Allgemeine Berichte | 04.05.2020, 09:17 Uhr

Zum Tag des Wolfes zieht der NABU Bilanz zur Situation der Wölfe im Land

Der Wolf zurück in Rheinland-Pfalz

Herdenschutzhund der Familie Dahm-Rulf auf ihrem Hof in Kirchwald. Foto: Heike Rulf

Mainz. Da sich der Mensch zwangsläufig zurückziehen musste, hat sich die Natur dieser Tage wieder etwas mehr Raum zurückholen können, was in der Bevölkerung durchaus auch positiv wahrgenommen wird. Das Zugeständnis, der Natur wieder mehr Platz einzuräumen, sollte ebenso für den Europäischen Wolf gelten, der in den letzten 20 Jahren Teile seines ursprünglichen Lebensraums in Deutschland wieder erfolgreich besiedelt hat. Zum Tag des Wolfes am 30. April wirft der Naturschutzbund (NABU) einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen in Rheinland-Pfalz.

Mittlerweile sind in fast alle Bundesländer Wölfe zurückgekehrt. Seit November 2019 wird für Rheinland-Pfalz laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) offiziell eine sesshafte Wölfin im Landkreis Altenkirchen geführt, die den Behörden bereits seit 2018 bekannt war. Immer wieder werden Wolfssichtungen, aber auch von ihnen gerissene Tiere oder überfahrene Wölfe gemeldet. Bis einzelne Wölfe genetisch sicher nachgewiesen sind und in der offiziellen Statistik auftauchen, vergeht viel Zeit, in der die Wölfe weiter mobil sind. So wurde im Januar dieses Jahres die zweite im Westerwald lebende Wölfin für den Landkreis Neuwied offiziell bestätigt. Eine kleine Sensation wurde kurze Zeit später im Februar bekannt, als das rheinland-pfälzische Umweltministerium die erste Wolfsfamilie im Westerwald vermeldete. „Bei der Begleitung des natürlich ablaufenden Wiederansiedlungsprozesses sollte der Fokus auf dem Verständnis liegen, dass sowohl für Mensch als auch für Wolf ausreichend Lebensraum in Rheinland-Pfalz vorhanden ist“, so Ann-Sybil Kuckuk, Naturschutzreferentin des NABU-Landesverbandes. Unter dem Motto „Wölfe und Wir. Wege zum Miteinander“ informiert der NABU die Bevölkerung fachkundig über die Rückkehr und die Biologie der Wölfe. Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld ist die Umsetzung eines guten Herdenschutzes im Land. Zusätzlich zur bisherigen Förderung für die Anschaffung von Zäunen oder Herdenschutzhunden muss es aus Sicht des NABU für Tierhalter*innen einen Ausbau der Herdenschutzberatung geben, am besten angesiedelt an ein Landeskompetenzzentrum für den Wolf. Ein Zentrum für Herdenschutz wünscht sich auch Familie Dahm-Rulf aus Kirchwald im Landkreis Mayen-Koblenz, die auf ihrem Hof mit 120 Moorschnucken und Burenziegen seit Februar von zwei Pyrenäenberghunden unterstützt wird. „Die Herdenschutzhunde verhalten sich charakterlich einwandfrei und sind mittlerweile zu vollwertigen Herdenmitgliedern geworden“, berichtet Schafzüchterin Rulf dem NABU. Als Vorreiterin in Rheinland-Pfalz möchte sie gerne mit dem Land und anderen Tierhalter*innen zusammenarbeiten und zeigen, dass ein Miteinander von Wolf, Weidetier und Mensch möglich ist. Neben dem wichtigen Austausch mit Behörden und anderen Akteur*innen wird der NABU Rheinland-Pfalz die Rückkehr der Wölfe weiterhin mit Fachinformationen, Materialien sowie Veranstaltungsangeboten von NABU-Gruppen und ausgebildeten NABU-Wolfsbotschafter*innen fachkundig begleiten.

Hintergrund: Seit dem Jahr 2000 gibt es wieder Wölfe in Deutschland. Seitdem begleitet der NABU auf Bundes- und Landesebene die Rückkehr des Wolfes in sein natürliches Verbreitungsgebiet. In Rheinland-Pfalz hat der NABU zusammen mit dem Land, Vertretern*innen der Nutztierhalter*innen und dem Landesjagdverband den „Managementplan für den Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz“ erarbeitet. Rund 300 ehrenamtlich tätige NABU-Wolfsbotschafter*innen hat der NABU seit der Rückkehr des Wolfes bundesweit ausgebildet. Zusammen mit den Fachleuten der NABU Bundes- und Landesverbände und den NABU-Gruppen informieren und beraten diese Bürger*innen, Landnutzer*innen, Politik und Verwaltung zum Thema Wolf.

Mehr zum Wolf in Rheinland-Pfalz: www.NABU-RLP.de

Weitere Informationen zum Tag des Wolfes: www.NABU.de

Mehr zur „Moorschnucken- und Burenziegenzucht Familie Dahm-Rulf“ auf ihrer Facebookseite und über Tel. (0 15 11) 56 70 714.

Wolfshinweise bitte immer über die offizielle Hotline der Landesbehörden melden: Tel. (0 63 06) 91 11 99 oder Wolf@SNU.RLP.de

Pressemitteilung

NABU Rheinland-Pfalz

Herdenschutzhund der Familie Dahm-Rulf auf ihrem Hof in Kirchwald. Foto: Heike Rulf

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