Vortrag von Steve Bödecker M.A. im Zehnthaus in Swisttal-Odendorf
„Der Niedergermanische Limes - Der Weg zum Weltkulturerbe“
Odendorf. „Der Niedergermanische Limes - Der Weg zum Weltkulturerbe“, so lautete das Thema des Vortrages den Steve Bödecker MA, Archäologe und wissenschaftlicher Referent beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland im Odendorfer Zehnthaus hielt. Eingangs stellte der Referent heraus, dass der Limes, die Grenze des römischen Imperiums, das größte lineare Denkmal in Europa ist und dass der Niedergermanische Limes - zwischen Vinxtbach im heutigen Rheinland-Pfalz und der Nordseeküste bei Katwijk - einen wesentlichen Teil dieser Anlage bildet: Entlang des antiken Rheinufers reihten sich die Standorte des römischen Heeres in Niedergermanien auf einer Länge von 385 km aneinander. Dabei kam dem etwa 220 km langen Abschnitt im heutigen Rheinland eine zentrale Bedeutung zu: Er diente als Hauptstationierungsraum der Legionen mit den wichtigsten Legionslagern Bonn, Neuss und Xanten. Vor diesem Hintergrund erläuterte Bödecker das Projekt, gemeinsam mit den zuständigen Institutionen in den Niederlanden und Rheinland-Pfalz möglichst bis zum Jahr 2020 eine Aufnahme des Niedergermanischen Limes in die UNESCO-Welterbeliste zu erreichen. Der Niedergermanische Limes wäre dann ein Teil der bereits bestehenden internationalen UNESCO-Welterbestätte „Grenzen des Römischen Imperiums“. Er führte weiter aus, auf deutscher Seite könnten 19 Kommunen in Nordrhein-Westfalen und eine Kommune in Rheinland-Pfalz insgesamt 27 hochrangige Fundplätze des römischen Militärs vorweisen. Zu den anstehenden Aufgaben bis zur offiziellen Einreichung des Antrages bei der UNESCO gehörten nun weitere Forschungen zur Ausdehnung und zum Erhaltungszustand der Plätze. Als anschauliches Beispiel beschrieb der Referent die sensationelle Entdeckung eines römischen Übungslagers im Kottenforst, wo sich die Wälle mit den typischen Merkmalen der römischen Lagerarchitektur erhalten haben. Mit Fotografien belegte er, dass man den rechteckigen Grundriss, die abgerundeten Lagerecken und die Torbefestigungen im Gelände noch gut erkennen kann. Er erläuterte, dass man dieses Ergebnis in erster Linie der Methode des Laserscannings verdanke, einer der bedeutendsten Neuerungen in dem Bereich der topographischen Kartographie. Dabei wird die Erdoberfläche aus einem Luftfahrzeug heraus punktweise von einem Laserstrahl erfasst. Aus den so gewonnen Daten lassen sich dann präzise georeferenzierte Höhenmodelle zu erzeugen. In der sich anschließenden lebhaften Diskussion wurden viele interessierte Fragen gestellt. Steve Bödecker ging auf alle Punkte sehr gerne und kenntnisreich ein.
