Allgemeine Berichte | 25.05.2020, 09:25 Uhr

Die Natur im Blick:

Das Taubenschwänzchen ist in der Lage, rückwärts zu fliegen

Wanderfalter wird heimisch und braucht nektarreiche Blütenpflanzen

Das Taubenschwänzchen benötigt ein gutes Blütenangebot.Foto: - WITE -
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Kreis MYK. Während manche Arten unter extremer Hitze und Trockenheit leiden, gibt es auch Tiere, denen diese Bedingungen zusagen. Zu diesen gehört das Taubenschwänzchen. Dies ist eine eigentlich in Südeuropa beheimatete Art, die über die Alpen nach Mitteleuropa einfliegt. Wegen des geänderten Klimas überwintern jedoch zunehmend erwachsene Taubenschwänzchen auch bei uns. Dies erklärt, warum einzelne Exemplare hier teilweise bereits ab März/April zu beobachten sind. Offensichtlich hat das Taubenschwänzchen als Wanderfalter sein Verbreitungsgebiet teileweise in hiesige, nördlichere Gefilde verlegt. Es ist aber noch nicht ausreichend untersucht, ob die Mehrzahl der Tiere zur Überwinterung zurück in den Süden fliegt oder teilweise bei uns - an geschützten Stellen - überwintert. Der Anflug (Schwirrflug) an die Nahrungspflanzen ähnelt dem eines Kolibris. Dies habt im auch den Namen „Kolibrischwärmer“ eingebracht. Das Taubenschwänzchen ist sogar in der Lage, rückwärts zu fliegen. Bei ihrem Flug über die Alpen legen die Tiere Strecken von schier unglaublich klingenden 3.000 Kilometern in zwei Wochen zurück. Sehr markant: Die Unterseite der Vorderflügel ist komplett braunorange. Die Vorderflügel des Schwärmers erreichen lediglich eine Länge von zwei- bis zweieinhalb Zentimetern. Die Flügelspannweite beträgt in unserem Verbreitungsgebiet 35 bis 50 Millimeter.

Hoher Energieverbrauch

Bedingt durch ihr Flugverhalten ist der Energieverbrauch der Falter entsprechend hoch. Das Taubenschwänzchen hat - wie fast alle Schwärmer - einen einrollbaren Saugrüssel. Dieser ist mit von 25 bis 28 Millimetern relativ lang. Bedingt durch ihr Flugverhalten ist der Energieverbrauch der Falter enorm hoch. Ein Taubenschwänzchen kann deshalb bei zusammenstehenden Blütenständen, wie Dolden oder Rispen, bis zu 100 Blüten in der Minute aussaugen. Der Hinterleib des Taubenschwänzchens ist schuppig angeordnet, und hat ein zweigeteiltes Haarbüschel. Diese begünstigen auch den beindruckenden, oft temporeichen und die Richtung wechselnden Anflug des Tieres. Der deutsche Name wird vom zweigeteilten Haarbüschel am Hinterleibsende abgeleitet, dem man eine gewisse Ähnlichkeit mit den Schwanzfedern von Tauben nachsagt. Das Taubenschwänzchen ernährt sich von nektarreichen Blühpflanzen. Besonders oft ist der Schwärmer an Sommer- bzw. Schmetterlingsflieder anzutreffen. Er bevorzugt einen besonnten Lebensraum mit einem entsprechenden Blütenangebot. Das Taubenschwänzchen ist durchaus aber auch an Blumenkästen zu beobachten. Nach der Paarung legt das Taubenschwänzchen rund 200 Eier.

Schwirrflug

Auch dies geschieht im Schwirrflug. Abgelegt werden hierbei jeweils nur ein oder zwei Eier, und zwar in der in der Nähe von Blüten oder Knospen. Hiervon ernähren sich dann die Raupen. Die Entwicklungszeit der Taubenschwänzchen-Raupe liegt in den Monaten Juli und August. Die zumeist grünliche Raupe ist, anders als die erwachsenen Tiere, nachts auf Nahrungssuche. Bevorzugte Nahrungspflanze ist hierbei Wiesen-Labkraut. In einer Bodenmulde überwintert sie dann als Puppe. Taubenschwänzchen sind auch an kühleren Tagen unterwegs. Bei sehr heißer Witterung hingegen ruhen sie, und fliegen bevorzugt in den frühen Morgenstunden sowie in die Abenddämmerung hinein. Beachtenswert ist das Erinnerungsvermögen der Falter. Diese kehren Tag für Tag an ihr bekannte reichhaltige Nektarquellen zurück. Auch ihren Ruhe- und Schlafplätzen oft ein ganzes Falterleben standorttreu. Allerdings liegt die Lebenserwartung der erwachsenen Tiere bei nur drei bis vier Monaten.

- WITE -

Das Taubenschwänzchen benötigt ein gutes Blütenangebot. Foto: - WITE -

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