SOLWODI lud zur Lesung im Rahmen der Koblenzer Wochen der Demokratie

Das Schicksal von Roma in der Prostitution

Das Schicksal von Roma in der Prostitution

Manfred Paulus. Foto: Sabine Meinen / SOLWODI

19.06.2024 - 13:49

Koblenz. Jüngst fand im Rathaus Koblenz eine eindrucksvolle Veranstaltung im Rahmen der Koblenzer Wochen der Demokratie statt, zu der SOLWODI Deutschland eingeladen hatte. Der pensionierte Polizeihauptkommissar Manfred Paulus berichtete über seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus seiner langjährigen beruflichen Tätigkeit im Bereich Rotlichtkriminalität. Der Schwerpunkt lag auf Roma in der Prostitution.

Paulus verdeutlichte, dass die anhaltende Diskriminierung der Sinti und Roma – innerhalb der EU – es vielen betroffenen Kinder und Frauen unmöglich macht, ein Leben außerhalb von Prostitution oder Kriminalität zu führen – eine Realität, die sie oftmals für das eigene Überleben und das ihrer Familien hinnehmen müssen. Er schilderte eindrucksvoll die bedrückenden Lebensumstände und die Perspektivlosigkeit vieler Menschen in den Herkunftsländern Süd- und Südosteuropas. Die große Hoffnung auf ein besseres Leben in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wird meist durch fehlende Sprachkenntnisse und mangelnde Bildung enttäuscht. Paulus machte deutlich, dass tausende Kinder innerhalb der Europäischen Gemeinschaft nicht die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen, und somit kaum Chancen auf ein würdevolles Leben haben.

An der Veranstaltung nahmen neben interessierten Privatpersonen auch Vertreterinnen der Polizei Koblenz, der Caritas und weiterer Organisationen teil. Auch der Landesverband deutscher Sinti und Roma Rheinland-Pfalz war durch Django Reinhardt vertreten. „Vor dem Hintergrund des grausamen Mordes an einer in Koblenz lebenden Bulgarin, die über längere Zeit zur Prostitution gezwungen und zu Tode gequält worden war, aber auch mit Blick auf den antiziganistischen Vandalismus an Wahlplakaten eines Stadtratskandidaten freuen wir uns über das Interesse an der Veranstaltung. Denn das geschieht direkt hier vor unserer Haustür. Es ist nötig, auf die systematische Ausbeutung und Diskriminierung von Minderheiten in unserer Gesellschaft in Deutschland und in der Europäischen Union aufmerksam zu machen“, unterstrich Dr. Maria Decker, Vorsitzende von SOLWODI Deutschland e. V., die Bedeutung der Veranstaltung.

Nach seinem Vortrag stand Manfred Paulus für zahlreiche Fragen aus dem Publikum zur Verfügung, was zu einer lebhaften Diskussion führte. „Aus meiner Sicht war es eine gelungene Veranstaltung, denn aus dem Publikum kam auch die Frage ‚Was kann jede und jeder einzelne von uns tun?‘. Genau das ist mein Ziel: die Menschen zu motivieren, sich gegen Antiziganismus, also die Diskriminierung und Ausgrenzung von Sinti und Roma zu stellen und die Menschen als Teil unserer Gesellschaft anzuerkennen und einzubeziehen,“ betonte Paulus.

Manfred Paulus war von 1970 bis 2003 im Bereich der Rotlichtkriminalität, des Frauen- und Kinderhandels sowie der Pädokriminalität tätig. Er ist Lehrbeauftragter an Aus- und Weiterbildungsstätten der Polizei des Bundes und der Länder, unter anderem an der Hochschule für Polizei in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In seinem aktuellen Buch behandelt er die Problematik der Roma-Frauen und Roma-Kinder in der Prostitution und die anhaltende Diskriminierung als Ursache dieser schwierigen Lebensgeschichten.

Pressemitteilung

SOLWODI

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