Festausschuss Rheinbacher Karneval veranstaltete alternativen Veilchendienstags-Zug
„De Zoch kütt neet“ überraschte die Rheinbacher Bürger am Zugweg
Rheinbach. Was ist, wenn Veilchendienstag ist und in Rheinbach geht kein traditioneller Karnevalsumzug. Die Hände in den Schoß legen und um den nicht stattfindenden Karnevalszug zu trauern, das war dem geschäftsführenden Vorstand des Festausschuss Rheinbacher Karneval, der für die Organisation des Zuges zuständig ist, zu wenig.
„Es kann doch nicht sein, dass die Rheinbacher Bürger vielleicht vergessen, was sonst am Veilchendienstag in den Straßen los ist“, konstatierte der Vorsitzende des Festausschuss Rheinbacher Karneval, Alfred Eich. So überlegte er kurzfristig gemeinsam mit dem Zugleiter und Schriftführer des Vereins, Manfred Böttcher, dass es vielleicht eine Möglichkeit gäbe, wenn man an dem Tag mit dem Führungsfahrzeug, das sonst den Karnevalszug anführt, durch die Innenstadt fahren würde.
Böttcher, als Herr aller Formalitäten, stellte sofort einen Antrag bei der Stadtverwaltung und der Kreispolizeibehörde, denn es sollte nicht nur das Schild „De Zoch kütt“ mit den Zusatz „ neet“ mitgeführt werden, sondern auch Lautsprecher mit Karnevalsmusik.
„Wir wollten keinen Ärger. Vor der Abfahrt vom Prümer Wall aus wurden wir von der Polizei noch mal kontrolliert“, berichtete Böttcher. Ausgerüstet mit zwei Lautsprechern, einem Notstromaggregat und einer Verstärkeranlage mit Mikrofon, konnte die historische Fahrt, die wohl so nicht mehr stattfinden würde, losgehen. Unter Einhaltung der Corona-Schutzverordnung und mit der Maßgabe die Straßenverkehrsordnung zu beachten, kutschierte Manfred Böttcher das Fahrzeug und Eich sorgte über das Mikrofon für gute Laune.
Die Wegstrecke war von vornherein festgelegt, denn es sollte der Originalweg des Veilchendienstag- Zuges sein wie er in den Vorjahren gefahren wurde.
Rathaussturm im Miniformat
Mit einem gravierenden Unterschied. Vormals hatten die Organisatoren des Rheinbacher Karnevalszuges nie die Genehmigung die Grabenstraße als Zugweg zu nutzen, weil sich hier die Polizeiwache befindet. Hier entlang wurde besonders langsam gefahren, um zu zeigen, dass es in Zukunft auch mit der Grabenstraße geht. Da der Festausschuss auch für den Rathaussturm, der bekanntlich immer am Karnevalssamstag stattfindet, zuständig ist, wurde auch auf dem Vorplatz des Rathauses kurz haltgemacht umso den Sturm im Miniformat zu vollziehen.
Bürgermeister Ludger Banken ließ es sich nicht nehmen, nach mehreren Aufforderungen sein Rathaus zu verlassen und die einsamen Narren zu begrüßen. Diese waren nicht mit leeren Händen gekommen und überreichten ihm eine Tüte mit frischen Berlinern um dann nach dreimal Alaaf die heilige Stätte der Verwaltung wieder zu verlassen.
„Ohne unseren 2. Vorsitzenden und Meister der Musiktechnik, Frank Gatzen wäre das nicht möglich gewesen. Er hat sowohl die Musikanlage zu Verfügung gestellt als auch die Gesamtmontage des Fahrzeuges fachgerecht vorgenommen“, so der 1. Vorsitzende Alfred Eich. Und weil die Aktion so viel Spaß machte, wurde die Strecke im Laufe des Nachmittags mehrfach abgefahren.
„Uns ging es darum den Menschen in der Stadt, die auch teilweise kostümiert waren, ein bisschen karnevalistische Freude zu bereiten und daraufhin zuweisen, dass es im nächsten Jahr hoffentlich normal weitergeht“, freute sich Böttcher über die gelungene Aktion. Dies ist den Karnevalisten zu gönnen.
