Allgemeine Berichte | 09.04.2019

Zeitzeugin Edith Erbrich berichtete am Staatlichen Koblenz-Kolleg

Den Holocaust überlebt

Fassungslosigkeit und Tränen des Mitgefühls übermannten die Schüler bei Erbrichs Lebensgeschichte

Edith Erbrich schilderte eindringlich ihre Geschichte. Foto: privat

Koblenz. Die Schilderungen der Holocaust-Überlebenden Edith Erbrich sorgten angesichts der unvorstellbaren Erlebnisse, die Frau Erbrich als Kind erleiden musste, bei den jungen Zuhörern für fassungsloses Entsetzen und Tränen.

Als siebenjähriges Mädchen wurde Edith Erbrich mit ihrem Vater und ihrer Schwester kurz vor Kriegsende in einem Viehwaggon Richtung Osteuropa verschleppt. Mehrere Tage mussten die Menschen unter erbärmlichen Umständen im Zug ausharren.

Ediths Vater war Jude, die Mutter „Arierin“; dies führte dazu, dass die Mutter ins Gefängnis kam und der Vater mit den Kindern ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde.

Die unerträglichen Lebensbedingungen der Menschen, die dort während der Zeit des Nationalsozialismus interniert waren, waren und sind kaum vorstellbar und erträglich. Wie die kleinen und jungen Häftlinge diesen unmenschlichen Alltag bewältigten, ließ sich für die Schüler kaum begreifen.

Edith Erbrich berichtete in eindrucksvoller Weise von ihrem Martyrium, sodass die sehr persönlichen Worte für jeden „Nachgeborenen“ eine Pflichtstunde in Sachen Geschichte darstellten, denn es ging nicht um Zahlen und abstrakte Größenordnungen, sondern um Menschen und menschliche Gefühle, um Angst und Hoffnung unter ausweglosen Bedingungen. Edith Erbrich unterstrich aber auch, dass es Menschen gab, die im Rahmen der damaligen Möglichkeiten bereit waren, verfolgten Menschen zu helfen.

Nach der schrecklichen Zeit im Konzentrationslager erfolgte in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai 1945 die Befreiung durch die Rote Armee. Edith Erbrich, ihr Vater und ihre Schwester überlebten und kehrten auf abenteuerlichen Wegen nach Frankfurt zu Ehefrau und Mutter zurück.

Zeitzeugin Erbrich hält die Erinnerung weiter wach

Frau Erbrich ist es sehr wichtig, die Erinnerung an ihre furchtbaren Erlebnisse jungen Menschen zu vermitteln, um deutlich zu machen, was damals passiert ist. Sie will über die Vergangenheit sprechen und Auskunft geben, damit ein solch menschenverachtendes Regime nie wieder an die Macht kommt.

Sie setzt sich in ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main dafür ein, das Gedenken an die menschenverachtenden Zustände und die vielen Ermordeten wachzuhalten.

Seit 2015 gibt es auf dem Grundstück der Europäischen Zentralbank, auf deren Gelände damals die Frankfurter Großmarkthalle lag und die Züge zu den Konzentrationslagern abfuhren, einen Edith-Erbrich-Steg, der an alle Deportierten und Ermordeten erinnert.

Pressemitteilung des Staatlichen

Koblenz-Kollegs

Edith Erbrich schilderte eindringlich ihre Geschichte. Foto: privat

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