Allgemeine Berichte | 29.06.2016, 09:32 Uhr

„Von Tür zu Tür“ Wachtberg erwandern

Den Blick auf neue Perspektiven gelenkt

Wachtberg-Berkum. Die Vernissage zu einer Fotoausstellung zeigte ein ungewöhnliches Kunstprojekt des katholischen Familienzentrums St. Marien Wachtberg. Die Öffnung der heiligen Pforte im Petersdom Anfang Dezember 2015 gab den Anlass zu diesem Unternehmen.

„Von Tür zu Tür in Wachtberg“ war der Titel des Projekts, bei dessen Umsetzung es allerlei zu bewältigen gab. Großzügige Spender stellten 16 Türen zur Verfügung, andere sorgten für den Transport. Farben und sonstige Materialien wurden herbeigeschafft. Schlussendlich musste die Montage der Türen vor Ort bewerkstelligt werden.

Beteiligt waren an diesem Projekt nicht nur private Spender und Künstler. Katholische sowie evangelische Kinder und Jugendliche, Messdiener, Kindergärten und Schulen, eine Nachbarschaftsgruppe, die Frauengemeinschaft und die Jodokusbruderschaft nahmen Farbe und Pinsel in die Hände und setzten ihre Ideen um. Nachdem alle Türen an ihrem Platz standen, kümmerte sich Heinz Contzen um die professionelle Fotografie der Werke und stellte eine stilistisch ansprechende Fotoausstellung zusammen. Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von Helmut Pütz.

Zu dieser Ausstellung erläuterte die Kunsthistorikerin Dr. Hildegard Heitger-Benke verschiedene Aspekte des Begriffs Tür. Dabei bezog sie sich nicht ausschließlich auf die religiöse Bedeutung und das symbolische Vorkommen von Türen in der Bibel. Sie zeigte auch Parallelen zum weltlichen Leben auf, in dem sich der Sinn des Begriffs besonders in Sprichwörtern oder Redensarten widerspiegelt.: jemandem „die Tür vor der Nase zuschlagen“, „mit der Tür ins Haus fallen“, geheime Gespräche „hinter verschlossenen Türen“ führen oder „Torschlusspanik“ haben.

Das Kunstprojekt „Von Tür zu Tür in Wachtberg“ hatte jedoch das genaue Gegenteil zum Ziel. Die neuen Türen in Wachtberg sollen neue Blickwinkel auf Bekanntes eröffnen. Oft seien die Menschen an bekannten Orten achtlos vorbeigegangen, die durch die nun dort vorhandenen, künstlerisch gestalteten Türen unter einem anderen Blickwinkel betrachtet werden. Anzuschauen sind die Kunstwerke zum Beispiel gegenüber der Pecher Hauptstraße 2g, im Kindergarten Pech auf dem Michaelsweg, Am Langenacker 12 in Pech, am Eingang des Rheinhöhenfriedhofs in Ließem und in der Bondorfer Straße 18 in Niederbachem.

In der Sekundarschule in Berkum stehen zwei Türen, eine davon im Innenhof, die andere ist auf dem Schulhof zu finden. Einen vollständigen Überblick über die Standorte gab es bei der Fotoausstellung in St. Maria Rosenkranzkönigin in Berkum. Auch eine Handy-App, die einen QR-Code einliest, bietet weiterführende Informationen an. Die Finissage zur Ausstellung fand in der Kirche St. Maria Rosenkranzkönigin in Berkum statt.

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