Allgemeine Berichte | 14.08.2019

Amphitheater im Rheinbacher Freizeitpark wird zur Bühne

Der wundervolle Zauberer von Oz etzt auf Herz, Verstand und Mut

Der neu gegründete Verein „Rampenwutz“ will auf lange Sicht jedes Jahr Sommerfestspiele in Rheinbach veranstalten – Premiere am 23. August

Das Theaterstück „Der wundervolle Zauberer von Oz“ hat am Freitag, 23. August, um 16 Uhr Premiere im Amphitheater im Rheinbacher Freizeitpark. Das Ensemble mit (von links) Raoul Migliosi, Franziska Stephan, Andrea Esser, Sasha Bornemann, Christina Stephan und Jonas Herkenhoff freuen sich schon darauf. Foto: JOST

Rheinbach. Mit dem Theaterstück „Der wundervolle Zauberer von Oz“ für Kinder und Erwachsene will der neu gegründete Verein „Rampenwutz“ das fast vergessene Amphitheater im Rheinbacher Freizeitpark aus seinem Dornröschenschlaf erwecken. „Auf lange Sicht würden wir gerne jedes Jahr Sommerfestspiele in Rheinbach veranstalten mit verschiedenen Theaterstücken, für Kinder wie auch für Erwachsene“, erklärte die Vorsitzende Christina Stephan beim Probenauftakt zwei Wochen vor der Premiere. „Damit wollen wir der ganzen Region ein neues Kulturangebot machen.“

Das Ensemble besteht aus fünf professionellen Schauspielern und Musical-Darstellern, hinter den Kulissen arbeiten die Vereinsmitglieder an Kostüm, Maske und Bühnenbild oder verkaufen Tickets. Die Musik zu dem bekannten Stück, das von Christina Stephan in einer Klausurwoche an der Ostsee in eine moderne Version umgeschrieben wurde, kommt von dem Komponisten Jonas Pieper. Bei diesem Theaterstück mit Musik werden drei Lieder gesungen, eines davon gleich mehrmals, und schon bei den ersten Proben wurde deutlich, dass hier ausgezeichnete und gut ausgebildete Sänger und Schauspieler am Werk sind.

Nirgends ist es schöner als zu Hause

Vor allem das die „Erst mit Herz, Verstand und Mut kann ich sagen: nirgends ist es schöner als zu Hause!“, ist ein wahrer Ohrwurm. Zugleich fasst das Lied ein wenig die Intention des Theaterstücks, frei nach dem Klassiker von Frank Baum, zusammen: die kleine Thea aus Rheinbach findet auf ihrer abenteuerlichen Reise ins Zauberland von Oz heraus, dass alle Antworten auf ihre Fragen in mir selbst liegen. Dabei lernt sie mithilfe ihrer Freunde, sich ihren Ängsten zu stellen und für selbst einzustehen. „Ein nach wie vor sehr aktuelle Stück“, findet Regisseurin Stephan. Allerdings habe sie es in die heutige Lebenssituation übersetzt, wo beispielsweise für Hauptdarstellerin Dorothea mit ihren zwölf Jahren das Smartphone das wichtigste Objekt ist. Doch sie lernt auf ihrer Reise ins Zauberland Oz auch andere, wichtigere Werte kennen.

Aufgewachsen in Rheinbach und schon immer sehr bühnen-affin, bedauerte Christina Stephan das magere Theaterangebot in ihrer Heimatstadt. Schon in ihrer Zeit am Städtischen Gymnasium, wo sie 2009 Abitur machte, war sie eine der Mitbegründer der dortigen Theater-AG und sammelte dort erste Erfahrungen im Schreiben von Theaterstücken. Aufgeführt wurden damals etwa „Im Schatten der Maske“ oder“ Piraten“, anschließend besuchte sie die Hamburg School of Entertainment und schloss dort ihre Schauspiel-Ausbildung 2013 ab. Während dieser Zeit schrieb sie auch Stücke für eine Jugend-Theatergruppe, die am Alster-Theater aufgeführt wurden. Ihr Traum ist es, einmal ein eigenes Theater zu leiten. Erst jüngst begeisterte sie bei der Veranstaltung „Rheinbach Classics“ mit ihrem Walking Act als Eisprinzessin und Schneekönigin. Im Stück „Der wundervolle Zauberer von Oz“ spielt sie den Löwen.

Hochkarätiges Theaterensemble in Aktion

Die Rolle des Zauberers übernimmt ihr Lebensgefährte Raoul Migliosi, ebenfalls Schauspieler, der seine Ausbildung in Köln absolvierte, seitdem erfolgreich freiberuflich tätig ist und schon in einigen Fernsehproduktionen wie „Wilsberg“ und „Pastewka“ zu sehen war. Die Hauptrolle der Dorothea verkörpert Andrea Esser, die ihre Musicalausbildung an der „Dance and Arts Academy of the performing Arts“ in Mainz absolvierte. Die Vogelscheuche wird dargestellt von Jonas Herkenhoff, er machte seine Ausbildung an der Schauspielschule Siegburg und spielt seitdem in verschiedenen Theatern und Produktionen in Bochum, Koblenz und vor allem in der freien Kölner Theaterszene. Der Blechmann schließlich wird von Sasha Bornemann gespielt, er studierte an der Schauspielschule Kassel und war schon während der Ausbildung in diversen Werbespots und Theaterproduktionen zu sehen. So kann man sich schon jetzt auf ein hochkarätiges Theaterensemble freuen, das mit Herz, Verstand und Mut bei der Sache ist.

Das Theaterstück für die ganze Familie dauert etwa 90 Minuten und hat eine Pause, „unsere Version hat zudem sehr viel Lokalbezug, das Bühnenbild der Smaragdstadt besteht beispielsweise aus Rheinbacher Wahrzeichen wie dem Hexenturm oder der Kirche – nur in grün“, verspricht Stephan. Dazu sollen die Zuschauer auch an einigen Stellen aktiv mit einbezogen werden, ein bisschen so wie in der berühmten „Rocky Horror Show“. Damit wolle man ein neues Theatererlebnis schaffen, das die Rheinbacher bislang noch nicht kennen und sie so für Open-Air-Produktionen begeistern. Denn die Theaterwoche soll keine Eintagsfliege bleiben, sondern jedes Jahr neu aufgelegt werden. Künftig will man aufgrund der Rheinbacher Geschichte immer mindestens ein Stück mit dem Thema „Hexen“ im Programm haben.

Karten im Vorverkauf

Premiere des Stückes „Der wundervolle Zauberer von Oz“ ist am Freitag, 23. August, um 16 Uhr im Amphitheater im Rheinbacher Freizeitpark. Weitere Vorstellungen sind am Samstag, 24. August, und Sonntag, 25. August, jeweils um 16 Uhr. Weiter geht es am Freitag, 30. August um 16 Uhr, am Samstag, 31. August um 17 Uhr, die letzte Vorstellung ist am Sonntag, 1. September, um 16 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es in der Raiffeisenbank Rheinbach und auf der Homepage www.rampenwutz.de.

JOST

Das Theaterstück „Der wundervolle Zauberer von Oz“ hat am Freitag, 23. August, um 16 Uhr Premiere im Amphitheater im Rheinbacher Freizeitpark. Das Ensemble mit (von links) Raoul Migliosi, Franziska Stephan, Andrea Esser, Sasha Bornemann, Christina Stephan und Jonas Herkenhoff freuen sich schon darauf. Foto: JOST

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