Allgemeine Berichte | 13.02.2016, 18:55 Uhr

Fastnacht endete in Mülheim-Kärlich mit zahlreichen Bräuchen

Der „Nubbel" brannte

Sinnbild für alle Verfehlungen im Karneval und im vergangenen Jahr

Vor dem Hotel Grüters musste der "Nubbel" wieder für alle Sünden des letzten Jahres gerade halten. privat
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Mülheim-Kärlich. Das offizielle Ende der Karnevalszeit in Mülheim-Kärlich markierte das „Ausziehen“ von Prinz und Hofstaat in der prinzlichen Hofburg „Zur Sonne“ durch den MKG-Vorsitzenden Rolf Knopp. Er nahm dabei unter den Tränen des aktiven Prinzen und des Gefolges die Narrenkappen an sich und setzte ihnen eine Schlafmütze auf. Mit diesem symbolischen Akt und dem Einmotten der prinzlichen Insignien bis zur Eröffnung der nächsten Session am 11. November endete die Karnevalszeit in Mülheim-Kärlich. Schon zwei Stunden zuvor begruben die Mitglieder der Prinz-Ludwig-Garde die Fassenacht auf ihre Art. Vor dem Hotel Grüters verbrannten sie auch in diesem Jahr wieder den “Nubbel”. Bei diesem alten rheinischen Brauch, der im Zusammenhang mit Karneval erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts in den 1820er Jahren in Köln historisch belegt wurde, wird eine Strohpuppe als Sündenbock für alle an Karneval begangenen Verfehlungen und für alles, was im letzten Jahr nicht wie gewünscht verlief, verbrannt. Das Wort „Nubbel“ selbst ist ein alter kölscher Begriff und steht für alles, wozu man keine näheren Angaben machen möchte oder kann. Die Garde hatte diesen alten Brauch, der bis vor etlichen Jahren auch in den Mülheim-Kärlicher Stadtteilen aktiv gepflegt wurde, erstmals im vergangenen Jahr wieder ausgegraben und neu belebt. Der Chef der Garde, Oberst Peter Maurer, verlas im Beisein der Gardisten, des Prinzen mit Hofstaat, der aus seiner Hofburg gekommen war und weiterer Gäste die "Anklageschrift", aus der hervorging, wessen der arme Nubbel sich denn alles schuldig gemacht hatte. So trug er allein die Verantwortung dafür, dass der Veilchendienstagsumzug in Urmitz-Bhf. abgebrochen werden musste, dass der Heinz seine Gamaschen vergessen hatte, dass es am Depot, am roten Kreuz und an der Waldmühle keine neuen Grundschulen geben wird, dass es keine Kirmesbäume mehr geben wird, dass der Kühlturm immernoch steht, dass Koblenz noch immer nicht eingemeindet wurde und für einiges mehr. Kein Wunder also, dass alle Anwesenden der Anklage folgten und einstimmig forderten, den armen Nubbel zu verbrennen. Und so wie jede Veranstaltung der MKG beginnt - mit dem Singen der Mülheimer "Nationalhymne" „Mir han de deckste Kiersche“ - so endete diese Veranstaltung und damit gleichzeitig auch die Session für die Gardisten.

Gemäß der "Anklageschrift" sprach man den "Nubbel" im Beisein der Gardisten, des Prinzen nebst Hofstaat und weiteren Gästen schuldig.

Gemäß der "Anklageschrift" sprach man den "Nubbel" im Beisein der Gardisten, des Prinzen nebst Hofstaat und weiteren Gästen schuldig.

Vor dem Hotel Grüters musste der "Nubbel" wieder für alle Sünden des letzten Jahres gerade halten. Fotos: privat

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