Flüchtlinge: Ohne Ehrenamtliche ginge es nicht
„Dankeschön-Veranstaltung“ von Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner
Swisttal. “Dank, Lob und Anerkennung möchte ich Ihnen aussprechen, ohne Sie ginge es nicht, die Gemeindeverwaltung allein kann die Aufnahme der Flüchtlinge nicht stemmen“, so die Bürgermeisterin Petra Kalbrenner bei der Begrüßung von rund 50 Männern und Frauen, die sich bereits seit Wochen ehrenamtlich engagieren, um die Aufnahme und Eingliederung der Flüchtlinge in Swisttal zu unterstützen.
282 Flüchtlinge sind laut der Bürgermeisterin bis zu diesem Abend der Gemeinde zugewiesen worden, täglich kommen etwa 20 hinzu. Dass die Aufnahme der Flüchtlinge bisher überhaupt in einer menschenwürdigen Art gelungen sei, war neben dem Verdienst der Ehrenämtler auch dem „überdurchschnittlichen, unbürokratischen und pragmatischen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus zu verdanken“, lobte die Verwaltungschefin auch die im Flüchtlingsbereich eingesetzten Mitarbeiter, die ebenfalls an der Veranstaltung teilnahmen. „Die Kanzlerin sagt, wir schaffen das, und wir auf der kommunalen Ebene müssen es schaffen“, deutete die Bürgermeisterin leise Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung an, „das ganze Verwaltungshandeln der Gemeinde ist von der Flüchtlingssituation überlagert, wir hangeln uns von Woche zu Woche durch.“ Allein die Zuweisungen in den Monaten September mit 52, im Oktober mit 67 und bis zu diesem Abend am 25. November mit 56 Flüchtlingen zeige, wie sehr Swisttal gefordert sei. Das Land gehe von einer Zuweisung von bis zu fünf Prozent der Bevölkerung aus, dies wären für Swisttal rund 900 Flüchtlinge.
Armin Wallraff, im Rathaus als Fachbereichsleiter für Sicherheit und Soziales auch für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig, erläuterte die derzeitigen und geplanten Maßnahmen der Gemeinde. Drei Formen der Unterbringung gibt es in Swisttal: Drei Übergangswohnheime, dezentrale Wohnungen sowie Container und Einfachbauten. 83 Plätze seien allein in Privatwohnungen geschaffen worden. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Schaffung weiterer Plätze“, erläutert Wallraff, „der Wohnungsmarkt gebe aber bald nichts mehr her.“
Ihre Erfahrungen, wie es ihr und ihrer Familie vor 25 Jahren selbst ergangen sei, als sie als Flüchtlinge aus dem Iran zuerst nach Rheinbach gekommen waren, schilderte Flüchtlingshelferin Ferozan Saheli. „Mit 50 Familien verschiedener Nationalitäten wohnten wir dort zusammen, jede Familie hatte einen Raum.“ Ihre „Integrationsstationen“ waren zuerst ein Hotelzimmer, dann ein Kindergartenplatz für ihren Sohn, dann ein Job für ihren Mann, auch wenn er nicht seinem Studium entsprach. Seit 24 Jahren wohnt die Familie in Swisttal, mit einer eigenen Wohnung begann wieder die „Normalität“, gab es wieder eine Privatsphäre. „Das Wichtigste ist zuerst ein Dach über dem Kopf zu haben und sich sicher zu fühlen, dann natürlich das Erlernen der Sprache“, appellierte Ferozan Saheli an alle, den Flüchtlingen bei der Integration zu helfen, auch wenn es natürlich immer wieder Schwierigkeiten geben könne.
