Allgemeine Berichte | 27.07.2020

Modellflächen des Berufsförderungswerkes in Vallendar blühen auf

Der Rasentraktor macht jetzt Pause

Welcher Lebensraum ist das? Zur besseren Information werden demnächst Schilder auf dem BFW-Gelände aufgestellt. Fotos: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Vallendar. Auf den Außengeländeflächen des Berufsförderungswerkes (BFW) in Vallendar, auf denen sich vorher langweiliges kurzgemähtes Rasengrün ausdehnte, sieht man heute vielfältige Wiesenlandschaften aufwachsen. Ein regelmäßiges Mähen der Flächen ist nicht erforderlich - der Rasentraktor kann jetzt Pause machen. „Richtig schön und viel schöner als die Rasenflächen, die im Sommer nach Hitzeperioden total verdorren, sehen die Wiesen mit den vielen verschiedenen Gräsern aus. Wirklich eine Bereicherung im Vergleich zum Vielschnittrasen in den Jahren zuvor“, freuen sich Werner Meurer und Lutz-Eckhard Jores vom Berufsförderungswerk.

Das BFW in Vallendar beteiligt sich seit dem vergangenen Jahr am Projekt „Mehr als nur Grün“, einem Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz. An verschiedenen Modellflächen werden dabei mittels unterschiedlicher Methoden unter anderem Rasenflächen in Blumenwiesen umgewandelt und dadurch vielfältige Lebensräume für Flora und Fauna geschaffen. Große Teile der weitläufigen Grünflächen des Berufsförderungswerkes wurden 2019 zunächst probeweise mit Miet-Schafen beweidet.

In diesem Jahr wachsen alle nicht gebrauchten Rasenflächen zu Wiesen auf. Diese sollen möglichst vielen Insekten und anderen Tierarten einen Wiesen-Lebensraum bieten und Räume für die Fortpflanzung und Überwinterung bereitstellen.

Bei der gemeinsamen Geländebegehung mit Vertretern des BFW und dem Projektteam „Mehr als nur Grün“ wurden unterschiedliche Mähtechniken mit ihren Vor- und Nachteilen diskutiert. Ein zentrales Thema bei der Pflege von Wiesen gerade auch unter tierökologischen Gesichtspunkten ist der Einsatz möglichst tierschonender Maschinen und Geräte. „Die jeweilige Mähtechnik mit und ohne Abfuhr des Mahdgutes führt zu unterschiedlichen Verlusten bei Insekten, Kleinsäugern und Amphibien. Wiesen müssen aber gemäht werden, sonst verschwinden die typischen Wiesenpflanzen und mit ihnen die an sie angepassten Insekten und die auf diesen Lebensraum angewiesenen Tierarten“, erklärt Susanne Hildebrandt, die Projektkoordinatorin.

Auf dem Gelände bleibt zunächst der Mulchmäher im Einsatz. Zur Minderung, der bei einer Wiesenpflege nicht zu verhindernden Tierverluste, wurde eine Mosaikmahd vereinbart. Hierbei wird ein Teil der Wiesenflächen nach der Grasblüte gemäht und ein Teil bleibt als Altgrasfläche bis in das nächste Jahr stehen.

„Die stehen gelassenen Altgrasbestände bieten Fluchtmöglichkeiten und Ausweichräume für Wiesen bewohnende und besuchende Tierarten“, sagt Susanne Hildebrandt. Die Mahd-höhe soll mindestens zehn Zentimeter betragen, damit herabfallende Insekten eine Überlebenschance haben. Auch bei dem zur Grünlandpflege eingesetzten Rasentraktor des Berufsförderungswerkes wird die Mahdhöhe auf die maximal mögliche Einstellung erhöht. In einem nächsten Projektschritt werden die Ergebnisse einer studentischen Arbeit der Uni Koblenz erwartet. Mittels Bodenfallen für Käfer und Farbschalen für Blütenbesucher werden dieses Jahr die Modellflächen auf die vorkommenden Insektenarten untersucht.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Eine nicht gemähte Böschung bietet neuen Lebensraum für Insekten und Pflanzen wie die Acker-Witwenblume.

Eine nicht gemähte Böschung bietet neuen Lebensraum für Insekten und Pflanzen wie die Acker-Witwenblume.

Welcher Lebensraum ist das? Zur besseren Information werden demnächst Schilder auf dem BFW-Gelände aufgestellt. Fotos: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

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