Jäger eröffneten Ausstellung „Wildkatze“ – Geschützte Art wurde registriert
Der Mäusejäger schleicht auf leisen Sohlen
Treis-Karden. Die rund 660 Jägerinnen und Jäger in der Kreisjagdgruppe haben sich in den vergangenen Monaten in einem einmaligen Projekt um das Thema Wildkatze gekümmert. Emsig registrierten sie unter Federführung von Albert Jung das Vorkommen dieser heimischen Wildart in Feld und Flur. Jetzt konnte in der Konrad-Adenauer-Schule in Treis-Karden das Ergebnis im Rahmen einer Ausstellung präsentiert werden. Unter der Schirmherrschaft von Landrätin Anke Beilstein begrüßte Hausherr Rektor Eugen Herrmann neben Kreisgruppen-Vorsitzenden „Josi“ Becker auch Ortsbürgermeister Hans-Josef Bleser und vor allem Natur-Fotografin Gaby Lambrich, die eine Fülle von tollen Fotos zur Ausstellung beigesteuert hat.
„Der Mäusejäger schleicht in der Region Treis-Karden noch besonders häufig durch Wald und Flur“, berichtete Albert Jung. „Hier entstanden auch die meisten Aufnahmen. Die Streuobstwiese, die Waldbereiche und sonnigen Moselhänge sind idealer Lebensraum für die scheue Katze“, erläuterte Jung. Bis zu sieben Kilogramm schwer wird ein Kuder (Kater), wie ihn die Jäger nennen, während eine Kätzin so um die vier Kilogramm auf die Waage bringt. Das Beutespektrum der Europäischen Wildkatze reicht von Mäusen über Kleinsäuger, Insekten, Amphibien und Vögel bis hin zum Junghasen, ja sogar schwachen Rehkitz.
Landrätin Anke Beilstein lobte das Engagement der Jäger als Naturschützer und freute sich, dass die Wildkatze im Eifel-, Hunsrück- und Moselraum noch so oft vorkommt. „Das zeigt, dass bei uns noch Natur und Wald in Ordnung sind“, freute sich die Kreischefin.
Franz-Josef „Josi“ Becker berichtete dann, wie die Jägerinnen und Jäger das Vorkommen der Wildkatze registriert haben. „Mit Hilfe von Wildkameras an Kirrungen (Futterstellen), an Spuren und Sichtungen beim Ansitz wurde „felis silvestris“, so ihr wissenschaftlicher Name, von mir notiert und an Albert Jung gemeldet“, sagte Becker. Rund 100 Telefonate und Mails erreichten die beiden und schon jetzt kann gesagt werden, dass die Europäische Wildkatze im Landkreis noch flächendeckend lebt. „Die Wildkatze unterliegt dem Jagdrecht, ist aber ganzjährig geschützt“ erklärte der Vorsitzende der Kreisjagdgruppe Cochem-Zell weiter.
Gaby Lambrich erzählte dann wie sie die bemerkenswerten Aufnahmen „geschossen“ hat. „Wenn eine Katze jagt, ist sie leichter zu erwischen, denn dann konzentriert sie sich sehr auf ihre Beute“, berichtete die Treiserin. Auf 300 bis 400 Exemplare schätzen die Jäger die Population des grau-beige gestreiften Raubtiers im Kreis. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zur grau-getigerten Hauskatze ist der sogenannte Aalstrich über den gesamten Rücken, die fleischfarbene Nasenspitze und der buschige Schwanz, dessen Ende stumpf und schwarz gefärbt ist. Bis zu einem Meter lang kann eine Wildkatze werden. 60 bis 66 Tage dauert die Tragzeit, wobei die meist drei bis sechs Jungen im Mai zur Welt kommen.
Manchmal kreuzen sich Wildkatzen auch mit Hauskatzen, obwohl sie biologisch gar nicht so nah verwandt sind. Diese „Blendlinge“, wie sie der Jäger nennt, sind allerdings relativ selten.
Die Ausstellung ist nach Anmeldung für interessierte Besucher im Schulbetrieb geöffnet. Schüler können sich schon jetzt täglich im Foyer die Fotos und Präparate anschauen.
Die Europäische Wildkatze kommt im Bereich der Mittelgebirge, vor allem im Landkreis Cochem-Zell noch häufig vor. Sie kann bis zu 10 Jahre alt werden.
