Allgemeine Berichte | 14.02.2023

Neu: Familiengerechte Flüchtlingsunterkunft am Gereonshof

Das Schönste ist die eigene Küche

Bürgermeister Jörg Schmidt (re.) und Architekt Alfred Schneider freuen sich über die jetzt bezugsfertige neue Flüchtlingsunterkunft für Familien.  Fotos: Gemeinde Wachtberg/mm

Wachtberg-Berkum. Für geflüchtete Familien sind die Unterbringungsmöglichkeiten besonders schwierig. Übliche Containerlösungen sind für mehrere Personen mit Kindern nicht ausgelegt, sie sind einfach zu klein für alle Familienmitglieder. Die Gemeinde Wachtberg hat deshalb den Gereonshof in Berkum um einen dritten, familiengerechten Trakt erweitert. Entstanden sind in kürzester Zeit von Oktober bis Februar neun Wohneinheiten à 30 und 40 Quadratmetern für 34 Personen. Die Unterkünfte sind alle in sich abgeschlossen - mit eigenem Eingang, zwei Individualräumen für Eltern und Kinder, einfachem Bad mit Dusche, voll ausgestatteter kleiner Küche mit Waschmaschine sowie WLAN. Eines der Appartements ist sogar behindertengerecht. Auch diese neue Anlage besteht aus Containern, aber die wurden nach neuestem Standard extra für Wachtberg so gebaut, dass zwei kleine Wohneinheiten eine größere ergeben und somit Familien zusammen unter einem Dach leben können.

Glücklich

Familien nicht zu trennen, war Bürgermeister Jörg Schmidt ein großes Ansinnen bei diesem jüngsten Bauprojekt angesichts gestiegener Flüchtlingszuweisungen: „Für eine Notunterkunft ist das ganz, ganz toll!“ Die ersten Familien sind bereits eingezogen. Gefragt, was denn das Schönste an der neuen Unterkunft sei, sagt eine junge Ukrainerin, die mit ihrer fünfköpfigen Familie gerade dabei ist einzuziehen, das sei die Küche. Nicht mehr in einer Gemeinschaftsküche kochen, nicht mehr mit den Kindern raus zu den Sanitärräumen zu müssen, als Familie für sich sein zu können… sie ist glücklich.

Der neue Trakt, Gereonshof 3, besteht aus zwei Anlagen, zwischen beiden liegt ein überdachter Laubengang zum wetterunabhängigen Aufenthalt im Freien. Das Satteldach über beiden Wohnreihen nimmt dem Ganzen dann auch das typische Erscheinungsbild einer Containeranlage, zudem mildert es witterungsbedingte Einflüsse – Hitze im Sommer, Kälte im Winter. Was die Energiebilanz betrifft, so ist auch die besonders hervorzuheben. Eine neue Heizungsanlage für alle Gebäudeteile (Gereonshof 1, 2 und 3) mit klimaneutraler Holzpellet-Heizanlage inklusive modernem Holzpelletlager punktet mit neuestem CO2-neutralem Umweltstandard.

Zufrieden

„Wir sind insgesamt sehr zufrieden!“ sagen Schmidt und Architekt Alfred Schneider, auch die Kosten seien mit 2 Millionen Euro im vorgesehenen Rahmen geblieben. Die schlüsseln sich auf in 1.150.000 Euro für das neue Containergebäude mit Dach und Gründung sowie 300.000 Euro für Kanal-, Wegebau und Sicherstellung der Löschwasserversorgung. So musste dort zusätzlich ein 75.000 Liter fassender Löschwassertank unterirdisch angelegt werden. Der Ausbau der alten Ölheizung und Einbau der neuen Holzpellet-Heizanlage (für alle drei Gereonshof-Gebäude) schlägt mit 200.000 Euro zu Buche, Instandsetzungsarbeiten und Brandschutzmaßnahmen am Gereonshof 1 und 2 mit 200.000 Euro. Die restlichen Kosten fallen für Ingenieur- und Architektenleistungen an. Aufgrund der zuletzt frostigen Temperaturen konnten einige Arbeiten an der Außenanlage noch nicht abgeschlossen werden. So stehen noch restliche Pflasterarbeiten an, auch eine kleine Spielfläche für die bald dort vielen Kinder soll noch kommen.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Ein kleines eigenes Zuhause auf 30 oder 40 Quadratmetern - zwei Zimmer, Küche, Bad.

Ein kleines eigenes Zuhause auf 30 oder 40 Quadratmetern - zwei Zimmer, Küche, Bad.

Bürgermeister Jörg Schmidt (re.) und Architekt Alfred Schneider freuen sich über die jetzt bezugsfertige neue Flüchtlingsunterkunft für Familien. Fotos: Gemeinde Wachtberg/mm

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