Der Fußball war und ist bis heute die große Leidenschaft des neuen Ehrenbürgers
Der Verein VfB Polch ist untrennbar mit dem Namen Anton Reiter verbunden
Polch. Die Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Polch am vergangenen Samstag um 14 Uhr passte so gar nicht in den persönlichen Terminkalender von Anton Reiter. Schließlich musste sein geliebter Fußball-Nachwuchs, die D-Jugend der JSG Maifeld, um 10.30 Uhr zum fälligen Meisterschaftsspiel der Leistungsklasse in Niederzissen antreten. Im Normalfall hätte es rein zeitlich gepasst, aber Ehefrau Ursula hatte dem 75-jährigen Co-Trainer und Betreuer höflich zu verstehen gegeben, dass es eng werden könnte und es an diesem besonderen Tag auch mal ohne ihn gehen müsse. Sohn Marcus (als Trainer) und Enkelkind Florian (als Spieler) machten sich also allein auf nach Niederzissen und brachten eine 0:7-Niederlage im Gepäck (pünktlich) mit in den Ratssaal nach Polch.
Der Fußball war und ist bis heute seine große Leidenschaft. Fast 60 Jahre lang ist er Mitglied im VfB Polch, von 1997 bis 2018, also 21 Jahre lang, war er Vorsitzender des Gesamtvereins. Er übernahm im Lauf seiner Mitgliedschaft viele Tätigkeiten für die große Sportlergemeinde. Als Spieler, Schiedsrichter, Jugendtrainer, Kassierer, Geschäftsführer und bis 2018 als Vorsitzender. Er war immer auch bereit, Betreuer oder Platzkassierer zu sein. Das Mädchen für alles ist ein Urgestein dieses großen Polcher Vereins.
Des Weiteren organisierte Anton Reiter in den siebziger und achtziger Jahren Ferienfreizeiten des VfB Polch nach Österreich und Italien. Außerdem zeichnete er ab 1981 für einen internationalen Jugendaustausch des VfB Polch mit der englischen Stadt Farnham in der Grafschaft Surrey verantwortlich. Die Gründung der Herzsport- und Frauensportgruppe geht ebenfalls in Teilen auf die Initiative von Anton Reiter zurück.
Auszeichnung zum Ehrenvorsitzenden des VfB Polch
Im vergangenen Jahr wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Gesamtvereins VfB Polch ernannt. „Seine Kinder waren sogar im Trainingslager in Leienkaul mit dabei, ich habe sie im Laufstall aufwachsen gesehen“, erinnert sich sein Nachfolger Frank Breitbach. „Ich werde diese Momente nie vergessen. Der Verein VfB Polch ist untrennbar mit dem Namen Anton Reiter verbunden. Ich ziehe den Hut vor dir.“
Anton Reiter war darüber hinaus Sportkreisvorsitzender des Landkreises Mayen-Koblenz (1988 bis 1998) und Mitglied der Kreisspruchkammer des Fußballkreises Rhein-Ahr (von 1987 bis heute). „Er war der ruhende Pol in der Spruchkammer und hat menschliche Züge reingebracht“, denkt der langjährige Vorsitzende des Fußball-Kreises Rhein/Ahr, Walter Merten, gern an diese Zeit zurück. „Anton hatte immer Zeit. Ich habe mich immer gefragt: Wie geht das?“
Die Liebe seines Lebens, wie könnte es anders sein, hat er auf dem Sportplatz kennengelernt. Auf dem Sportgelände in Manderscheid in der Eifel hat es gefunkt, Toni Reiter heiratete seine Frau Ursula am 14. Oktober 1969. In diesem Jahr feiern die beiden daher ihre Goldene Hochzeit. Der 14. Oktober 2019 ist ein Montag. Eine Terminkollision mit einem Jugendspiel dürfte also ausbleiben.
In seiner aktiven Zeit schaffte es Anton Reiter (hintere Reihe, Dritter von links) zum Kreismeister 1967/1968
Das waren noch Zeiten: der jetzige Ehrenvorsitzende des VfB Polch, Anton Reiter, als Trainer der E-Jugend und sein Nachfolger Frank Breitbach (am Ball) als Spieler.
