Michael Ophelders gastiert im Gewölbe
Der Kontrabass- Monolog von Patrick Süskind
Sinzig. Am Freitag, 27. Oktober, 19.30 Uhr gastiert Bühnenschauspieler Michael Ophelders mit Patrick Süskinds Monolog „Der Kontrabass“ im Gewölbe des Sinziger Zehnthofs, Zehnthofstraße 2. Protagonist des Ein-Mann-Theaterstücks ist ein Orchesterkontrabassist: Mitte vierzig, verbeamtet und aussichtslos verliebt in die Mezzosopranistin Sarah. Er hasst Wagner, unterschlägt aus Rache gerne mal ein paar Noten, findet Dirigenten überflüssig und kämpft mit Bier gegen Feuchtigkeitsverlust und Staatsorchesterfrust. Gerne und ausführlich erklärt er sein Instrument, das immer irgendwo hinten im Orchester Platz nehmen muss, erläutert (grauenvolle) Kontrabass-Soli am Plattenspieler und offenbart so mehr und mehr den eigentlichen Grund seiner Misere – das „schreckliche, unhandliche und uneleganteste Instrument“, mit dem er in einer Hassliebe verbunden ist. Nicht selten gehen Kontrabässe hoffnungslos im Orchester unter, denn es gibt eben keine tragfähigen Soloparts, „höchstens unbedeutende Duette von wenig bekannte Komponisten.“ Im Leben des Musikers wird der Kontrabass folglich zugleich Freund und Verhinderer des eigenbestimmten Weges. Eine existentielle wie tragikomische Erkenntnis, die zu entlarvenden Selbstgesprächen führt.
Patrick Süskinds 1981 in München uraufgeführter Monolog über die Hassliebe eines Kontrabassisten zu seinem lebensspendenden und – vernichtenden Instrument ist ein Paradestück für einen Schauspieler. Komik und scharfsinnige Beobachtung spannen einen ebenso vergnüglichen wie tiefsinnigen Bogen, der die Schwingungen des menschlichen Zusammenspiel(en)s „nachstreicht.“ Regie: Jürgen Lorenzen. Karten sind bei Bonnticket erhältlich und vor Ort bei lesezeit, bücher und wein, bei Buchhandlung Walterscheid und bei Kultur im Gewölbe, www.gewoelbe-sinzig.de. Die Abendkasse öffnet um 19 Uhr.
