Virtuelles Schützenfest der St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft in Ahrweiler
„Dankbar für das Gemeinschaftsgefühl“
Hoffnung auf Rückkehr zum gewohnten Schützenfest im kommenden Jahr
Ahrweiler. Nachdem im Januar schon das althergebrachte Patronatsfest der St. Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft in digitaler Form gefeiert wurde, fand auch das Schützenfest „nur“ virtuell statt. Es war bereits das zweite Mal in Folge, dass die Ahrweiler Schützen-Feierlichkeiten Corona-bedingt nicht in traditioneller Weise über die Bühne gingen. Eine Tatsache, die zum Beginn des „Virtuellen Schützenfest 2021“ auch von Hauptmann Jürgen Knieps und Tambourmajor Jürgen Schmitz bedauert wurde. „Uns fehlt nicht nur das Fest selbst, auch das gemeinsame Musizieren, die Planungen und die allgemeine Vorfreude“, so Jürgen Schmitz. Dennoch blickt das Ahrweiler Schützenwesen optimistisch in die Zukunft und ein Schützenfest im weltweiten Netz ist schließlich auch ein besonderes Novum.
Wurzeln des „Trinkzug“ reichen bis ins Jahr 1487 zurück 4.900 Kilogramm „Schützentrauben“
Neben mit passender Musik untermalten Bildern vergangener Schützenfeste, bot die digitale Version knapp anderthalb Stunden lang nicht nur gute Unterhaltung, sondern auch interessante geschichtliche Beiträge. Wie beispielsweise zum historischen „Trinkzug“,dessen Wurzeln mit hoher Wahrscheinlichkeit bis ins Jahr 1487 zurückreichen, wie Chronist Matthias Becker berichtete. Der amtierende Bürgerschützenkönig Peter Diewald bezeichnete den „Trinkzug“ augenzwinkernd als „größte Weinprobe des Ahrtals“ und brachte zugleich den Dank gegenüber den vielen Bürgern zum Ausdruck, die in dieser Nacht die Schützen bewirten und mit ihnen gemeinsam feiern. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Ahrweiler Bürgerschützen ist der Schützenwein aus den eigenen Weinbergen der Gesellschaft, die seit drei Jahren von Christian Althammer bewirtschaftet werden.
Rund 4.900 Kilogramm Trauben wurden im vergangenen Jahr in den Lagen „Bachemer Karlskopf“ und „Ahrweiler Forstberg“ geerntet und anschließend im Weingut Adeneuer zu edlen Tropfen gekeltert, wovon sich auch die Deutsche Weinkönigin Eva Lanzerath überzeugen konnte. Als besondere historische Premiere gibt es seit Kurzem nicht „nur“ einen Schützenwein, sondern erstmals auch einen Schützensekt, der von Winzer Christof Körtgen hergestellt wird. Wie sich die gelesenen Trauben schließlich in perlender Sekt verwandeln, erläuterten Christof Körtgen und Schatzmeister Dieter Zimmermann sehr anschaulich. Apropos Köstlichkeiten – natürlich wurden auch zum virtuellen Schützenfest im Vorfeld die beliebten Franzbrötchen ebenso an die Schützen ausgegeben, wie der Schützenwein – für das richtige Schützenfestfeeling zu Hause.
Das Schützenfest – ein Gemeinschaftswerk
Fest verankert ist das Schützenfest im christlichen Glauben, was Dr. Christoph Smolenski, Mitglied des Königsglieds, mit seinem geschichtlichen Rückblick auf die Verbundenheit zum Fronleichnamsfest deutlich machte. Unter Corona-Bedingungen hatte Dechant Jörg Meyrer in diesem Jahr allen vier Ahrweiler Huten den Segen erteilt, wobei auch kleine Abordnungen der Schützengesellschaften Spalier standen. Die Zugführer der verschiedenen Corps grüßten Schützen und Damen, verbunden mit der Hoffnung, bald wieder in gewohnter Form beisammen sein zu können. Überhaupt ist das Ahrweiler Schützenfest immer auch ein Gemeinschaftswerk der drei Gesellschaften Bürgerschützen, Junggesellen-Schützen und Aloisius-Jugend, worauf auch Hauptmann Jürgen Knieps besonders hinwies. „Wenn es uns gelungen ist, das Schützengefühl, das Gemeinschaftsgefühl, in die Wohnzimmer zu bringen, dann sind wir sehr dankbar“, so Jürgen Knieps.
Hauptmann Jürgen Knieps (rechts) und Tambourmajor Jürgen Schmitz begrüßten die Schützenbrüder samt Damen zum virtuellen Schützenfest.
Bürgerschützenkönig Peter Diewald (rechts) mit Vorgänger Willi Busch beim kleinen, digitalen „Trinkzug“.
Winzer Christof Körtgen und Schatzmeister Dieter Zimmermann berichteten vom erstmals aufgelegten „Schützensekt“.
