Stiftung LAPIDEA stellte den 10. Band ihrer Buchreihe vor
Den fast vergessenen Künstler Prof. Carl Burger wiederentdeckt
Aloys Einig mit dem Bildnis von Prof. Carl Burger, das erst kürzlich von der Familie Weingart dem Geschichts- und Altertumsverein geschenkt wurde.
Mayen. Wer in Mayen seinem hektischen Alltagsgeschehen nachgeht, läuft dabei häufig achtlos an ihnen vorbei: Steinmetzarbeiten von Prof. Carl Burger. Am Burgaufgang der Genoveva-Brunnen, die Balthasar-Krems-Gedenktafel oder St. Hubertus am Eingang zum Rosengarten. Am Marktplatz die Reliefs am Haus Keuser oder in der Stehbach an den „Sieben Schwaben“. Alles nur Beispiele aus dem umfangreichen Werk Burgers als Bildhauer, der von 1922 bis zu seinem Tod 1950 in Mayen lebte, arbeitete und lehrte. Denn das Gesamtwerk des Künstlers umfasst neben den Basalt-Lava-Schöpfungen auch Bilder, Kurzgeschichten, Medaillen, Reliefs aus Holz und Stein, Statuetten und Figuren aus den verschiedensten Materialien sowie Kriegerehrungen, monumentale Brunnen und Kapellen. Es ist Aloys Einig mit seinem leidenschaftlichen Interesse am Werdegang und den Tätigkeiten von Prof. Carl Burger zu verdanken, das die Erinnerung an diesen großartigen Künstler und ersten Direktor der Steinmetzfachschule in Mayen nicht verlorengeht. Zusammen mit der Lapidea Stiftung für Kunst und Kultur ist im Rahmen ihrer Buchreihe ein Band entstanden, in dem Aloys Einig seine in vielen Jahren gesammelten Erkenntnisse und Nachforschungen schriftlich fixiert hat. Die Vorstellung des 10. Bandes „Prof. Carl Burger – Der vergessene Künstler“ erfolgte in diesen Tagen gemeinsam mit dem Autor durch die Stiftung im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Kottenheimer Bürgerhaus.
Die Begrüßung der Gäste übernahm der Vorstandsvorsitzende Karl-Josef Esch von der Kreissparkasse, die mit ihrer finanziellen Unterstützung den Abend ermöglichte und gemeinsam mit der Volksbank RheinAhrEifel auch in künftigen Jahren an der Seite der Lapidea-Stiftung stehen wird. Herr Esch erinnerte an die von 1985 bis 2006 durchgeführten Naturstein-Symposien, die spätere Überführung in die Stiftung für Kunst und Kultur und befand, sie würde mit dem vorzustellenden Buch näher an ihre Wurzeln herangeführt.
Stiftungs-Vorstandsvorsitzender Rolf Schumacher begrüßte neben dem neuen Stiftungsratsvorsitzenden Landrat Dr. Saftig und Oberbürgermeister Dirk Meid, der Kraft Amtes dem Stiftungsrat angehört, auch die Lektorin Stefanie Thur und den Verleger Arne Houben vom Rhein-Mosel-Verlag sowie zahlreiche weitere Gäste namentlich. Als besonderen Glanzpunkt hob Herr Schumacher das Ölgemälde hervor, das Prof. Carl Burger darstellt und erst kürzlich von den Nachfahren des bekannten Mayener Künstlers Udo Weingart überraschend dem Geschichts- und Altertumsverein geschenkt wurde. „Zufall, Leidenschaft, Fachwissen, aber auch persönliche Neugier, Entdeckungen und lebendiger Forschergeist haben die Recherchen zu dem Buch begleitet und dem Autor schließlich die Feder geführt“, versicherte Schumacher den Gästen und dankte auch den ehemaligen Vorstandsmitglieder der Stiftung Albert Nell und Friedhelm Kohlbecher dafür, durch Zufall den Schatz entdeckt zu haben, den Herr Aloys Einig gesammelt hat. Als Co-Autoren sorgten die beiden für die Beiträge zur Steinmetzfachschule, der Entwicklung der Basaltlava-Industrie und der Stiftungsarbeit.
Landrat Dr. Saftig betonte in seinem kurzen Grußwort, Prof. Carl Burger habe die Steine unserer Region zum Leben erweckt und Aloys Einig habe alles über den Professor aufgeschrieben, so dass es nicht in Vergessenheit gerate und der Nachwelt weitergegeben werden könne. Oberbürgermeister Meid erinnerte daran, wie sehr Lapidea mit dem Namen Albert Nell verbunden sei und Arne Houben versicherte, dieses Buch mache viel Spaß Verleger zu sein. Herr Houben gratulierte abschließend der Lapidea-Stiftung zu ihrer Buchreihe, von der er nur zu gut einzuschätzen vermag, welche Schwierigkeiten damit verbunden sind.
Der Autor Aloys Einig bedankte sich vor näheren Einzelheiten zunächst bei all denjenigen, die zur Entstehung des Buches beigetragen haben.
Carl Burger wurde im bayerischen Tännesberg geboren und sein Talent frühzeitig entdeckt, weil er die beim Ziegenhüten gemachten Schnitzereien erfolgreich auf Wochenmärkten verkaufte. Nach seiner Ausbildung und dem Studium arbeitete Burger zunächst in München und später in Aachen, wo er auch zum Professor ernannt wurde. 1922 wechselte Prof. Burger dann nach Mayen als erster Direktor der neugegründeten Steinmetzfachschule. Von 1937 bis zu seinem Tod 1950 arbeitete Burger als Privatmann in Mayen weiter.
Aloys Einig hat sowohl den Geburtsort als auch die Schaffensplätze München und Aachen im Rahmen seiner Sammel- und Forschungsleidenschaft über Prof. Burger intensiv bereist. Nach Fertigstellung des Buches erreichte Herrn Einig eine neue Liste mit mehr als 20 weiteren Burger zugeschriebenen Kunstwerken im Großraum München und wird ihm wohl gemeinsam mit seiner Frau eine weitere ausgebuchte Urlaubsreise dorthin bescheren. Gerne beantwortete der Autor abschließend Fragen der Gäste, bevor man im Foyer die Gelegenheit nutzte, sich bei Gebäck und Getränken über das Gehörte weiter auszutauschen. WE
Aloys Einig mit dem Bildnis von Prof. Carl Burger, das erst kürzlich von der Familie Weingart dem Geschichts- und Altertumsverein geschenkt wurde.
