Allgemeine Berichte | 06.07.2016, 12:17 Uhr

Abschiedsparty für das Vinzenz-Pallotti-Kolleg in Rheinbach

„Der Geist des Vinzenz-Pallotti-Kollegs existiert in uns allen weiter“

Eine Gruppe von Ehemaligen hatte die Abschiedsfeier organisiert mit Gottesdienst, Konzert

„Der Geist des Vinzenz-Pallotti-Kollegs existiert in uns allen weiter“
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Rheinbach. „Der Geist des Pallotti-Kollegs existiert in uns allen weiter – nicht zuletzt deshalb, weil die Lehrer und Patres uns die Idee vorgelebt haben, und das nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis“, war Dr. Joachim Krieger überzeugt, dass der Abschied vom Vinzenz-Pallotti-Kolleg in Rheinbach noch nicht das Ende darstellt. Der Ehemalige aus dem Abiturjahrgang 1982 hatte zusammen mit den Alumni Ralf Eschweiler, Stefan Heuel, Stephan Faber und Willi Weber in einer spontanen Privatinitiative dafür gesorgt, dass das Jungen-Gymnasium nicht sang- und klanglos seinen Betrieb einstellt. Sondern mit einem rauschenden Abschiedsfest mit all dem „Lebewohl“ sagte, was das Pallotti in den fünfeinhalb Jahrzehnten seines Bestehens ausgemacht hat.

Was mit dem Gelände passiert, steht noch in den Sternen

1961 war die Schule in der Trägerschaft des Pallottiner-Ordens an den Start gegangen, doch nach dem Abschied der Pallottiner aus Rheinbach war auch das Ende dieser renommierten Bildungsanstalt besiegelt. Zum Ende dieses Schuljahres schließt das Vinzenz-Pallotti-Kolleg in der „Pallottistraße 1“ nach 55 Jahren endgültig seine Tore. Was mit dem weitläufigen Gelände und allen Gebäuden darauf passieren soll, steht noch in den Sternen.

Doch zumindest den Menschen, die am VPK teils Jahrzehnte lang gewirkt hatten, sollte ein würdiger und angemessener Abschied ermöglicht werden, in dem auch die Wertschätzung ihrer Schüler deutlich werden sollte, fand Cheforganisator Stefan Heuel.

Der hatte bereits 2013 das Buch „Pallottistraße 1“ herausgegeben, eine Sammlung von Geschichten und Anekdoten von 80 Autoren rund um das Pallotti-Kolleg anlässlich der bevorstehenden Schließung. Einer der Mitautoren, Ralf Eschweiler, hatte während der Entstehungsphase des Buches die Idee, wenigstens ein Abschiedskonzert zu organisieren, denn die musikalische Ausbildung wurde seit jeher am Pallotti großgeschrieben. Doch schnell sei klar geworden, dass die Abschiedsfeier eines kirchlichen Gymnasiums nicht ohne einen Gottesdienst denkbar sei.

Unterstützung der Schule ließ zu wünschen übrig

Die Unterstützung vonseiten der Schule für dieses Projekt sei leider überschaubar gewesen, bedauerte Heuel. Dennoch sei es Jo Krieger gelungen, ein überaus ansehnliches Programm „von Ehemaligen für Ehemalige“ zusammenzustellen. „Es war eine total emotionale Situation, denn schließlich sind wir alle hier aufgewachsen und für das Leben geformt worden. Das Pallotti ist für jeden von uns ein unverzichtbarer Teil des Lebens“, fasste Heuel seine Eindrücke zusammen. Indem man nun noch ein letztes Mal am vertrauten Ort zusammenkomme und darüber rede, was einen verbinde, könne man das Beste aus der Situation machen.

So wirkten an dem fast zweistündigen Gottesdienst, der von Pater Heinz-Willi Rivert als Hauptzelebrant zusammen mit fast einem Dutzend weiterer Geistlicher geleitet wurde, eine Reihe von ehemaligen Schülern mit. Zum Einzug spielte Organist Gereon Krahforst, VPK-Abiturjahrgang 1993, anschließend übernahmen die Gesangsformation „Ruhama“ sowie das von Thomas Quast geleitete VPK-Bläsersyndikat die musikalische Gestaltung.

Alles hat seine Zeit, auch das Vinzenz-Pallotti-Kolleg

Pater Rivert war als einziger Pallottiner, der auch in Rheinbach geboren wurde und am VPK zunächst Schüler und später Schulseelsorger war, genau der richtige Mann für die inoffizielle Abschiedsfeier, die aber wahrscheinlich doch als „irgendwie offizielle“ in Erinnerung bleiben wird. Er erinnerte daran, dass die 1972 eingesegnete Pallotti-Kirche als „Gottes Zelt auf Erden“ gedacht sei, in dem sich Menschen versammeln zu seiner Ehre. „Alles hat seine Zeit, auch das Vinzenz-Pallotti-Kolleg hatte seine Zeit von 1961 bis 2016“, stellte er mit Bedauern fest. Doch am Ende komme alles ins Lot, war er überzeugt. Rivert erinnerte in der hoffnungslos überfüllten Pallotti-Kirche daran, dass Offenheit von jeher das Sinnbild der Schule gewesen sei, sowohl die Offenheit des Glaubens als auch die Offenheit des Denkens. Er wünschte sich aber auch, dass sich die Absolventen weiter im Geiste Pallottis „auf die Socken machen und sich die Füße wund laufen“, um die frohe Botschaft Gottes zu verkünden.

Das anschließende Konzert fand teils in der Schulaula und teils im Freigelände statt. Die Pallotti-Sing-Phoniker, die VPK-Big Band unter der Leitung von Andreas Wiedemann, das Schulorchester des St. Josef-Gymnasiums unter der Leitung von Michael Küßner, die Gruppe „The Fläsh“ und eine Reihe von Solisten sorgten für jede Menge musikalische Abwechslung. Doch auf dem ganzen Schulgelände herrschte ein unglaubliches Gewimmel von einigen hundert Ehemaligen und ihren Familienangehörigen, die sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten, noch einmal einen Rundgang durch ihre alte Wirkungsstätte zu machen.

Die Nacht der 47 DJs im „Moon Club“

Dass es dabei jede Menge Wiedersehensfreude mit lange aus den Augen verlorenen Schulkameraden gab, versteht sich von selbst. Da gab es so manche Anekdote aus längst vergangenen Tagen zu erzählen, und irgendwann fanden sich die Abschlussjahrgänge wieder in ihrer Lieblingsecke zusammen. Sie übernahmen am späten Abend gemeinsam den Rheinbacher „Moon Club“ zur Party mit dem unvergesslichen Namen: „Pallotti Never Dies“. Bei dieser „Nacht der 47 DJs“ übernahm für jeden der 47 Jahrgänge, die am Pallotti Abitur gemacht haben, ein eigener DJ die musikalische Verantwortung, wobei die Gäste schon Wochen vorher über die Lieder des Abends abstimmen durften. Es wurde eine lange Nacht.

Doch trotz aller Abschiedsstimmung gibt es schon Pläne für die Zukunft. So soll eine Bigband der „VPK-OldStars“ gegründet und ein Ehemaligen-Treffpunkt im Internet unter vpk.alfasa.de mit Mailverteiler installiert werden. Auch ein neues Buch ist beim Herausgeber Stefan Heuel in Planung, das schon in diesem Oktober erscheinen soll unter dem Titel: „Schlussakkorde – was vom Vinzenz-Pallotti-Kolleg bleibt“. Außerdem, so Heuel, stünden die Pallottinischen Gästehäuser beispielsweise in Meran, Vallendar oder Hofstetten als ideale Orte für Klassentreffen und gemeinsame Urlaub zu Verfügung. Denn nachdem die Schlussakkorde der Abschiedsfeier verklungen waren, war für jeden klar: „Wir bleiben in Kontakt!“ JOST

„Der Geist des Vinzenz-Pallotti-Kollegs existiert in uns allen weiter“
„Der Geist des Vinzenz-Pallotti-Kollegs existiert in uns allen weiter“

Foto: Volker Jost

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Foto: Volker Jost

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Foto: Volker Jost

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Foto: Volker Jost

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Foto: Volker Jost

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