Nach jahrelanger Pause wurde rechtzeitig zum Sessionsauftakt die alte KG „Hemmessener Deichmarine“ wiederbelebt
„Deichmarine“ sticht wieder in See
Sie startet gleich mit ansprechendem Programm in die jecke Zeit und befindet sich auf Spurensuche
Bad Neuenahr-Hemmessen. Der Bad Neuenahrer Ortsteil Hemmessen ist um eine Gruppe und einige Pappnasen reicher. Unter dem Namen Deichmarine formieren sich Karnevalsfreunde, die zum Teil seit 1986 treu in unterschiedlicher Besetzung, aber immer zahlreich und als Fußgruppe im Neuenahrer Umzug mitlaufen und für Stimmung sorgen. Seit diesem Sommer packen sie das närrische Unterfangen verbindlicher an: knapp 30 Jecken zwischen 10 und 76, Familien, Paare, Einzelpersonen haben sich schon unter der Matrosenkappe gefunden. Mitmachen kann jede und jeder unabhängig von Nationalität, Religion, Alter und Hintergrund, der oder die „Spaß an de´ Freud hat“. Dabei sehen die Marineaffinen ihren Heimathafen in Hemmessen und avancieren als Untergruppe des regen dortigen „Förderkreises“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das kulturelle, soziale und liturgische Leben in und um das Herzstück des Ortsteils, die Antonius und Sebastiankapelle, aufzumischen. Um sich und alle Jecken gleich in die richtige Stimmung zu versetzen, werden die Hemmessener Leichmatrosen am 1. (19:11) und am 2. Februar (15:11) in die Tasten und Saiten schlagen und ein Offenes Karnevalsliedersingen am Dom organisieren.
Hemmessener Deichmarine? Die ursprüngliche KG Hemmessener Deichmarine entstand in den 20er-Jahren des 20. Jh. und ging aus dem JGV „Gemütlichkeit“ hervor. Sie glänzte durch bodenständigen Humor und handgemachte Vorträge und Büttenreden. Die Mitglieder der heutigen Deichmarine wären dankbar, mehr von den Vorgängern zu erfahren anhand von Fotos, Schriftstücken, Informationen oder Anekdoten.
Der Name Deich-Marine spielt auf sog. Mühlenteich an, der im Ort vier Mühlen antrieb. Der Wasserlauf wird in Walporzheim von der Ahr abgeleitet und ist somit künstlich angelegt, also kein Bach, und wird durch beidseitige Erderhebungen (= Deiche) durch das Stadtgebiet gelenkt, bis er später wieder in die Ahr fließt. Insofern müsste der „Lauf“ eigentlich Mühlendeich heißen - aber vermutlich wollte man besonders gutes Hochdeutsch sprechen und so wurde er zum Mühlenteich.
