Dachbalken des Mariendoms sind der Rahmen für das Banner des Zeltlagers
Andernach. Joa Helf hat schon viel Holz, auch altes Holz, in den Händen gehabt - aber einen Eichenbalken, der mehr als 800 Jahre alt ist, hatte der erfahrene Schreinermeister bisher noch nicht verarbeitet. Er stammt vom uralten Dachstuhl des Mariendoms, bei den Renovierungsarbeiten vor mehr als zwei Jahren musste er ausgetauscht werden.
Aus dem Jahr 1959 ist das alte Banner der Pfarrjugend Maria Himmelfahrt. Für das erste Zeltlager wurde es genäht, es steht für eine außergewöhnliche Tradition, die damals von Kaplan Klaus Thoma begründet wurde und Generationen von Kindern und Jugendlichen aus Andernach geprägt hat.
Die Faszination des Zeltlagers wirkt noch Jahre und Jahrzehnte nach. Immer wieder gab es generationenübergreifende Zeltlager der Ehemaligen, 20-, 40-, 60-, 80-jährige gemeinsam unter dem Banner der Pfarrjugend für zwei, drei Tage in der Eifel, eigentlich unvorstellbar.
Jetzt finden diese so außergewöhnlichen Traditionen direkt und für alle sichtbar zusammen. Denn für das altehrwürdige Banner der Pfarrjugend, das im Lauf der Zeit einiges mitgemacht hat, wurde ein angemessener Ort zur Präsentation gesucht. Im Pfarrheim Maria Himmelfahrt, im Schatten des Mariendoms, fand Reinhard Helf ihn. Er ist in besonderem Maß beispielhaft für die lebendige Tradition: 1960 schon als 8-jähriger Messdiener im Zeltlager dabei, war er später Gruppenleiter, trug in den 1970er-Jahren als Lagerleiter die Verantwortung und ist seit vielen Jahren sowohl im Verwaltungsrat der Kirchengemeinde als auch im Förderverein des Mariendoms aktiv. Er hatte die Idee, das symbolträchtige Banner in die direkte Verbindung mit dem Mariendom zu bringen, in dem es, eingerahmt vom Holz des Dachstuhls, ausgestellt wird. Für die Umsetzung gewann er Joa Helf, einer der drei Inhaber der Andernacher Schreinerei Helf. Auch Joa Helf fuhr als Jugendlicher jahrelang begeistert mit ins Zeltlager in die Eifel, jetzt, viele Jahre später, ist er einer der Organisatoren der „Veteranenlager“. Er verarbeitete den uralten Dachbalken zu einem meisterlich-schlichten Rahmen um das altehrwürdige Banner herum, zu sehen seit Kurzem im Pfarrsaal.
