Allgemeine Berichte | 27.05.2015

Podiumsgespräch der Ökumenischen Hospizgruppe e.V.

Dem Sterben mehr Leben geben

Klaus-Peter Treche, 2. Vorsitzender des Bürgervereins, dem an diesem Abend „Ein Licht aufging“ und den einige Worte betroffen machten, überreichte eine flüssige Spezialität mit den Worten „Das ist für ein bisschen mehr Himmel auf Erden!“ V.l.: Christiane Busacker, Helmut Andres, Sybille Grabolle, Claudia Wilmers, Prof. Lukas Radbruch, Klaus-Peter Treche und Pfarrer Mathias Mölleken.privat

Rheinbach. Unter diesem Thema fand in der Christuskirche ein Podiumsgespräch mit Ehrenamtlichen der Ökumenischen Hospizgruppe e.V., einem verwitweten Angehörigen sowie einer Koordinatorin des Vereins und dem Vorsitzenden Prof. Lukas Radbruch als Mediziner und Vorsitzender des Vereins statt. Eingeladen hatte der Bürgerverein Meckenheim in Zusammenarbeit mit der Ökumenischen Hospizgruppe. Wie wichtig dieses Thema offensichtlich ist, konnte man an dem vollständig gefüllten Raum mit circa 130 Besuchern sehen. In der Begrüßung fand Superintendent Mölleken die Worte: „Das Leben ist endlich! Sterben müssen wir alle - die Frage ist Wie?“

Wie das Leben mit seiner schwer kranken Frau war, darüber sprach in großer Betroffenheit, Helmut Andres mit der Koordinatorin Claudia Wilmers und den Ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen, Christiane Busacker und Sybille Grabolle, die ihn und seine Frau in der schweren Zeit begleiteten. „Ich habe Zeit gewonnen, das Notwendige zu tun“, beschrieb Helmut Andres. „Wichtig war, dass wir zu Hause zusammen sein konnten.“ Seine Frau hatte keine lange Lebenserwartung nach der Diagnose. Aber diese Zeit wurde von allen Seiten mit Leben gefüllt. „Jeder Tag war ein Geschenk“, sagt Helmut Andres. Mit den ehrenamtlichen Begleiterinnen unternahm sie Spaziergänge, es wurde gebacken und auf der Terrasse in der Sonne gesessen. Sie konnte noch ihr drittes Enkelkind begrüßen.

„Wir bieten an, was immer mehr verloren geht: Zeit!“ So begann Claudia Wilmers mit ihren Ausführungen über die Leistungen des Vereins. Zu der aktuellen Diskussion der sogenannten Sterbehilfe zitierte sie Bundespräsident Köhler „Nicht durch die Hand eines anderen sollen die Menschen sterben, sondern an der Hand eines Anderen“ und machte damit die Haltung der Hospizgruppe klar. Prof. Radbruch rundete den Abend mit seinen Erfahrungen als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und Direktor der Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Bonn ab. Nach seiner Erfahrung fürchten die Menschen besonders den erwarteten Schmerz, der jedoch nicht zwangsläufig zum Sterben dazugehört. „Es gibt fast keine Schmerzsituation mehr, die man nicht in den Griff bekommen kann“, erläuterte er. „Und jeder kann selbst entscheiden ob und in welcher Intensität er eine Schmerztherapie möchte. Diese Behandlung ist durch spezielle Teams auch zu Hause möglich.“

Die Ökumenische Hospizgruppe e.V. wirkt in Rheinbach, Meckenheim und Swisttal. Wer Hilfe benötigt, kann sich vertrauensvoll an die Koordinatorinnen Claudia Wilmers und Andrea Kleinfeld unter Tel. (01 77) 21 78 33 7 oder Tel. (0 22 26) 90 04 33 wenden. Weitere Informationen unter www.hospiz-voreifel.de.

Klaus-Peter Treche, 2. Vorsitzender des Bürgervereins, dem an diesem Abend „Ein Licht aufging“ und den einige Worte betroffen machten, überreichte eine flüssige Spezialität mit den Worten „Das ist für ein bisschen mehr Himmel auf Erden!“ V.l.: Christiane Busacker, Helmut Andres, Sybille Grabolle, Claudia Wilmers, Prof. Lukas Radbruch, Klaus-Peter Treche und Pfarrer Mathias Mölleken.Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Gerhard Mätze: Also ich verstehe hier die Welt nicht mehr! Angeblich unterstützt die CDU die Bürgerinitiative zum Erhalt des Spielplatzes, aber auf der anderen Seite verkündet ein Stadtratsmitglied und auch zudem Beigeordneter...

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 8

  • Winfried: Rheinbrücke bei Engers
  • Gerhard Stotzem: Die einzige mir bekannte Brückenbaustelle in Hönningen berührt zwar den Ahrradweg, aber sie unterbricht ihn nicht. Es handelt sich dabei um eine Ahrquerung vom Radweg in die Ortschaft. Der Radweg zwischen...
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Jörg Schweiss
Wir helfen im Trauerfall
Imageanzeige Dauerauftrag 06/2025
Titel
Empfohlene Artikel
Die Stadt Rheinbach hat die erste von insgesamt drei Hochleistungspumpen für den Einsatz bei Starkregenereignissen in Dienst gestellt. Foto: Statdt Rheinbach
5

Rheinbach. Die Stadt Rheinbach hat die erste von insgesamt drei Hochleistungspumpen für den Einsatz bei Starkregenereignissen in Dienst gestellt. In Kombination mit mobilen Hochwasserschutzelementen erweitert die Stadt ihre Möglichkeiten, insbesondere den Ortsteil Flerzheim künftig noch besser vor den Folgen extremer Niederschläge zu schützen. Die Maßnahme ist Teil des präventiven Hochwasserschutzes im Wiederaufbauplan nach der Förderrichtlinie Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Erfrischung am WesterwaldSteig
918

Wandererlebnisse mit Abkühlung und Freizeitspaß

Sommerfrische auf dem WesterwaldSteig

Region. Wandern und Sommer passen hervorragend zusammen – besonders auf dem WesterwaldSteig. Der 235 Kilometer lange Qualitätswanderweg bietet nicht nur abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaften, sondern hält auf mehreren Etappen auch zahlreiche Möglichkeiten für eine erfrischende Auszeit bereit. Seen, schattige Waldpassagen, Freizeitangebote und kulturelle Sehenswürdigkeiten machen den WesterwaldSteig auch in den Sommermonaten zu einem idealen Ziel für aktive Genießer.

Weiterlesen