Feierliche Wiedereröffnung des Bürgerhauses nach aufwändiger energetischer Sanierung
Das Herz von Kleinmaischeid kann wieder schlagen
Gemeinde ist deutlich unter den geplanten Baukosten geblieben
Kleinmaischeid. Mit einem lustigen „Hallo“-Lied und einem Gedicht auf das in neuem Glanz strahlende Bürgerhaus begrüßten die Kinder der katholischen Kindertagesstätte Antonius Kleinmaischeid die Gäste der Einweihungsfeier nach der Grundsanierung des Gebäudes. Anschließend tat dasselbe Philipp Rasbach mit den Worten eines Ortsbürgermeisters.
Grund für die aufwändige und lange Renovierung war die energetische Sanierung des ganzen Gebäudekomplexes. Ortsbürgermeister Philipp Rasbach skizzierte, was getan worden war: „Fast alle Fenster wurden ausgetauscht. Die Dacheindeckung inklusive Dämmung wurde erneuert. Es gibt jetzt keine innenliegenden Regenrinnen mehr. Die Heizungsanlage wurde erneuert. Mängel im Brandschutz wurden behoben. Der Bodenbelag im Saal und die Kücheneinrichtung wurden erneuert. Innen und außen wurde gestrichen. Die Beleuchtung wurde auf dimmbares LED-Licht umgestellt.“ Geplant hat die Arbeiten das Büro Dittrich in Neustadt. Viele Arbeiten wurden von Firmen aus der Gemeinde ausgeführt, sagte Philipp Rasbach.
Der Kostenrahmen wurde nicht nur
eingehalten, sondern sogar unterschritten. 800.000 gegen geplante Kosten von 1,2 Millionen Euro sind das gute Endergebnis des Großprojekts. Die Großveranstaltungen Karneval und Kirmes konnten trotz und während der Bauphase stattfinden. Das Land Rheinland-Pfalz förderte 35 Prozent, der Kreis Neuwied hatte das Projekt zuvor an vordere Stelle auf der Prioritätenliste gesetzt und so die Umsetzung erst möglich gemacht.
Das Kleinmaischeider Bürgerhaus wurde 1992 gebaut. Staatssekretär Günter Kern vom Mainzer Innenministerium sprach über welt- und innenpolitische Probleme und - im Gegensatz dazu - das harmonierende Dorfgemeinschaftsleben in Orten wie Kleinmaischeid. Zusammenhalt könne in den Gemeinden und an Orten wie diesem Bürgerhaus gepflegt werden. Deshalb sei der Landesregierung der Entschluss leicht gefallen, die Sanierung des Kleinmaischeider Bürgerhauses zu unterstützen. Es sei eine Investition in die Zukunft von Kleinmaischeid. Günter Kern: „Es dient, sich zu treffen und auszutauschen, aber auch die Kulturarbeit zu fördern und entwickeln.“ Deshalb habe das Land die Gemeinde Kleinmaischeid gerne finanziell unterstützt. Die Gemeinde habe das Haus zu einem Ort der Begegnung gemacht. Der Innenstaatssekretär schloss mit den Worten: „Machen Sie das Beste daraus!“
Landrat Achim Hallerbach hatte als Geschenk den gerahmten Wappenteller des Kreises mitgebracht. Und seinen Respekt für die geleistete Arbeit in Kleinmaischeid. Der Ort sei dem Kreis als Ortsgemeinde besonders wichtig. Die „gute Stube“ von Kleinmaischeid habe viele Verbesserungen erfahren. Hallerbach: „Hier im Haus spielt die Musik, im wahrsten Wortsinn.“ Die Bevölkerung im Kreis wachse, auf jetzt 185.000 Menschen. Gemeinden wie Kleinmaischeid hätten ihren Anteil daran, unter anderem mit dem Angebot einer zusätzlichen Gruppe in der Kindertagesstätte.
Hallerbach nannte den Breitbandausbau als weiteres zentrales Thema zur Entwicklung der Region. Der Kreis arbeite mit Hochdruck daran. Das Bürgerhaus in Kleinmaischeid sei der Ort und der Körper, in dem das Herz der Gemeinde schlagen kann. Hier sei der Ort für das gesellschaftliche Miteinander, auch für das berühmt-berüchtigte „Mäschder Platt“. Eine Kostprobe davon gab später Ortsbürgermeister Rasbach. Die Vereine, die das Haus nutzen, seien die Stütze unserer Gesellschaft, sagte der Landrat. Und Kleinmaischeid sei ein gutes Beispiel dafür, dass die Zusammenarbeit von Jung und Alt funktionieren kann. Dafür dankte er dem dafür mitverantwortlichen Ortsbürgermeister. Hallerbach erwähnte, dass der Kreis das Kleinmaischeider Bürgerhaus im September für eine Sitzung des Kreistages ausgesucht hat.
Philipp Rasbach bedankte sich für den schönen Teller und meinte: „Ich glaube wir haben den Teller schon, aber wir hängen ihn gerne auch zweimal auf!“
Verbandsgemeinde-Bürgermeister Horst Rasbach erinnerte an den Ursprung des Bürgerhauses, den Bau der Volksschule vor fast 100 Jahren. Daraus wurde 1991 ein Bürgerhaus. Horst Rasbach: „Der Beschluss zur energetischen Sanierung nach fast 30 Jahren der Nutzung war gut, die Arbeiten haben sich gelohnt. Es bleibt ein lebendiger Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger. Auf dieses Haus können alle Kleinmaischeider stolz sein.“ Lob und Respekt äußerte Horst Rasbach für die vielen ehrenamtlichen Helfer, auch die Gemeinderatsmitglieder, die mit eigenen Händen in vielen Freizeitstunden bei den Arbeiten mit angepackt hatten. Mit heiteren musikalischen Beiträgen beteiligten sich der Kirchenchor „Cäcilia“ Kleinmaischeid und das Blasorchester Maischeid & Stebach an der Feier. Die Geistlichen von katholischer und evangelischer Kirche sprachen dem Haus ihren Segen aus. Zum Schluss waren alle Gäste auf Kosten der Gemeinde zu einem warmen Imbiss eingeladen.
Sie werden auch noch was davon haben: Eine Gruppe der Kindertagesstätte sagte „Hallo“ zu den Gästen und zum neuen Bürgerhaus.
Von einer herrlichen Wintersonne beschienen, erstrahlte das Kleinmaischeider Bürgerhaus nach einer Generalsanierung am Sonntag in neuem Glanz.
