Zusammen mit dem Kölner Künstler Wolfgang Sturm gestalten
Dernauer Spielplatz um eine Attraktion reicher
Bad Neuenahr, Dernau. Der Spielplatz in Dernau erfreut sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Doch auch am Dernauer Spielplatz war der Zahn der Zeit nicht spurlos vorüber gegangen. Und so entwickelte die Dernauer Mahrgemeinschaft die Idee einer Um- und Neugestaltung. In Eigenregie, unterstützt von Spenden, reparierten und erneuerten engagierte Dernauer Bürgerinnen und Bürger die unterschiedlichen Spielgeräte und gaben dem Spielplatz ein gleichsam „runderneuertes Gesicht.“ Einer Eigenart des Spielplatzes, die seinen Besuchern schon ein Dorn im Auge war, galt dabei ihr besonderes Augenmerk: Der grauen, düsteren Bunkerwand.
Die düstere, dunkelgraue Bunkerwand ist Vergangenheit. Stattdessen ein buntes, hippes, vielschichtiges Graffitikunstwerk, auf dem es viel zu entdecken gibt. Dem Vereinsvorsitzenden Bernd Weber war es gelungen die stellvertretenden Schulleiterin der BBS des Ahrkreises, Gundi Kontakis für das Spielplatzprojekt zu gewinnen.
Die Neugestaltung des Dernauer Spielplatzes wurde praktischer Unterrichtsinhalt von Schülerinnen und Schülern der BBS. In einem mehrtägigen, fächer- und schulartübergreifenden Projekt verwandelten die Maler-Abschlussklasse, ML 13, zusammen mit der Unterstufe der angehenden Mediengestalter, HBF MM 15, und dem Kölner Graffitikünstler Wolfgang Sturm, sowie den Fach- und Gestaltungslehrern, Carsten Thewes und Carla Kolz, den kalten Beton in ein freches, fröhliches und buntes Kunstwerk, eines Spielplatzes würdig. Schon im Vorfeld hatten ehrenamtliche Helfer aus Dernau die Bunkerwand gründlich von Pflanzenresten und anderen Verunreinigungen gereinigt. In einem ersten Arbeitsschritt, isolierten und grundierten die Berufsschüler die Bunkerwand, um sie in einem zweiten Schritt mit einem Spezialanstrich, einer vorbereitenden Beschichtung, zu versehen. Die für die Grundierung notwendige zwischenzeitliche Trocknungszeit nutze man für eine gemeinsame, geführte Betriebsbesichtigung der Firma Jansen-Lacke in Ahrweiler. Den Abschluss dieser ersten Phase bildete für die zukünftigen Maler und Lackierer der unter fachspezifischen Gesichtspunkten durchgeführte Besuch der Ahrweiler Römervilla. „Ein volles und anstrengendes Programm, wie Thewes bemerkt. „Aber die Schüler haben die Arbeiten sehr sauber und fachgerecht erledigt und auch bei den Besichtigungen sehr gut durchgehalten.“
Und auf die Maler folgten die Mediengestalter. Ende April besuchte der Graffitikünstler Wolfgang Sturm die 32 Schülerinnen und Schüler der Medienunterstufe und gab Einblicke in seine Arbeit und die Entwicklung der Graffiti- Kunst („Street Art“). Dabei stellte er den angehenden Mediengestaltern auch seine projektvorbereitenenden technischen Zeichnungen und Entwürfe vor.
Diese ermöglichten es den Schülern am ersten von zwei Projekttagen eigene Schriftzüge zu gestalten und mittels speziellem Papier, Cutter und Schneideunterlage Schriftschablonen herzustellen. Thema: „Der Weltraum (Space) – unendliche Weiten“. Sowohl Sturm als auch die Schüler zeigten sich begeistert: „Alle sind voll dabei, in höchstem Maße engagiert und konzentriert. Das macht riesigen Spaß“, so der Künstler. Und die Schüler äußern sich ähnlich: „Herr Sturm ist überhaupt nicht abgehoben, geht auf uns ein und zeigt und erklärt uns, worauf es ankommt.“
ðDann geht’s endlich nach draußen: Die Schüler starten erste Sprühversuche auf der gespannten Folie, üben den Umgang mit der Spraydose und den verschieden Caps. Der Künstler: Anwesend, mit Rat und Tat zu Seite stehend: Kritisch und aufmunternd zugleich. Die Absprachen und Planungen für den „Ernstfall am nächsten Tag“ werden besprochen. Schließlich: Freitag Morgen: Kühl, aber kein Regen, Sonne in Sicht. Jetzt gilt´s: Die Baustelle wird eingerichtet: Abdecken mit Malervlies, fachgerechtes Abkleben, Anschleifen der Metalltüre. Die Leitern werden positioniert, Atemschutzmasken und Einmalhandschuhe verteilt. Der Schriftzug „DERNAU“ wird vorgesprayt. Die SchülerInnen und Schüler teilen sich in „Farbgruppen“ auf und verteilen sich zu den einzelnen Buchstaben; Die Farbverläufe werden dargestellt, will sagen gesprayt. Den Höhepunkt des Sprayens bildet die Gestaltung von Planeten und Asteroiden mit Hilfe der vorher angefertigten Schablonen. „Sprayen ist zwar cool“, weiß eine Schülerin zu berichten, „aber man muss sich schon konzentrieren und genau bei der Sache bleiben.“ Gegen Mittag sind die Arbeiten schon weit fortgeschritten. Zeit für ein mediterranes Mittagsmahl. Bei gefühlt 173 Pizzen und gekühlten Getränken bewundern Sturm und seine „Künstlerkollegen“ ihr Werk. Am Nachmittag sprühen die SchülerInnen ihre Namen auf die ehemals graue Bunkerwand. „Schließlich“, so ein Schüler, „soll man ja wissen, wer die Wand zum Leben erweckt hat.“ Und auch Kolz und Sturm zeigen sich voll des Lobes: „Solch ein Projekt gibt es nicht alle Tage. Es sprengt den Schulalltag und vermittelt den Schülerinnen und Schülern auf ganz besondere Weise fachliche und persönliche Kompetenzen.“ Und eine Schülerin ergänzt: „Ich habe den Eindruck, dass wir uns alle handwerklich und gestalterisch weiterentwickelt haben. Und selbst das Aufräumen hat Spaß gemacht.
Auch für die Klassengemeinschaft war es gut.“
Pressemitteilung BBS
