Allgemeine Berichte | 14.07.2023

„Wohnen für Hilfe“ - auch in Remagen

Den Alltag gemeinsam teilen – das verbindet Generationen

Studentin Amina mit Frau Noll. Quelle: Studierendenwerk Koblenz

Remagen. Seit über einem halben Jahrzehnt teilt Frau Noll ihr Heim in Remagen mit Studenten. Zwei Zimmer in der oberen Etage ihres Hauses sind für Studierende reserviert. Seit 2018 ist Amina, eine Studentin, ein ständiger Teil dieses Hauses, wohnt mietfrei und hilft im Gegenzug ihrer Gastgeberin im Alltag. Das Projekt, das diese harmonische Wohnpartnerschaften in Koblenz und der Umgebung fördert, nennt sich „Wohnen für Hilfe“.

„Wir haben fast jeden Tag Kontakt“, berichtet Amina. Sie hat im Obergeschoss des Hauses ihre eigenen Räume, inklusive Bad und Küche. Aber da sie keinen eigenen Eingang hat, geht sie durch die Wohnung von Frau Noll, was zu regelmäßigen Begegnungen führt. Frau Noll schätzt die Gesellschaft und Unterstützung von Amina. Sie betont, wie hilfreich und bedeutend es ist, jemanden zu haben, der alltägliche Aufgaben für sie erledigt. „Von Anfang an hatte ich keine Bedenken bei diesem Projekt. Es ist einfach eine sehr große Hilfe“, betont sie.

Amina hilft, wo immer sie kann. Ihre Aufgaben sind vielfältig: sie gießt die Blumen, saugt den Flur, kauft ein und führt kleinere Reparaturen durch. Es gibt keine bestimmte Aufgabe, die sie regelmäßig erledigt - sie ist einfach da für Frau Noll im Alltag. In außergewöhnlichen Situationen, wie etwa als Frau Noll aus gesundheitlichen Gründen abwesend war, übernimmt Amina auch die Hausarbeit.

Amina, die Medizintechnik am RheinAhrCampus in Remagen studiert, erfuhr durch eine Freundin vom Projekt „Wohnen für Hilfe“. Trotz anfänglicher Skepsis wagte sie den Schritt und zog Anfang 2018 zu Frau Noll. Frau Noll hatte bereits zuvor positive Erfahrungen mit einer anderen Studentin gemacht.

Inzwischen haben beide ein freundschaftliches Verhältnis zueinander aufgebaut und genießen es, wenn sie Zeit finden, um sich über verschiedene Themen auszutauschen. Amina, die ursprünglich aus Marokko kommt, berichtet, dass ihre Deutschkenntnisse durch diese Gespräche deutlich verbessert wurden.

Beide empfehlen das Projekt „Wohnen für Hilfe“ wärmstens weiter. „Die menschliche Wärme, die durch solche Projekte entstehen kann, ist sehr viel wert!“, so Frau Noll. Amina fügt hinzu: „Solange man Verständnis für sein Gegenüber hat, kann ‚Wohnen für Hilfe‘ für beide Seiten bereichernd sein!“ BA

Studentin Amina mit Frau Noll. Quelle: Studierendenwerk Koblenz

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