25 Jahre Pellenzer Lehrstellen- und Informationsbörse: Vom selbstgemalten Plakat zur Großveranstaltung
Der Sonntag als Erfolgsrezept
VG Pellenz. Martin Busenbender ist seit rund 20 Jahren für die Jugend-, Senioren- und Sozialarbeit der Ortsgemeinde Kruft zuständig. Ohne Übertreibung darf man ihn als den Kopf der Pellenzer Lehrstellen- und Informationsbörse bezeichnen. Diese fand zunächst viele Jahre lang in Kruft. Aufgrund der stetig wachsenden Größe erfolgte vor vier Jahren der Umzug nach Plaidt. In der dortigen IGS hat man einen idealen Veranstaltungsort gefunden.
Sage und schreibe 74 Aussteller waren bei der diesjährigen Messe vertreten. Die Vielfalt der Unternehmen und Institutionen machte deutlich, wie breit die beruflichen Möglichkeiten in der Region inzwischen sind. Von Handwerksbetrieben über Industrieunternehmen bis hin zu Dienstleistern und öffentlichen Arbeitgebern konnten sich die Besucher über unterschiedlichste Ausbildungs- und Berufswege informieren.
Bereits zu früher Stunde herrschte in der Sporthalle, auf dem Außengelände und in den Vortragsräumen reger Betrieb. Jugendliche kamen mit Eltern oder Freunden, informierten sich an den Ständen, stellten Fragen und knüpften erste Kontakte zu möglichen Ausbildungsbetrieben.
„Ich kann mich noch gut erinnern: In den Anfangsjahren hatten wir 18 Stände und ein selbstgemaltes Plakat“, schmunzelt Martin Busenbender. Zwischenzeitlich ist die Börse zu einer Großveranstaltung geworden, die professionell organisiert, beworben und durchgeführt wird.
Mit der 25. Auflage in diesem Jahr wurde ein besonderer Meilenstein erreicht. Die Schirmherrschaft für die Jubiläums-Börse hatte die Landtagsabgeordnete Anette Moesta übernommen. Auch sie zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung der Veranstaltung und nahm sich viel Zeit für einen Rundgang: „Es haben in den 25 Jahren gravierende Veränderungen stattgefunden. Es gab früher wenig Ausbildungsplätze und viele Bewerber. Das war ja auch der Grund, weshalb man damals die Messe initiiert hat. Mit dem Fachkräftemangel hat sich das umgekehrt. Es gibt heute wesentlich mehr Wertschätzung für die Auszubildenden. Ich finde es auch toll, dass immer mehr Aussteller ihre eigenen Auszubildenden als Ansprechpartner mitbringen. Hierdurch können Gespräche auf Augenhöhe geführt werden“, so die Schirmherrin.
Auch VG-Bürgermeister Sebastian Busch und der Plaidter Ortsbürgermeister Peter Wilkes nahmen an der offiziellen Eröffnung am Vormittag teil. Den ganzen Tag über herrschte reger Betrieb, sodass am späten Nachmittag bereits ein rundum positives Fazit gezogen werden konnte. Ausbildungsmessen gibt es inzwischen viele in der Region – doch die Pellenzer Börse war eine der ersten ihrer Art. Befragt, was das Erfolgsrezept der Veranstaltung ist, hat Organisator Martin Busenbender eine plausible Begründung: Die Pellenzer Lehrstellen- und Informationsbörse findet an einem Sonntag statt. Was auf den ersten Blick wie ein vermeintlicher Nachteil wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als großer Vorteil: „Hierdurch wird die Freiwilligkeit der Besucher herausgekitzelt. Hier erscheint niemand, weil er es muss, sondern weil er es will. Das bestätigen uns auch die Unternehmer. Sie betonen, dass hier qualitativ gute Gespräche geführt werden“, erklärt Busenbender.
Gerade in Zeiten, in denen Informationen über Ausbildungsberufe und Unternehmen jederzeit digital abrufbar sind, kommt dem persönlichen Kontakt eine besondere Bedeutung zu.
Zugleich nennt Busenbender noch einen weiteren Vorteil des Veranstaltungstags: „Durch den Sonntag haben die Jugendlichen auch die Möglichkeit, ihre Familien mitzubringen. Sie sind zwar grundsätzlich bereits sehr selbstständig, aber manchmal ist es für sie auch wichtig, dass die Eltern als Stütze im Hintergrund dabei sind“, betont Busenbender.
Aus der einst kleinen Veranstaltung mit 18 Ständen ist damit innerhalb eines Vierteljahrhunderts eine etablierte Berufsmesse geworden, die nicht mehr wegzudenken ist. Die Pellenzer Lehrstellen- und Informationsbörse bringt seit 25 Jahren beide Seiten zusammen: Jugendliche, die auf der Suche nach ihrem beruflichen Weg sind, und Unternehmen, die qualifizierten Nachwuchs suchen. Genau dieser direkte Austausch macht den besonderen Charakter der Veranstaltung aus.
Die 25. Auflage hat damit einmal mehr gezeigt, dass eine gute berufliche Entscheidung vor allem eines braucht: Informationen, gute Gespräche und möglichst viele Möglichkeiten. Im digitalen Zeitalter ist der persönliche Eindruck vielleicht wichtiger denn je. Denn letztlich entsteht der erste Kontakt zwischen einem Jugendlichen und einem möglichen Ausbildungsbetrieb nicht selten an einem Messestand – im direkten Gespräch, von Mensch zu Mensch.
Auch mit Glücksrad-Aktionen wurden die Jugendlichen auf die Stände aufmerksam gemacht.
„Aller Anfang ist jetzt leicht“, lautete das Motto bei der Firma Westnetz.
Die Sporthalle der IGS Pellenz bot ausreichend Platz für die zahlreichen Unternehmensstände.Fotos: KH