Grundschule Plaidt
Der Schnee kam doch noch
Aufenthalt im Skischullandheim war ein voller Erfolg
Plaidt. „Und wo ist jetzt der Schnee?“ ruft Linus ganz erschüttert. Der achte. Skischullandheimaufenthalt der Grundschule Plaidt vom 3. bis 7. Februar beginnt mit braunen Feldern und entsetzten Gesichtern. In den letzten Wochen hat es zu wenig geschneit und die Temperaturen waren zu hoch. Die Lifte stehen still. „Da müssen wir uns was einfallen lassen,“ so Lehrerin Lena Redenbacher, die die Skiwoche dieses Jahr leitet. Am Abend werden Pläne geschmiedet und das Programm kurzerhand geändert. Dann passiert es doch. In der Nacht beginnt es heftig zu schneien. Am nächsten Morgen sind die braunen Wiesen vor dem Selbstversorgerhaus weiß getüncht. Bei den Kindern gibt es kein Halten mehr und nach einem kurzen Frühstück toben alle im Schnee. Weil die Lifte an diesem Tag noch nicht laufen, geht es auf eine winterliche Wanderung. Trotz der zehn Kilometern im Schneesturm machen die 31 sechs bis zehnjährigen Kids erstaunlich gut mit. Am nächsten Tag zieht es dann die gesamte Mannschaft auf die Pisten. Dieses Jahr ist die Reisegruppe besonders groß. Viele Eltern aus Plaid sind nach Schattwald im Mannheimer Tal mitgereist. Die Skiwoche hatte Angelika Mähler schon 2012 ins Leben gerufen. Die ehemalige Konrektorin der Grundschule Plaid verabschiedete sich allerdings gerade in den Ruhestand und übertrug die Verantwortung an das neue Team mit den Worten: „Hiermit übergebe ich Dir mein Kind!“. Glücklicherweise bleiben sie und ihr Mann Horst den Kindern weiterhin als Skilehrer erhalten. Die Koblenzerin Lena Redenbacher, die seit drei Jahren in der Grundschule Plaidt unterrichtet, hat für die Leitung dieser Ski-Woche eine Ausbildung beim Skiverband Rheinland absolviert. Alleine kann man ein solches Projekt aber nicht stemmen und so darf sie dieses Jahr auf ihre Kollegin Catarina Wetzels zählen. Zudem unterstützt die 14-jährige Schülerpraktikanti Lena Müller die Truppe am Hang. Nach dem ersten Tag auf der Piste gibt es vor allem eins: rotnasige und lachende Kindergesichter. Alle kommen mit dem Lift zurecht. Viele haben den Übungshang bereits verlassen. Die Kinder lernen in den fünf Tagen aber weit mehr als nur Skifahren. Selbstständig müssen sie sich um ihre Ausrüstung kümmern, selbst zum Duschen gehen, ihre Kleidung sortieren und mitgebrachte Aufgaben erledigen. Erstaunlich friedlich geht es abends in der Unterkunft zu. Die Kinder ziehen bei frischem Obst und Gemüse ein Resümee: Wintersport macht wirklich Spaß! Die nächsten Tage sind für die Reisegruppe ein Genuss, die Sonne scheint, es herrschen gute Pistenverhältnisse und die Kids machen große Fortschritte. Am letzten Abend gibt es für alle eine kleine selbst organisierte Après-Ski Party. Mit den Urkunden wird den Kindern am letzten Abend aber noch viel mehr übergeben: Lob, Selbstvertrauen und eine bleibende Erinnerung an eine abwechslungsreiche Zeit im Schnee.
