Allgemeine Berichte | 23.10.2020

Zwei Frauen über ihr Theologie-Studium in Vallendar

Dem eigenen Bauchgefühl gefolgt

Lena Beuth. Foto: Andreas List

Vallendar. Nach dem Abitur stehen jungen Frauen und Männern viele Wege offen: Ausbildung, Freiwilligendienst oder Studium. Die Wahl des Studiengangs „Katholische Theologie“ wirkt da vielleicht erst einmal etwas exotisch – und dann noch als Frau. Sandra Pantenburg und Lena Beuth haben sich für solch ein Magisterstudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) entschieden.

Direkt nach ihrem Schulabschluss ist Lena Beuth von Lindlar in der Nähe von Bergisch-Gladbach nach Vallendar gezogen. Ihre Entscheidung für ein Vollstudium Theologie traf sie aus dem Bauch heraus. „Ich habe in meiner Gemeinde viel mitgearbeitet, die Firm- und Kommunionvorbereitung mitgestaltet.“ Zuerst hatte die 23-Jährige Respekt vor den Herausforderungen der fremden Sprachen wie Latein, Hebräisch und Griechisch. Doch im Nachhinein muss sie zugeben: „Das hat gut geklappt“.

Solch einen eher klassischen Werdegang hat Sandra Pantenburg nicht: Musik und Theologie interessierten sie schon als Jugendliche. Ehrenamtlich war Sandra Pantenburg in ihrer Heimatgemeinde im Erzbistum Köln als Kirchenmusikerin und als Pfarreienratsvorsitzende unterwegs. „Zu meiner Abi-Zeit hatte ich das Theologie-Studium schon mal in den Blick genommen“, sagt sie rückblickend. Doch sie entschied sich für etwas „Handfestes“ und machte eine Ausbildung als Bankkauffrau.

Nach zwölf Jahren bei der Bank zog es Sandra Pantenburg weiter. In einem Frankreich-Urlaub lernte sie die Gemeinschaften von Jerusalem kennen. Wenig später trat sie dort ein. Doch aufgrund der monastischen, also zurückgezogenen, Lebensform, verließ sie den Orden nach einigen Jahren. „Ich habe mehr Kontakt zu den Menschen gesucht“. Sie schaut sich um und kommt in Kontakt mit der Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät und Ordensschwester Prof. Dr. Margareta Gruber. Im Alter von 38 Jahren schreibt sie sich in der PTHV ein, denn eine innere Stimme ermutigte sie dazu. „Ich habe nach kurzer Zeit gemerkt: Das ist es! Ich glaube, ich habe keine Vorlesung ausgelassen“, berichtet sie begeistert. Die PTHV hat sie bewusst gewählt. „Die Atmosphäre dort lässt einen leichter in das Studium eintauchen“. Während ihrer Studienzeit hat sie in einer WG mit anderen Studierenden der PTHV gelebt.

Auch Lena Beuth wohnt während der Vorlesungszeit in der WG und sie ist ebenfalls begeistert vom Studium in Vallendar. „Ich habe die Entscheidung nicht bereut“. Sie mag die kleinen Seminare und die fachliche Expertise.

Und nach dem Studium?

Seit Anfang des Jahres arbeitet Sandra Pantenburg im Bistum Limburg als Referentin für Liturgie und Glaubenskommunikation. Sie gibt zum Beispiel Hilfestellungen bei der Feier von Firmungen oder St. Martins-Feiern unter Corona-Bedingungen. Direkt nach dem Studium war sie in Bad Kreuznach in der Krankenhausseelsorge tätig.

Wie es für Lena Beuth weitergeht – das weiß sie selbst noch nicht. Erst einmal steht die Magister-Arbeit an. Den Schwerpunkt soll Franz von Assisi bilden. Und sie interessiert sich für die Arbeit mit Medien. Da ist sie auch schon jetzt aktiv. Auf der Videoplattform YouTube stellt sie eigene Lieder online oder auch Poetry-Slams und Impulse über Bibelstellen. „Ich möchte die Freude als Mittelpunkt des Glaubens darstellen und meinen Glauben so kommunizieren, dass ich Leute damit erreichen kann“. „Kreativität“, das ist ihr besonders wichtig an ihrer Tätigkeit nach dem fünfjährigen Studium. Sie ist nach wie vor begeistert vom katholischen Glauben und dem Studium. „Beides schränkt mich nicht ein und solange ich die Begeisterung spüre, mache ich weiter“, sagt sie auf die Frage, warum sie als Frau Theologie studiert.

Zum Schluss hat Sandra Pantenburg noch einen Tipp, der für alle Menschen auf der Suche gilt: „Man sollte seiner Sehnsucht nachgehen!“

Weitere Informationen zur PTHV gibt es hier www.pthv.de.

Pressemitteilung

Bischöfliche Pressestelle Trier

Sandra Pantenburg. Foto: privat

Sandra Pantenburg. Foto: privat

Lena Beuth. Foto: Andreas List

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