Der Casinoball in Rheinbacher Stadthalle war komplett ausverkauft
Der Ball ist zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden
Rheinbach. Die Damen im langen Kleid und die Herren im Anzug und Binder. Das war das Bild, das sich am Samstag den Gästen in der Rheinbacher Stadthalle bot. Die „Landwirtschaftliche Casino Gesellschaft Meckenheim und Umgebung von 1750“ hatte zu ihrem diesjährigen Ball eingeladen. Über vierhundertfünfzig Gäste waren der Einladung gefolgt.
Die Tradition wird erfolgreich fortgesetzt, auch in der nächsten Generation. Der Vorsitzende der Casinogesellschaft, Theo Brauweiler, konnte zum diesjährigen festlichen Casinoball wieder viele prominente Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, sowie Landwirte aus der gesamten Region begrüßen. Außer den Bürgermeistern der Stadt Rheinbach und den Nachbargemeinden, war aus der Landeshauptstadt auch MdL Oliver Kraus unter den Gästen.
„Am Anfang waren es Selbsthilfegruppen in der Landwirtschaft. Jeder half jedem und Erfahrungen wurden ausgetauscht. Irgendwann kam man auf die Idee, auch zusammen zu feiern. So entstanden die ersten Landwirtschaftlichen Casino Gesellschaften,“ erläuterte der Vorsitzende Theo Brauweiler.
Besonders erfreulich war die auffallend große Zahl von festlich gekleideten jungen Leuten. Nachdem der Ball früher als „Heiratsmarkt“ galt, hat er sich inzwischen als besonders festliches gesellschaftliches Ereignis etabliert. Zur Musik der „Willi Bellinghausen Dance Band“ und bei der späteren Disco im Foyer nutzten die Gäste ausgiebig die Gelegenheit zum Tanz.
Pünktlich um null Uhr war dann der traditionelle „Schirmchentanz“, bei dem die Damen einen kleinen Schirm in der Hand halten.
Besonders attraktiv waren auch die Preise der Tombola, die durch Unterstützung von Sponsoren bereichert wurde. Ursprünglich hatte der Ball früher im Jahr, um Mariä Lichtmess, Anfang Februar stattgefunden.
Mariä Lichtmess hatte in der Landwirtschaft früherer Jahrhunderte eine besondere Bedeutung, weil dann die Winterpause für die Bauern endete und die Arbeit wieder begann. Mägde und Knechte erhielten ihren Lohn und konnten sich bei einem neuen Herrn verdingen. Zuvor aber wurde gefeiert und sich dabei ausgetauscht.
Heute findet der Ball jedes Jahr drei Wochen nach Karneval statt. Aus dieser Tradition heraus hat sich der Casinoball entwickelt und bis heute erhalten.
Theo Brauweiler (Vorsitzender, li.) und sein Vorstandskollege Hubertus Krupp mit ihren Frauen. Fotos: -EICH-
