Neuwieder Zoo macht sich stark

Der Kakadu ist das Zootier des Jahres

Zoo Neuwied koordiniert zukünftig das Europäische Erhaltungszucht-Programm (EEP) für Gelbwangenkakadus (Cacatua sulphurea)

05.10.2017 - 12:42

Neuwied. Vor einigen Monaten haben sich die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG) und die Gemeinschaft Deutscher Zooförderer (GDZ) gemeinsam für eine sehr populäre Vogelgruppe stark gemacht, indem sie den Kakadu zum „Zootier des Jahres 2017“ bestimmten. Im Rahmen dieser Initiative soll gemeinsam für den Schutz dieser in Indonesien stark bedrohten Artengruppe geworben werden.


Es gibt nur noch wenige Hundert wilde Kakadus


In seinem gesamten Verbreitungsgebiet ist gerade der Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) durch illegalen Fang für den internationalen Heimtiermarkt sowie durch die Zerstörung seines Lebensraumes in seiner Existenz gefährdet. Als sicheres Refugium stehen den Kakadus nur noch immer kleiner werdende Waldareale zur Verfügung. Aktuellen Zählungen zufolge gibt es auf den indonesischen Inseln Sulawesi, Timor und Jampea nur noch wenige Hundert Gelbwangenkakadus.

Die Aktion „Zootier des Jahres“ unterstützt aus diesem Grunde medial und finanziell ein Schutzprojekt direkt vor Ort, weitere Informationen unter http://www.zootier-des-jahres.de. Der koordinierten Erhaltungszucht der Vögel hat sich nun der Zoo Neuwied verschrieben: Mit Unterstützung der Kollegen aus den Zoos von Heidelberg und Dublin in Irland sollen alle in wissenschaftlichen Institutionen gepflegten Gelbwangenkakadus erfasst werden. Anhand von morphologischen Merkmalen wie Schnabelbreite, Flügellänge und Körpergewicht sowie einem DNA-Test werden die Tiere nach ihren sechs Unterarten katalogisiert. „Wir erhoffen uns von den gesammelten Daten einen Überblick darüber, wie viele Individuen welcher Kakadu-Unterarten in welchem europäischen Zoo leben.“, sagt der für das „Monitoring“ zuständige Neuwieder Kurator Max Birkendorf.

„Bei ungefähr 65 Gelbwangenkakadus in den Tiergärten Europas können daraufhin in Zukunft vielleicht einige Tiere miteinander verpaart werden, die genetisch sehr gut zueinander passen und somit für wichtigen Nachwuchs sorgen. So weit sind wir heute jedoch leider noch nicht – das Sammeln der Daten ist bisweilen gar nicht so einfach, da man zum Beispiel die Schnabellänge des Kakadus auf den Millimeter genau messen muss“, so der Vogelkurator weiter. Die ersten zwanzig DNA-Tests liegen den Neuwiedern ebenso vor wie die ersten Vogelvermessungen. Konkrete Aussagen über die Unterarten der vermessenen Individuen gibt es bis dato jedoch noch nicht.

„Unsere Neuwieder Kakaduhenne „Lori“ könnte ersten Ergebnissen zufolge der Jampea-Unterart angehören. Diese Unterart gilt als besonders selten. Umso problematischer wird es sein, einen passenden Hahn in einem europäischen Zoo für sie zu finden“, äußert sich Max Birkendorf zur Situation im Zoo Neuwied. „Leider halten wir wie viele andere Zoos aktuell einen Einzelvogel dieser auch als Heimvogel beliebten Art.


Häufig werden die Tiere illegal gefangen


Nach dem häufig illegalen Fang der Tiere landeten die langlebigen und äußerst intelligenten Vögel in den letzten zwanzig Jahren viel zu oft in wenig sachkundigen Privathänden, wo sie ein einsames Dasein fristen mussten. Unsere „Lori“ kam ebenfalls aus schlechter Haltung zu uns in den Zoo. Sie nach dieser Leidensgeschichte mit einem Kakaduhahn zu verpaaren, wird eine Herausforderung. Für den Artenschutz und „Loris“ Wohl gehen wir diese jedoch mit Freude an!“, gibt sich der Kurator weiter optimistisch.

In den nächsten Wochen werden weitere Vermessungs- und DNA-Proben aus ganz Europa erwartet, die gemeinsam mit den Heidelberger Kollegen um Vogelfachmann Simon Bruslund ausgewertet werden sollen. Schon im nächsten Jahr möchte der Zoo Neuwied dann die konkrete Erhaltungszucht-Koordination starten und Einzelvögeln in Europa die ersten Partner zuweisen. Bei nur noch wenigen Hundert wilden Kakadus auf den Inseln Indonesiens ist diese Eile absolut notwendig.

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Kommentare
Patrick Baum:
@Antje Schulz, es ist völlig richtig, daß in der AfD Rheinland-Pfalz das Chaos herrscht. Nicht ohne Grund liegt die AfD in Rheinland-Pfalz in den aktuellen Umfragen zur Landtagswahl zum Glück deutlich unter ihrem Wahlergebnis von 2016. Der Grund dafür liegt in der katastrophalen Arbeit des AfD-Landesvorstands um die Führungspersonen Michael Frisch und Jan Bollinger. Inhaltlich hat die AfD Rheinland-Pfalz außer abstrusen Forderungen nichts zu bieten. Zum Leserkommentar von Natalie Bleck ist zu schreiben, daß diese auch eine AfD-Funktionärin ist. Sie ist auch die Ehefrau des AfD-Abgeordneten Andreas Bleck, der fast 20 Semester Semester erfolglos auf Lehramt studiert hat und jetzt ohne jeglichen Berufs- oder Studienabschluß im Bundestag sitzt.
Natalie Bleck:
Es nicht richtig, dass Herr Frisch die Maskenpflicht in Schulen befürwortet hat. Er sprach sich Ende April - als es noch deutlich weniger Daten zu Covid-19 gab - für eine Maskenpflicht im ÖPNV und beim Einkaufen aus. Und er hat kritisiert, dass die Landesregierung es versäumt hat, flächendeckend professionelle Schutzmasken für die Bevölkerung zu beschaffen. Und damit hat er Recht! Denn diese sind nun mal besser als selbstgenähte Baumwollmasken, wie erste Studien zeigen. Im Übrigen hatte die Regierung in den letzten Monaten ausreichend Zeit, Masken zu beschaffen und hat es wieder einmal versäumt.
Michael Friscg:
@Antje Schulz: Die Forderung nach einer Maskenpflicht stammt von Anfang März. Zu diesem Zeitpunkt war sie durchaus berechtigt. Und vor allem war sie auf professionelle Masken bezogen. Das, was die meisten Leute jetzt benutzen, wird auch von Experten als wenig bis gar nicht hilfreich bezeichnet. Heute sogar vom Präsidenten der Bundesärztekammer:https://www.welt.de/vermischtes/article218369132/Corona-Aerztepraesident-zweifelt-an-Alltagsmasken-Kritik-von-Lauterbach. (Link von der Redaktion entfernt) Hinzu kommt, dass das Tragen im Unterricht noch einmal eine ganz andere Frage ist. Denn es ist eine enorme Belastung für unsere Kinder, stundenlang mit einer Maske in der Schule sitzen zu müssen, obwohl nachgewiesen ist, dass die Schulen keine Infektionstreiber sind. Das grenzt an Körperverletzung! Den Widerspruch, den Sie zu konstruieren versuchen, gibt es jedenfalls definitiv nicht!
Gabriele Friedrich:
In Deutschland gibt es zumindest derzeit keinen Grund zum feiern. Es ist mir unbegreiflich, das die Leute nicht die Zeit nutzen um zu Hause mal was zu machen. Es gibt so viel zu tun ...packt es an und bleibt daheim. Egoismus schlägt irgendwann zurück, wenn die Feiernasen selber dran kommen und krank werden.

Kleiderhaus schließt

Gabriele Friedrich:
Das ist ja klar, die Leute bekommen nun die finanzielle Unterstützung im ALGII und können prima damit zu KiK und Co. Ich würde weiter sammeln für Obdachlose, der Winter kommt !!! Kindersachen kann man ja ebenso in Flüchtlingsunterkünften abgeben oder einschweißen und aufheben- das geht ja weiter und hört nicht "heute" auf.
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