Bruderschaftstag 2018 in Mayen

Der Neue ist ein alter Bekannter

Mayener Matthiasbrüder und -schwestern wählen Rolf Keuser zu ihrem neuen Brudermeister

26.02.2018 - 08:23

Mayen. Trotz der um sich greifenden Grippewelle waren viele der Einladung zum Bruderschaftstag 2018 gefolgt. Brudermeister Heinz Schäfer konnte während seiner Begrüßung in ein voll besetztes Pfarrzentrum St. Clemens blicken. Der Versammlung war bereits eine würdige Messfeier in der Clemenskirche vorangegangen, in der nicht nur an den Bistumsheiligen und Patron der St. Matthias-Bruderschaft Mayen erinnert, sondern auch der verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft gedacht wurde. Neben dem Zelebranten und Bruderschaftspräses Dechant Matthias Veit wirkten an diesem Gottesdienst der Ehrenpräses Pfarrer i. R. Ludwig Müller sowie die beiden Diakone Winfried Stadtfeld und Kevin Schirra mit. In seiner Predigt ermutigte Dechant Matthias Veit die anwesenden Gläubigen und unter ihnen vor allem die Mitglieder der St. Matthias-Bruderschaft, im Apostel Matthias ein wahres Vorbild zu finden. Die Attribute Buch und Beil, mit denen dieser regelmäßig dargestellt werde, würden dann auch zu den Mayener Matthiasjüngerinnen und –jüngern passen: So wäre auch ihnen das Evangelium anvertraut wie ein Schatz, für den sie klare Kante zeigen und Position beziehen müssten. Eine besondere Ironie des Schicksals lag darin, dass schon die Worte der Lesung als Parallele zur Mitgliederversammlung verstanden werden konnten, standen doch bei beiden Wahlen an der Tagesordnung: dort die Wahl des Heiligen Matthias in den Kreis der Apostel, hier die Wahl eines neuen Brudermeisters.


Nach der Begrüßung, in deren Rahmen der scheidende Brudermeister Heinz Schäfer dem Dechanten gleich zu Beginn der Versammlung zum Namenstag gratulierte, schlossen sich Grußworte von Oberbürgemeister Wolfgang Treis und Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens an. Beide skizzierten dabei die seit der Reaktivierung im Jahr 1998 vielfältig stattfindenden Aktivitäten der Bruderschaft von der Förderung und dem Erhalt christlichen Kulturguts über die Kulturreisen und Domfahrten bis hin zum Aushängeschild, der Matthiaswallfahrt. Der Stadtchef stellte vor allem heraus, dass die Bruderschaft aus dem Mayener Stadtbild nicht mehr wegzudenken sei. Dabei, so Wolfgang Treis, seien zahlreiche Aktivitäten eng mit der Person Heinz Schäfer verbunden. Im Namen der Stadt wie auch ganz persönlich überreichte er diesem daher ein Weinpräsent als Dank für sein 20-jähriges Engagement an der Spitze der Bruderschaft, nicht ohne zu anzufügen: „Wir brauchen Ehrenamtler wie Heinz Schäfer, die ihr Fundament im christlichen Glauben haben.“

Auch bei Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens machten die Dankeszeilen an den „Vater der Bruderschaft“ den Großteil seines Grußwortes aus. Werner Steffens erinnerte besonders an die Unterstützung, die die Caritas seitens der St. Matthias-Bruderschaft bei der Einrichtung des Mehrgenerationenhauses erhalten habe. Er sei stolz darauf, die SMB seinerzeit als Paten für das Projekt gewonnen zu haben und sich der tatkräftigen Unterstützung stets sicher sein zu können. Um der Wertschätzung gegenüber Heinz Schäfer für das Geleistete Ausdruck zu verleihen, hatte er ein gleichermaßen liebevolles und passendes Geschenk mitgebracht, das Schäfer als Pilger und dessen unermüdlichen Einsatz als Brudermeister symbolisieren sollte. Eigens zu diesem Anlass hatten Kinder in der Spiel- und Lernstube Weiersbach einen beeindruckenden Schuh gebastelt.

Der Beschenkte brachte seine Freude darüber auf der Stelle zum Ausdruck, indem er eine Episode aus seinem Leben darbot. So sei er eines morgens in Eile aus dem Haus gegangen, ohne zu bemerken, dass er einen schwarzen und einen braunen Schuh an den Füßen hatte. Von einem aufmerksamen Passanten darauf hingewiesen, entgegnete er schlagfertig: „Ach, so habe ich daheim auch noch ein Paar.“


Positive Bilanzen gezogen


Sowohl mit dem Rückblick auf das Jahr 2017 als auch dem von Schatzmeister Klaus Wermes vorgetragenen Kassenbericht konnten überaus positive Bilanzen gezogen werden. So liegt nicht nur ein erfolgreiches Jahr voller Engagement und Aktivitäten hinter der Bruderschaft, mit derzeit 473 Mitgliedern und einem sehr erfreulichen Kassenstand sieht sie sich für die Zukunft auch gut gewappnet. Klaus Wermes nutzte die Gelegenheit, um sich bei allen Förderern für das hohe Spendenaufkommen erkenntlich zu zeigen. Im sich anschließenden Bericht der Kassenprüfer attestierten Elmar Weyers und Ralf Custor dem Schatzmeister nicht nur eine ordnungsgemäße, sondern auch eine professionelle Kassenführung. Die Entlastung des gesamten Vorstands erfolgte entsprechend einstimmig. Es galt sodann, einen neuen Kassenprüfer zu wählen. Unterstützt wird Elmar Weyers hier im kommenden Jahr von Manfred Fiene, der von der Versammlung bei Enthaltung des Betroffenen einstimmig gewählt wurde.

Auf der Tagesordnung stand nun der erste Höhepunkt des Abends, der gleichzeitig die letzte Amtshandlung Heinz Schäfers in der Funktion des Brudermeisters darstellte. So konnte er mit Hermann Schuster einen „Mann der ersten Stunde“ zum Ehrenmitglied ernennen. Schuster ist nicht nur Gründungsmitglied der Bruderschaft seit ihrer Wiederbelebung 1998, er engagierte sich auch viele Jahre ehrenamtlich im Vorstand, davon allein zehn als Schatzmeister. Bei der Wallfahrt nach Trier ist er darüber hinaus bis heute jährlich als Begleiter mit seinem Fahrzeug tätig. Nachdem der verdiente Matthiasbruder die Urkunde aus den Händen des Brudermeisters erhalten hatte, ergriff dieser abermals das Wort, da bedeutende Ereignisse ihre Schatten vorauswarfen: „An unserem Bruderschaftstag am 24. Februar 2017 habe ich Euch vor der Wahl mitgeteilt, dass ich das Amt des Brudermeisters noch gerne ein Jahr annehmen will. Viele haben das nicht glauben wollen, aber wer mich kennt, weiß, dass ich mein Wort halte. Mein Entschluss, das Amt des Brudermeisters abzugeben, ist mir nicht leicht gefallen, ich bin aber der Meinung: Nach 20 Jahren ist die Zeit gekommen, den Führungsstab in jüngere Hände zu übergeben.“ Bevor dies mit der Wahl des neuen Brudermeisters geschehen sollte, war es Heinz Schäfer ein besonderes Anliegen, seinen vielen Weggefährten und Mitstreitern im Vorstand sowie den Sponsoren und Spendern Worte des Dankes auszusprechen.


Beifallsstürme im Auditorium


Um der Versammlung mitzuteilen, wen der Vorstand als Kandidaten für das Amt des Brudermeisters vorschlägt, hatte Präses Dechant Matthias Veit die Versammlungsleitung übernommen. Das Geheimnis wurde alsbald gelüftet: „Vorgeschlagen ist Rolf Keuser, ein echter Mayener Jung, wohnhaft in Langenfeld.“ Auf der Stelle stieß dieser Vorschlag auf Zustimmung, löste er im Auditorium doch sogleich Beifallsstürme aus. Es verwundert daher nicht, dass die Versammlung den sympathischen Matthiasbruder, der wie Heinz Schäfer und Hermann Schuster ebenfalls ein Gründungsmitglied ist, einstimmig zu ihrem neuen Brudermeister wählte. Und sie wählte mit ihm keinen Unbekannten. Schließlich war auch Rolf Keuser nach der Neugründung 14 Jahre im Vorstand tätig. Ganz im Zeichen des Glaubens bat er zum Schluss seiner Vorstellungsrede auf die Fürsprache des Heiligen Apostels Matthias um Kraft, Weisheit und Güte, um die Bruderschaft im christlichen Sinne mitführen zu können. Diese Wünsche ereilten ihn auch beim späteren Gratulationsreigen.

Bevor die Versammlung sich dem Ende neigte, stand jedoch noch eine Überraschung und eine besondere Ehre an. Und diese wurde, wie sollte es anders sein, dem Mann zuteil, der 20 Jahre lang die Geschicke der Bruderschaft gelenkt hatte. Stellvertretend für den Vorstand durfte Dechant Matthias Veit Heinz Schäfer für sein mannigfaltiges Engagement für „seine“ Matthias-Bruderschaft zum Ehrenbrudermeister ernennen. In Anspielung darauf, dass die Matthiaswallfahrten einst durch den Trierer Bischof verboten wurden, brachte Matthias Veit es auf den Punkt: „Der Fürstbischof hat die Wallfahrt beendet, ein Mayener Jung sie wieder wachgeküsst.“ Dem folgte die Gratulation durch den Nachfolger im Brudermeisteramt, wobei Rolf Keuser herausstellte, dass diese Würde mit Heinz Schäfer den richtigen Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort erreicht hätte. Wertschätzung galt natürlich auch Heinz Schäfers Gattin, die ihren Mann in all den Jahren stets unterstützt hatte. Dechant Matthias Veit dankte es ihr mit einem Blumenstrauß und einem Küsschen.

Nachdem Vorstandsmitglied Ruth Bauchmüller noch auf die anstehenden Termine im Jahr 2018 hingewiesen hatte, konnte zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen werden, der wieder einmal von vielen fleißigen Helferinnen und Helfern ermöglicht wurde. Dennis Falterbaum

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
Das liest doch sowieso kein Mensch....
ich:
"Bitte beantragen die Briefwahlunterlagen in o.g. Fall nicht erneut über das Online-Portal beantragen. " Tolle Grammatik. Der Fehler würde selbst bei einmaligem Lesen lesen sofort auffallen....
juergen mueller:
Sie wiederholen sich Herr Hospen. Jedem steht das Recht zu, seine Meinung zu äussern, zu jedem Thema. Empfehle Ihnen, sich einmal näher mit der Materie Kirche, Zeugen Jehovas zu beschäftigen, anstatt Ihre offensichtlich ausgereifte Unwissenheit in beleidigenden Äusserungen kundzutun, die mir allerdings...
Karl Hospen:
@juergen mueller" Wenn sie selbst hier nichts zu meckern fänden, wären sie krank in ihrer tragisch komischen Opferwelt....
juergen mueller:
Was die Bibel glaubwürdig macht? NICHTS. Beantwortet hierzu wird auf dieser Versanstaltung überhaupt nichts, sondern man versucht nur, in Teilnehmende etwas hineinzusuggerieren, an das man selbst glaubt ohne dafür auch nur den geringsten Beweis vorzubringen. Kirche, Jehovas Zeugen mit Glaubwürdigkeit...
Casper:
Bei so einer Aussage ist der Shitstorm mehr als verdient. Und wird auch noch vorgeführt!!!...
Hildegard Jahn:
Die Bundesregierung sollte jegliche Zahlungen an NABU sofort dauerhaft einstellen. Die sind ideologisch verbohrt und überflüssig....
Daniel Fischer:
Das was NABU hier von sich gibt ist einfach nur lächerlich! Viele 10.000 Helfer kommen einfach und packen einfach an, egal ob die öffentliche Seite unterstützen kann oder nicht! Der NABU ist hier wohl hierzu nicht in der Lage - stattdessen wird die Verantwortung auf die ADD und andere abgeschoben, um...
 
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