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Eine Weihnachtsgeschichte

Das Puppenhaus

Von Monika Niessen

15.12.2017 - 11:39

Remagen. Luise Degenhard verließ ihr Elternhaus, in dem sie ihr ganzes Leben verbracht hatte, ohne sich noch einmal umzuschauen.

Drei Jahre hatte Luise sich gegen diesen Tag gewehrt, aber nach ihrem Sturz konnte sie ihre rechte Seite nur noch eingeschränkt bewegen. Ihr Neffe riet ihr zum Umzug ins örtliche Seniorenheim. Sie wollte zunächst nichts davon hören, war aber dankbar, dass er eine Haushaltshilfe für sie einstellte. Tina erwies sich als Glücksfall. Sie konnte einfach alles!

Ohne ihre Hilfe hätte Luise nicht so lange im Haus bleiben können. Darum beschloss sie, dass Tina ihr Puppenhaus haben sollte. Die junge Frau wollte ihr Geschenk gar nicht annehmen, hatte Luise ihr doch erzählt, wie viel ihr das Puppenhaus bedeutete.

Es war eine Gründerzeit-Villa, die ihr Großvater zu Weihnachten 1900 für seine einzige Tochter, Leises Mutter herstellen ließ. Ein Meter hoch und geschlossen aussehend wie ein Schrankkoffer mit Türmchen, benötigte es viel Platz, wenn es geöffnet wurde.

Jedes Jahr, zu Weihnachten stand es neben dem Christbaum. Zur Bescherung nahm Leises Großvater einen Schlüssel zur Hand, öffnete die rechte Seite, die ein wunderschönes Treppenhaus enthielt, das vom Kellergeschoß über die Küchenräume im Parterre, die Beletage mit ihrer Terrasse, zu den Schlafräumen führte. Es endete im Dachtürmchen. Nach den Feiertagen wurde das Haus wieder verschlossen und auf dem Dachboden verstaut.

Hier holte Tina das Haus mit Hilfe ihres Neffen im Sommer herunter. Der Neffe war an dem Haus nicht interessiert. Er meinte scherzhaft, dass Tina das Haus renovieren müsse, die Bewohner hätten es nicht gepflegt. Tina versprach sich darum zu kümmern und Luise später Fotos zu zeigen. So sehr Luise der Tina das Haus gönnte, es war bitter für sie. Dass sie von den Möbeln ihrer Eltern, mit denen sie bisher gelebt hatte, nichts mitnehmen konnte, berührte sie nicht so sehr, wie der Verlust des Puppenhauses.

Sie überließ die Einrichtung ihrer neuen Seniorenwohnung ihrem Neffen und seiner Frau. Tina hatte alles was sie unbedingt benötigte für sie zusammengepackt und in die Wohnung gebracht. Luise reichte es, dass sie umziehen musste. Während der Fahrt zu ihrem neuen Domizil wurde ihr immer beklommener zumute. Warum konnte sie nicht bis zu ihrem Ende in ihrem Elternhaus bleiben? Sie war dort geboren, hatte ihr berufliches Leben als Sprechstundenhilfe ihres Vaters und später ihres Bruders dort verbracht. Heiraten wollte sie nie.

Inzwischen kamen sie bei der Seniorenresidenz an. Mit ihrem Rollator, begleitet von ihrem Neffen, ging sie, nach kurzer Begrüßung durch die Leitung des Hauses, zu ihrer neuen Wohnung. Sie war nicht neugierig, es war ihr ganz egal, wie es dort drinnen aussah.

Die Tür öffnete sich, sie trat ein und nahm einen Duft von Zimt und anderen Gewürzen, die schon sehr an Weihnachten erinnerten, wahr. Dann sah sie ihr Puppenhaus! Sie hatte geglaubt, in dieser Wohnung sei kein Platz, aber dort, wo eine große Kommode mit einem Fernseher darauf stehen sollte, stand ihre Gründerzeitvilla, frisch gestrichen und tapeziert.

Den Rest der Wohnung nahm sie erst später wahr. Hier konnte sie sich wohlfühlen. Das Haus sollte für den Rest ihres Lebens so stehen bleiben.

Nie hätte Luise geglaubt, dass sie sich in ihrer Wohnung so heimisch fühlen würde. Die anderen Bewohner begrüßten sie und bewunderten das schöne Puppenhaus. So verging der Advent.

Am Heiligen Abend traf Tina vormittags bei ihr ein, während Luise im Restaurant frühstückte, wollte sie ihre Wohnung ein wenig weihnachtlich herrichten. Sie ließ sich Zeit, wollte Tina nicht in den Füssen stehen. Ihr Neffe und seine Frau trafen ein, um sie zu ihrer häuslichen Feier abzuholen. Sie gingen mit ihr zu ihrer Wohnung, öffneten die Tür und sahen ein wunderschön dekoriertes Zimmer. Aber am allerschönsten war das Puppenhaus mit je einem kleinen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer und auf der Terrasse der Beletage und Girlanden am Treppengelände. Viele kleine Lämpchen beleuchteten das Haus. Es hatte nie schöner ausgesehen.

Sie schaute sich das Wohnzimmer ihres Puppenhauses noch einmal genauer an und entdeckte - eine kleine Krippe!

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Kommentare
Uwe Klasen:
Angeblich werden in Deutschland 869 Millionen t/a CO² erzeugt, wovon die Atmung der 83 Millionen Einwohner bereits über 80 Prozent (747 t/a CO²) dieser Emissionen ausmacht! Um die selbstgesetzten Einsparungsziele umsetzen müsste das Land also Entvölkert werden, hierin ist die Fauna noch nicht eingerechnet!
Uwe Klasen:
Wenn die, bewusst geschürte, Klimahysterie eines geschafft hat, dann ist das die vollständige Destruktion der Lern- und Denkfähigkeit bei denen, die sich als Aktivisten bezeichnen oder deren Mitläufer sind. Sie sind nicht willens oder in der Lage, vermeintliche Studien, die jenseits des wissenschaftlich Diskutablen sind und nur zur Lenkung der auf diese Weise beeinflussten benötigt werden, zu hinterfragen!
K. Schmidt:
Und wieder eine Meldung zur AfD, mit Leserkommentaren zur AfD, bei der mir dutzende Beispiele der anderen Parteien einfallen die es keinen Deut anders, geschweige denn besser machen. Und das ist dann auch der Grund, wieso die AfD überhaupt noch gewählt wird. Ein Bollinger kann sich so doof anstellen und darstellen wie er will, solange genug andere Politiker schlicht nicht mehr gewählt und angesehen werden (können) weil sie sich auch nur doof anstellen und darstellen werden sie weiterhin zu viele Wähler zu Bollinger und Co. verjagen.
Karsten Kocher:
Den Worten im Leserkommentar von Frau Schulz ist zuzustimmen: Der Hang zur immer wiederkehrenden eitlen Selbstdarstellung bei Jan Bollinger ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten.
Uwe Klasen:
„Das Betreiben von Parteiausschlußverfahren …. Ein äußerst seltsames Demokratieverständnis“ --- So wie in der SPD gegen Herrn Sarrazin oder in der CDU gegen Frau Schirdewahn oder die Forderungen bei den Grünen bezüglich Herrn Palmer. Einem liberalen Demokraten wird dabei Angst und Bange!
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