Senioren- und Behindertenrat Westerwald (SBR) wird zum „Senioren-Rat Westerwald“ (SeRaWe)
Den demografischen Wandel bekämpfen: Wann, wenn nicht jetzt?
Westerwaldkreis. Engagiert euch, Boomer – für die Teilhabe älterer Menschen im Westerwald! So lautet das Motto des Netzwerkes „Senioren- und Behindertenrat (SBR) WW“ im neuen Jahr. Damit die Seniorenpolitik noch mehr im Mittelpunt steht, wird aus dem SBR ab 1.1.2025 der „Senioren-Rat Westerwald (SeRaWe)“. Ziel im neuen Jahr ist es, das Potenzial der Älteren ab 60 Jahre für unsere Kommunen und auf Kreisebene weiter zu stärken. Dabei werden viele Maßnahmen, die bei der Umsetzung der Seniorenpolitischen Konzeption (SPK) des Westerwaldkreises helfen sollen, erarbeitet. Ein hoher Anspruch, der aber mit dem Engagement der in den kommenden Jahren in die Altersphase eintretenden vielen Boomern leistbar ist.
Als Grundlage, um zu sehen, was im Kreis und seinen Verbandsgemeinden zu den 12 Handlungsfeldern der SPK läuft und wo noch Handlungsbedarf besteht, hatte das SeRaWe-Netzwerk (noch als „SBR“) im April und Dezember 2024 zu zwei je ganztägigen seniorenpolitischen SPK-Kreisbereisungen eingeladen (siehe dazu die vorliegenden gesonderten Presseberichte). Bei den zu planenden vielfältigen Maßnahmen wird von der hohen Bereitschaft der 55-bis 65-Jährigen für ehrenamtliches Engagement ausgegangen. Dies hat eine Umfrage der Körber-Stiftung vor wenigen Wochen deutlich ergeben: danach kann sich diese Altersgruppe in Deutschland - und analog sicher auch im Westerwald - zu 60 Prozent ein Engagement im Ruhestand vorstellen, zum Beispiel in der Nachbarschaftshilfe oder anderen Feldern der Seniorenarbeit. Die Stiftung hat auch Handlungsempfehlungen dazu erstellt, wie Kommunen trotz alternder Bevölkerung gut funktionieren können. Diese sollen in die Aktivitäten und Konzeptentwicklungen des SeRaWe einbezogen und passend zur Situation im WW weiterentwickelt werden.
Voraussetzung, um den hohen Zielen auf kommunaler Ebene schrittweise näher zu kommen, ist, dass sich auch nach der Bundestagswahl die demokratischen Parteien zu einen starken Sozialstaat bekennen - mit konkreten Lösungen gegen die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. „Ein starker Sozialstaat schützt vor Armut in jedem Alter, er pflegt gut, macht gesund und sorgt für Teilhabe für alle“ sagt dazu die Präsidentin des VdK-Bundesverbandes, Verena Bentele. Diese hat auf Vermittlung von MdB Dr. Tanja Machalet in der Jahresmitte 2025 dem SeRaWe einen Besuch im WW zugesagt. In einem Gespräch wird sie mit einigen Wällern im Umfeld des Netzwerkes und VdK-Mitgliedern über wirkungsvolle Konzepte gegen niedrige Renten und Altersarmut sowie die inakzeptable Ungleichbehandlung zwischen gesetzlich und privat Versicherten in der Kranken- und Pflegeversicherung sprechen. Ein Termin wird in Kürze bekannt gegeben.
Der SeRaWe startet 2025 ein neues regelmäßiges Gesprächsforum „WW-Seniorentalk“ rund um die Umsetzung der SPK und alle seniorenpolitisch relevanten Themen. Dabei wir etwa alle drei Monate mit begrenzter Teilnehmerzahl an einem wechselnden Ort im ganzen Kreis mit jeweils zum Thema passenden Kooperationspartnern eingeladen. Start ist am 12.2.2025 in Kooperation mit dem Caritasverband das Thema Schulden und Armut im Alter. Dabei einbezogen sind auch die Tafel und die Gemeindeschwester+. Weiter geht es im Mai mit dem Thema Arbeitsmarkt für Ältere. Auch für die zweite Jahreshälfte sind schon mehrere WW-Talks in Planung, beispielsweise zur seniorengerechten Gestaltung von Dörfern, die Vermeidung von Einsamkeit im Alter oder die gefährdete medizinische Versorgung der älter werdenden Gesellschaft auf dem Land.
Eine Folge der Neufirmierung des Netzwerkes allein hin zur Kommunalen Seniorenpolitik, ist jedoch, dass das Thema Behindertenpolitik weitgehend nicht mehr mit einbezogen wird. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass von Aktiven aus der Behindertenszene in der Region ein neues Netzwerk rundum die Politik für Menschen mit Behinderungen entsteht, mit dem der SeRaWe dann gut kooperieren kann. Denn bleiben werden viele thematische Überschneidungen, beispielsweise die Barrierefreiheit.
Den Boomern mit etwas Lebenserfahrung, die den Demografischen Wandel und die sich daraus ergebenden Notwendigkeiten für unsere Gesellschaft noch immer verdrängen, kann man mit Kurt Tucholsky sagen: „Den meisten Leuten sollte man in ihr Wappen schreiben: Wann entgeltlich, wenn nicht jetzt?“ Infos zu den genannten Vorhaben oder Fragen zum SeRaWe gerne bei dessen Koordinator Uli Schmidt unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de. Dort kann auch die Aufnahme in einen monatlichen Info-Verteiler unter Nennung von Namen, Wohnort und Interesse an der Seniorenarbeit beantragt werden.
Pressemitteilung
SBR / SeRaWe im Westerwald
