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14 jugendliche Gäste aus aller Welt zum Workcamp in Linz

Der Park bekommt ein neues Gesicht

Freiwillige bepflanzen Gräber im Tilmann-Joel-Park - Bauhof der Stadt hat bereit Vorarbeiten geleistet

17.07.2018 - 16:18

Linz. Die Bunte Stadt am Rhein partizipiert in den kommenden zwei Wochen an den internationalen Workcamps der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) – Freiwilligendienste in der ganzen Welt. Ein Dienst mit Sitz in Bonn, der 2019 bereits sein 70-jähriges Bestehen feiern kann.

Teilnehmer aus Frankreich, Mexiko, Spanien, Deutschland, Südkorea, Serbien, Russland und Italien, die sich gegenseitig noch nicht kennen, werden in der Stadt begrüßt. Und sie stellen sich einer gemeinsamen Aufgabe: der Arbeit an den Gräbern im Tilmann-Joel-Park. Namensgeber des Parks an der Martinskirche und gegenüber der Seniorenresdienz St. Antonius ist der 1395 in Linz geboren und in Köln verstorbene Probst des Koblenzer Stifts St. Florin sowie Sekretär und Kanzler des Trierer und Gesandter des Kölner Erzbischofs auf dem Baseler Konzil. Er war zu seiner Zeit Mitglied der kurfürstlichen Wahlgesandtschaft bei der Wahl Friedrichs III. in Wien. Insbesondere für Linz von großer Bedeutung sind seine Stiftungen der Ratskapelle und der Bildwerke des Marienaltars und des Gnadenstuhls.


136 Gräber in der Parklandschaft


Im Park finden sich 136 Grabstätten, die Geschichten von Menschen früherer Zeiten erzählen. „Der Bauhof kann sich alleine der Aufgabe der Pflege nicht stellen“, so Bauhofleiter Guido Rings bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche. „Das ist ein Fass ohne Boden.“ Besonders dankbar ist man da, dass es die Möglichkeit der internationalen Workcamps gibt. „Als man damit auf uns zukam, haben wir nicht lange überlegt. Wir sind dankbar, in diesem Jahr einer von 85 Workcamp-Orten in Deutschland zu sein“, so Stadtbürgermeister Hans Georg Faust. An der Runde im historischen Rathaus nahmen auch die Stadtbeigeordneten, Ratsmitglieder und Bauhofleiter Rings teil. Man erwartete gespannt die Ausführungen von Nicole Thönnes, die als Projektreferentin die Arbeit der Internationalen Freiwilligendienste im Allgemeinen wie auch die beabsichtigten Maßnahmen in Linz im Speziellen vorstellte.

Zusammen mit Stadt und Bauhof hat man so nicht nur die Arbeitseinsätze (es sollen 30 der insgesamt 136 Gräber bearbeitet werden) geplant, sondern auch ein tolles Freizeitprogramm auf die Beine gestellt. „Dass eine Stadt sich so mit reinhängt und den Jugendlichen so viel bieten kann, ist außergewöhnlich. Ein ganz dickes Dankeschön an die Stadt Linz und alle, die sich hier einbringen“, so Thönnes, die seit 15 Jahren beim ijgd tätig ist. Auch interessierte und begeisterte Bürger sowie Gewerbetreibende bringen sich ein.


Viele arbeiten zusammen


Doch vor der Freizeit stehen zunächst die Arbeitseinsätze im Tilmann-Joel-Park, hierfür hat der Bauhof bereits vorbereitende Maßnahmen getroffen.

„Die Unterstützung der Jugendlichen im Park nehmen wir sehr gerne an. Wir wollen nun umsetzen, was wir in konstruktiven Vorgesprächen erarbeitet haben. Die Rechte der Gräbernutzung werden gerne angenommen, die Pflichten weisen jedoch Probleme auf. Der Bauhof kann den Parkcharakter in seiner jetzigen Form in Zukunft nicht gewährleisten. Wenn eine Unkraut-Beseitigung durchgeführt wird, hält dies nur für vier Wochen, und dann beginnen wir wieder von Neuem. Der jetzige Zustand ist der hier gegenwärtigen Linzer Geschichte unwürdig“, so Faust, der die Organisation verschiedener Kräfte lobte.

Er dankte Nicole Thönnes dafür, dass Linz von den Workcamps zum ersten Mal profitieren kann, und dankte auch den Beigeordneten für ihre Arbeit. In Richtung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dieter Lehmann lobte der Stadtbürgermeister das Engagement der beteiligten Ratsmitglieder über die eigentliche Ratsarbeit hinaus. Die Arbeit des Beigeordneten Michael Schneider, der sich in Linz um die Jugend- und Vereinsarbeit kümmert, und die fachliche Anleitung durch den Bauhofleiter Guido Rings wurden ebenso hervorgehoben.


Bunte Bereicherung in der Stadt


„Die Stadt hat gegenüber den Jugendlichen natürlich auch Pflichten. Dies fängt bei einer vernünftigen Unterbringung und Verpflegung an, aber eben auch beim Freizeitprogramm. Wir wollen gute Gastgeber sein und auch die Region Mittelrhein und Deutschland näher bringen“, so Faust.

Es soll verschiedene kulturelle Möglichkeiten in Linz geben, aber auch Ausflüge nach Köln und Bonn, ins Kasbachtal, zum Deutschen Eck, zum Drachenfels. Ein Grillabend, eine Turmbesteigung von St. Martin und vieles mehr sind geplant. Dazu gibt es eine Reihe von Vereinen und Institutionen, die sich in irgendeiner Weise einbringen, so die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, die katholische Familienbildungsstätte und der Verein „Subkultur-Linz“. Auch das Linzer Schwimmbad kann kostenlos genutzt werden.


Völkerverständigung als Ziel


Alle diese Maßnahmen dienen der Völkerverständigung, dem interkulturellen Austausch, der Entwicklung internationaler Freundschaften und der Freizeitbeschäftigung. Voraussetzungen für die Teilnahme sind die Altersgrenzen von 16 bis 26 Jahren und das Interesse an sozialen Projekten, Naturschutz oder auch Bauprojekten.

Jeden Tag soll der Arbeitseinsatz vier bis fünf Stunden dauern, um acht Uhr morgens geht es los. Am Nachmittag stehen dann tolle Programmpunkte auf dem Kalender. „In der Regel sind es mehr Mädchen und Frauen, die teilnehmen“, so Nicole Thönnes. Etwa ein Drittel seien unter 18 Jahren.


Vorbereitende Maßnahmen


Bauhofleiter Guido Rings erklärte die Probleme der Pflege seitens des Bauhofs mit personellen Engpässen, und es sei schwer realisierbar, den parkähnlichen Zustand zu erhalten. Er brachte seine Freude zum Ausdruck, dass die Gräber nun aufgearbeitet werden könnten. So wird der komplette Bewuchs vorab herausgenommen, um einen neuen anzulegen, und die Grabsteine werden gesichert, damit den Kindern nichts passieren kann. Dann kann eine Neubepflanzung erfolgen, wobei der Bauhof Mitarbeiter zur Seite stellt. „Dadurch, dass wir schon eine Reihe Vorarbeiten leisten, sehen die Jugendlichen auch, dass schon etwas passiert ist und dass sie eine gute Unterstützung bekommen. Wir wollen, dass sie motiviert ans Werk gehen“, so Rings.

Die Organisation liegt komplett beim Bauhof, der auch die An- und Ablieferung übernimmt, Sicherheitsschuhe zur Verfügung stellt und die Flächen absperrt.

„Dem Bauhof ein großes Kompliment“, so Dieter Lehmann. „Es gibt einen sehr detaillierten Plan. Es soll mit 30 Gräbern angefangen werden, und dann schauen wir, wie weit wir kommen. Wir müssen den Park aus seinem Schattendasein bekommen. Er ist ein Naherholungspark in Stadtnähe, und wir hoffen, dass er mit einem neuen Gesicht besser angenommen wird. Der Bauhof hat bereits ein neues Blumenbeet angelegt und eine Statue aufgestellt. Die Stadt wird bunter durch die bunte Schar an Jugendlichen. Die damit verbundenen Kosten sind uns die Sache auf jeden Fall wert.“

Für den Besuch richtet der Bauhof noch die Stadthalle her, unter anderem mit dem Einsatz von Sichtschutzfenstern.

Die offizielle Begrüßung erfolgt am 21. Juli im Rathaus. Nach dem Einsatz der Jugendlichen soll es möglichst mit Patenschaften der Gräber weitergehen, die Arbeiten werden nur ein Anfang sein. Ein Dank galt Angehörigen von hier bestatteten Toten, die sich auch weiterhin um Gräber kümmern.

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
@ Chris Wer auf einem E-Bike unterwegs ist, braucht einen Nachweis über seine Fahrbefähigung – je nach maximaler Antriebsleistung entweder die Mofa-Prüfbescheinigung oder die Fahrerlaubnis Klasse AM. E-Bikes gelten rechtlich nicht als Fahrräder, da sie auch ohne Trittleistung fahren können. Für Pedelecs wiederum, die nur beim Treten unterstützen, ist bei einem Antrieb bis maximal 25 km/h kein Führerschein erforderlich. ** Welchen Buchstaben versteht ihr denn nicht ?
Chris_:
Jeder Rennrad Fahrer fährt 30 km/h und mehr und braucht keinen Führerschein. Finde die Einleitung eines Strafverfahrens daher übertrieben. Ne Verwarnung hätte gereicht. Das er betrunken hätte ein Kind anfahren können besagt doch gar nichts. Das kann jeder Radfahrer auch ohne Führerschein.
Gabriele Friedrich:
@A.Kämpflein das ist kein Verbrechen sondern eine Verkehrswidrigkeit und ausserdem hat das etwas mit Verantwortung und Regeln und Gesetzen zu tun. Knöllchen- und fertig ! Ohne Füherschein hat man so ein Ding nicht zu fahren. Unsere Polizei ist unser einziger Schutz bei solchen Leuten, die meinen sie hätten Sonderrechte.Wenn derjenige nun betrunken gewesen wäre und hätte ein Kind angefahren, wäre das Geschrei groß. Und Sie gehen wählen ? Mit so einer Ansicht ? Na Servus !
Gabriele Friedrich:
[ Zitat ] Abschließend war es für die Mayener Sozialdemokraten eine Selbstverständlichkeit, die Aberkennung der „Ehrenbürgerschaft“ von A. Hitler mit zu beschließen [ Zitat Ende ] Herzlichen Glückwunsch an die SPD und die Stadt Mayen. Nach 75 Jahren! hat man einem Mörder und Volksthyrannen die Ehrenbürgerschaft aberkannt. Und wie lange dauert es, bis die Mayener eine Kritik annehmen und einmal drüber nachdenken? Wie lange braucht es denn, eine Stadt kaputt zu machen, Kopfsteinpflaster wie in Kaisers Zeiten durch die gesamte City zu tackern, das sich jeder Gehbehinderte den Hals bricht und sich mit dem Rollator die restlichen Knochen bricht ? Warum ist Mayen immer noch so rückständig? Mayen bietet immer noch keinen Service, keinerlei Kommunikation und keine Einkaufsmöglichkeit für alte Menschen. Sollen wir raus aus der Stadt- wie im Mittelalter ? Flanieren in Mayen? Geht nicht mehr, und was wollt ihr dann mit einem Hotel? Erstmal die Ruinen abreißen und die Eigentümer in die Pflicht
K. Schmidt:
Mit anderen Worten: Die 5 AfD-Stadtratsmitglieder bilden gegenüber den anderen 43 die absolute Mehrheit. Denn so wie sie abstimmen, darf schließlich kein echter Demokrat abstimmen. ergo: Politisches Kasperletheater, allerdümmster Art. Und wiedermal Stärkung einer Partei, die doch angeblich niemand stark haben will.
Helmut Gelhardt:
Wer sich in die Hände der Rechtsreaktionäre, hier der AfD, begibt, kommt politisch in deren Händen um. Das hätte gegolten für die Papaya-Koalition unter der Führung des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Neuwieder Stadtrat, Herrn Martin Hahn, der vor dem 'Abwahlverfahren Mang' bewusst in Kauf genommen hat, Bürgermeister Mang, SPD, mit Hilfe der AfD zu stürzen. Und das gilt gleichermaßen jetzt für Herrn Bürgermeister Mang, der es jedenfalls im Ergebnis hingenommen hat, dass seine Abwahl nur mit der Enthaltung der AfD verhindert wurde. Die Schändlichkeit der maß- und zügellosen Treibjagd gegen Mang durch in erster Linie sich christliche Demokraten nennende Personen im Neuwieder Stadtrat bleibt bestehen! Das sich als Bürgermeister Stützen-lassen durch die rechtsreaktionäre AfD ist für Herrn Mang als Sozialdemokrat absolut undenkbar! Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Für Herrn Martin Hahn nicht.Und für Herrn Mang nicht. Am Abwahl-Abend hat die AfD obsiegt. Das ist niemals hinnehmbar!
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