrich Saas in seinem Tagebuch (WH 3) am 2. April 1945: „Heute ab sofort Beginn der Sommerzeit. Alle Uhren 1 Stunde vorgestellt. Von Gustav Richter durch die Schelle bekannt gemacht.“ Am 15. Februar 1947 gab Richter dann sein Amt als Ausscheller an Fritz Blum ab. Außerdem war er als „Mundartdichter“ für das Verfassen zahlreicher volkstümlicher Gedichte über die Grenzen Winningens hinaus bekannt.

Neben vorgenannten Arbeiten und seinem Dichter-Hobby sorgte sich Gustav Richter ehrenamtlich um die Instandhaltung und Pflege der bereits zu damaliger Zeit bestehenden Wanderwege, bemühte sich nachhaltig um die Aufstellung von Ruhebänken an geeigneten Stellen und letztlich – auf eigene Initiative – um die Errichtung einer Schutzhütte. Im Andenken an diesen jahrelang getätigten, unentgeltlichen Einsatz erfolgte die Namensgebung der Schutzhütte durch die Gemeinde Winningen.

Damit aber auch in der heutigen Zeit die Schutzhütte für Besucher einen ansprechenden Anblick bietet sowie ihren Nutzen erfüllen kann, haben es sich bereits vor Jahren die „Kameraden der Altersabteilung des Löschzuges der Freiwilligen Feuerwehr Winningen“ zur ehrenamtlichen Aufgabe gemacht, nicht nur den Aussichtpunkt in Ordnung zu halten, sondern auch den Fortbestand der Schutzhütte zu sichern.

Darunter fällt neben regelmäßigen Anstrich- und Ausbesserungsarbeiten, wie kürzlich geschehen, auch die fällige Reparatur des undicht gewordenen Daches. Mit vereinten Kräften und unter dem Motto „Nicht schwätzen - machen!“ sowie mit von der Dachdeckerei Arno Perscheid aus Moselkern gesponsertem Material wie Dachpappe ging man zu Werke.

Auf die Frage, ob die Altersabteilung noch weitere ehrenamtliche Aufgaben übers Jahr erfülle, meinte Alfred Lampersbach (Wehrführer von 1976 bis 1992): „Es gibt auch für uns Alte immer etwas zu tun - und dann packen wir’s – wenn für uns möglich – an.“ Ob damit auch die regelmäßig stattfindenden Treffen der achtköpfigen Mannschaft zu einem guten Glas Winninger Wein gemeint waren, wurde nicht bejaht, aber auch nicht abgestritten.

Über den Ortsrundfunk Winningen

Die erstmalige Inbetriebnahme erfolgte am 9. März 1942. „Betrieb erweist sich wg. zu schwacher Lautstärke als unvollkommen.“ (Saas, WH 3)

„Am 21.09.1948 wurde die von den Aliierten (Franzosen) zwischenzeitlich beschlagnahmte und abmontierte Anlage an die Gemeinde zurückgegeben und liegt bei der Elektrohdl. Rheinbay in Koblenz.“ (Saas, WH 3)

Heute verfügt die Anlage für Durchsagen (amtlich wie gegen Obulus auch privat) über rund 200 im Ort verteilte Lautsprecher. Bei den hin und wieder vorkommenden technischen Ausfällen sollte vielleicht darüber nachgedacht werden, ob es nicht zweckmäßig ist, diese Zeiten mit einem „Gustav Richter Nachf.“ zu überbrücken.

Atempause beim Arbeitseinsatz (v. l.): Heinz Kröber, Alfred Lampersbach, Manfred Hecker, Manfred Mölich und Klaus-Dieter Kröber. Foto: privat

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