Kreistag beschloss mit großer Mehrheit den Ausbau der K 18
Der maroden Cochemer „Stadtwaldlinie“ kann jetzt endlich zu Leibe gerückt werden
Cochem. Die Würfel sind (endlich) gefallen. Laut Kreistagsbeschluss, der von einer großen Mehrheit getragen wurde, soll jetzt zeitnah die marode K 18, den meisten als Cochemer „Stadtwaldlinie“ bekannt, ausgebaut werden. Dieses Projekt, das den Kreistag bereits seit Jahren beschäftigt und bezüglich seiner Realisierung schon immer als dringlich galt, wurde bei der jüngsten Kreistagssitzung aus der Sparte „Höchste Priorität bei Straßenbaumaßnahmen“ in die nächste Abteilung „Ausschreibung für eine baldige Umsetzung“ versetzt.
Parallel hierzu soll ein entsprechender Förderantrag an das Land gestellt werden, um vielleicht schon in der ersten Jahreshälfte von 2017 mit dem Ausbau beginnen zu können. Auch Landrat Manfred Schnur machte sich für das Projekt „Stadtwaldlinie“ stark und resümierte, dass es nur eine Entscheidung, nämlich die zu einer schnellen Umsetzung dieses wichtigen Bauvorhabens, geben könne.
In diesem Zusammenhang ging der Kreischef auf die Bedeutung der K 18 unter anderem als schneller Rettungsweg für das Cochemer Schulzentrum in der angrenzenden Oberstadt sowie die Verbindung zum Touristenmagneten Reichsburg ein. Ein „Ja“ für das Projekt kam auch vom Cochemer Stadtrat, der bereits im Vorfeld zugestimmt hatte und bereit ist, den anfallenden Unterhaltungsaufwand von 600.000 Euro, nebst Entsorgung von anfallenden Altlasten im Bereich der Straße, zu übernehmen. Ein positives Signal kam ebenso aus Mainz. Demnach stellt das Land Fördermittel von 70 Prozent der Baukosten in Aussicht.
Ein fader Beigeschmack
Fader Beigeschmack: In den kommenden fünf Jahren muss der Kreis auf weitere Kreisstraßenbauvorhaben verzichten. Ausnahmen wären dabei lediglich sogenannte „unabweisbare Maßnahmen“ oder Projekte, bei denen es um die öffentliche Sicherheit geht. „Damit kann der Kreis aber wirklich leben“, so der Landrat abschließend. Ebenso wie Manfred Schnur sah es auch der Großteil der anwesenden Kreistagsmitglieder in den einzelnen Fraktionen.
Zwar wird es mit veranschlagten elf Millionen Euro eines der größten Straßenbauprojekte des Landes, doch wird hier übereinstimmend eine dringende Notwendigkeit zugrunde gelegt. SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Schuwerack sieht in dem Ausbau ebenso wie FWG-Vertreter Matthias Müller eine wichtige Investition in die Sicherheit und die Zukunft. Damit lagen beide auch auf einer Linie mit der CDU-Fraktion.
Für die unterstrich Alfred Steimers die Wichtigkeit des Projekts, ebenfalls im Hinblick auf schnelle Rettungswege in die Oberstadt und das dortige Schulzentrum. Beide Fraktionen machten allerdings keinen Hehl daraus, dass nach dem Ausbau der K 18 auch in anderen Regionen des Kreises ein verstärkter Blick auf Straßenbaumaßnahmen geworfen werden müsse. Speziell hier erwarte er dann auch eine Solidarität des Kreises außerhalb von Cochem, unterstrich Steimers.
MdL Benedikt Oster von der SPD-Fraktion mahnte an, sich nach dem Ablauf der vom Land vorgegebenen Fünfjahresfrist für eine Wiederaufnahme weiterer Bauvorhaben ebenfalls verstärkt in der Region umzuschauen. Eine schnelle Anbindung an Cochem-Brauheck dürfte dann als nächstes Projekt keine Priorität haben. Als einen unverhältnismäßigen Einsatz von Steuergeldern bezeichnete Grünen-Sprecher Peter Minnebeck die Absicht des Ausbaus der K 18. Des weiteren sah er in dem Projekt ein rein städtisches Problem und mahnte vor einem finanziellen und ökologischen Risiko.
Trotzdem wollte er den Grünen-Kollegen aus Cochem, die das Projekt befürworten, nicht in den Rücken fallen. Resultierend gab es von ihm deshalb eine Stimmenthaltung. AfD-Vorsitzender Martin Fischer sprach von unverhältnismäßig hohen Kosten, räumte aber bei seinen Ausführungen die Notwendigkeit der Straße ein. Bei der finalen Abstimmung gab es am Ende dann tatsächlich nur eine Nein-Stimme von der FWG sowie Enthaltungen von den Grünen und der AfD. Alle anderen Stimmberechtigten votierten dafür.
Probebohrungen ins angrenzende Felsgestein sind bereits gemacht. Im ersten Halbjahr 2017 soll es an die Realisierung des Projekts gehen.
Das Nadelöhr im oberen Teil der Straße soll im Rahmen der anstehenden Ausbaumaßnahmen ebenfalls entschärft werden.
