Allgemeine Berichte | 17.11.2015

Rund 80 Haus- und Fachärzte tauschten sich beim Koblenzer Herz-Symposium über aktuelle medizinische Erkenntnisse aus

Demographischer Wandel stellt Herzmedizin vor Herausforderung

Machen sich stark für das Netzwerk zum zentralen Organ v. re.: Geschäftsführer Bernhard Mauel, Gesundheitsstaatssekretär David Langner, Chefarzt Dr. Waldemar Bojara und Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig.Privat

Koblenz. Die weltweite Vernetzung unter Herzmedizinern und die uneingeschränkte Weitergabe von Erkenntnissen aus der medizinischen Herzforschung an jede Klinik und jede Arztpraxis hat sich Dr. Waldemar Bojara, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I/Kardiologie des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein, Kemperhof auf die Fahnen geschrieben. Um das Ziel zu erreichen, lädt er jährlich mit seinem Team zum Koblenzer Herz-Symposium ein. Mehr als 80 Fach- und Hausärzte aus der Region waren der Einladung zur hochkarätigen Veranstaltung in der Rhein-Mosel-Halle gefolgt.

„Der demografische Wandel ist in allen medizinischen Fachgebieten zu spüren. Die Bedeutung von Herz-Kreislauferkrankungen wird aufgrund der steigenden Lebenserwartung immer größer. Um die Menschen optimal medizinisch zu versorgen, bieten Veranstaltungen, wie hier in Koblenz, eine optimale Plattform, damit sich Expertinnen und Experten über neue Methoden und Operationsverfahren austauschen können. Das Koblenzer Herzsymposium hat eine wichtige Ausstrahlung für den Gesundheitsstandort der Stadt und spricht für die Kontinuität, mit der Koblenz sich hier für eine Weiterentwicklung trotz eines bereits qualitativ hohen Niveaus einsetzt“, erklärte Gesundheitsstaatssekretär David Langner, der gemeinsam mit Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig die Fortbildung eröffnete.

Vernetzung ambulanter und stationärer Leistungen nötig

Die Herausforderungen dieser Entwicklung und die Notwendigkeit der Vernetzung ambulanter und stationärer Leistungen erläuterte auch Dr. Klaus Wichterich, niedergelassen Koblenzer Kardiologe. Und Prof. Dr. Jürgen Ennker, einer der bedeutendsten und erfahrensten Herzchirurgen Deutschlands, ergänzte, dass hinsichtlich geltender Qualitätsstandards und neuer Verfahren in der Herzchirurgie die enge Kooperation zwischen interventionellen Kardiologen und Herzchirurgen für die zukünftige Entwicklung in der Herzmedizin enorm wichtig ist.“

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Ulrich Sigwart aus der Schweiz. Der Pionier der interventionellen Kardiologie, der 1986 den ersten Koronarstent weltweit implantierte, berichtete über die historischen Meilensteine der Herzmedizin. „Unser Team hat es als absolute Ehre empfunden, eine solch bedeutende Persönlichkeit in Koblenz begrüßen zu dürfen“, so Dr. Waldemar Bojara.

Dr. Justin Davies aus England, einer der weltweit führenden Kardiologen auf dem Gebiet der Koronarphysiologie, wies auf die zunehmend bedeutende Rolle der intrakoronaren Druckmessung zur Vermeidung nicht sinnvoller Stentimplantationen hin. „Dadurch kann die Qualität der sinnvollen Stentimplantationen deutlich erhöht werden“, resümierte Bojara, der ebenfalls auf die Herausforderungen angesichts des demographischen Wandels und der damit verbundenen Zunahme sogenannter Hochrisiko-Patienten einging. „Wir haben heutzutage mit der Linksherzunterstützungspumpe die technischen Möglichkeiten, auch solche Patienten, die nicht operabel sind, sicher im Herzkatheterlabor zu versorgen.“

Der Neusser Chefarzt Prof. Dr. Michael Haude stellte die sogenannten scaffolds -Stents, die sich einige Zeit nach der Implantation vollständig auflösen - vor. Und Dr. Ulrich Gerckens, Pionier der kathertergestützten Herzklappenimplantation, TAVI, erläuterte die Erfolgsgeschichte dieser Therapiemöglichkeit und wies darauf hin, dass immer weniger Patienten mit Aortenklappenstenosen in Zukunft operiert werden müssen.

Unabhängig von der Frage einer OP erläuterte Prof. Dr. Erland Erdmann, einer der bekanntesten Herz-Kreislauf Wissenschaftler in Deutschland, die wissenschaftlichen Grundlagen der heute zur Verfügung stehenden medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten in der Therapie der Koronaren Herzerkrankung und beschrieb, wie individuell unterschiedlich die „beste medikamentöse Therapie“ sein kann.

Pressemitteilung des

Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein

Machen sich stark für das Netzwerk zum zentralen Organ v. re.: Geschäftsführer Bernhard Mauel, Gesundheitsstaatssekretär David Langner, Chefarzt Dr. Waldemar Bojara und Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig.Foto: Privat

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