In der ehemaligen Synagoge in Ahrweiler war der Soul zu hören, zu fühlen und zu spüren
Das Duo „Sing Your Soul“ macht Musik für Herz und Seele
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Klänge in diesem geschichtsträchtigen Ort waren ein Erlebnis erster Güte und ein Schmeicheln für die Ohren.
Teilweise fand ein Wetteifern der Instrumente statt, dann jedoch wieder ein harmonisches Miteinander. Mitunter glaubte man, ein Orchester zu hören und dabei waren es „nur“ ein Konzertakkordeon und eine Klarinette die zu kommunizierten schienen und die Zuhörer auf eine musikalische Weltreise entführten. Maike Salzmann lässt virtuos die Finger über die Tasten, dieses doch so voluminös scheinenden Akkordeon tanzen und wirkt zeitweise wie eine Einheit mit dem Instrument.
Ihr gegenüber steht Ulrich Lehna mit Klarinette. Er hat, wie Maike Salzmann auch, viele Preise gewonnen und an renommierten Orten gespielt. An diesem Abend lässt er beim 1./2. Satz aus dem Vivaldi Konzert 593 nach Johann Sebastian Bach die Bassklarinette ertönen, während bei dem Stück „Die yidihe Mame“ die C-Klarinette dem Loblied auf die jüdische Mama die Leidenschaft unterstreicht. Beim 2. Satz aus dem Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart, aus dem die Filmmusik für „Jenseits von Afrika“ entstand, erklang die A-Klarinette. Dann war da noch die Altklarinette im Stück „Ose Shalom“. Das Besondere an diesem Konzert war, dass die Stücke von den beiden Musiker neu arrangiert werden mussten, weil es für diese Instrumentenkombination keine Noten gibt.
Maike Salzmann führte gleich-zeitig durch das Programm
Neben dem Spiel mit dem Konzertakkordeon führte Maike Salzmann durch das Programm, erklärte die Instrumente und stellte die Komponisten vor. Die bunte Mischung der Darbietung reichte von Klezmer über Tango aus Argentinien und Finnland. Spannend waren die Geschichten hinter den Musikstücken. Das Publikum ließ sich in den Bann ziehen und zeigte seine Begeisterung. In der Pause suchten die beiden Künstler den Kontakt mit den Besuchern und beantworteten geduldig jede Art von Fragen. Eine wundervolle Atmosphäre breitete sich gleich zu Beginn in der Synagoge aus und hielt konstant bis zum Ende der Veranstaltung. Der Dank war ein anhaltender Applaus mit der Bitte um Zugabe. Diese bestand aus zwei Stücken. Beim Tanz durch das Feuer drehte es sich um temperamentvolle Klezmermusik, bei der das Gezanke eines streitenden Ehepaares förmlich zu spüren war. Romantisch wurde es beim letzten Beitrag, eine Eigenkomposition von Maike Salzmann. Sie entführte in Gedanken auf die Seychellen mit Strand, Sonne und Palmen.
Mit beschwingten Gefühlen endete der wunderschöne Abend. Wer die sympathischen Künstler aus Eckernförde im hohen Norden Deutschlands hier in der Nähe erleben möchte, muss sich bis zum 1. August 2020 gedulden. Dann sind sie in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen zu hören und zu sehen.
