Allgemeine Berichte | 17.10.2024, 12:53 Uhr

Frostschäden und Pilzdruck machten den Ahrwinzern die Arbeit schwer

Desaströse Erträge: Bilanz zur Weinlese an der Ahr

Weinberge an der Ahr nach der Weinlese. Foto: privat
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Der Weinjahrgang 2024 hatte an der Ahr im Verlauf der Vegetationsperiode mit einigen Widrigkeiten

zu kämpfen. Insgesamt sorgten verschiedene ungünstige Witterungsbedingungen für erhebliche Ertragseinbußen, in Verbindung mit dem guten Vorjahresergebnis betrachtet sogar für einen Mengeneinbruch. Die Gesamterntemenge wird für 2024 bei geschätzten 500 ha Ertragsrebfläche auf 14.600 hl veranschlagt. Diesbezüglich stimmen die Daten der amtlichen Statistik mit den Eigenerhebungen des Weinbauverbandes Ahr überein. Damit liegt die Ahr rund 64 Prozent unter dem Vorjahresresultat (Ernte 2023: 40.200 hl). Weinbaupräsident Hubert Pauly fasst die Bilanz wie folgt zusammen: „Es ist ein teurer Jahrgang 2024. Die Weinbaubetriebe mussten hohen Aufwand, verbunden mit hohen Kosten, betreiben. Der Erlös dagegen ist desaströs. Solche Weinjahre gibt es - sie sind einkalkuliert. Der Jahrgang 2024 ist knapp, die Preise bleiben aber stabil. Zudem stehen in den Weinkellern an der Ahr auch noch Weine des sehr guten Jahrgangs 2023 für die Vermarktung zur Verfügung“. Wie in den beiden Vorjahren 2022 und 2023 wurden in den Wintermonaten Januar bis März im Vergleich zum langjährigen Mittel deutlich mildere Temperaturen gemessen. Die Niederschläge fielen in diesem Zeitraum für die Jahreszeit überdurchschnittlich aus. Die Rebstöcke hatten somit günstige Bedingungen für einen frühen Austrieb. Winzerinnen und Winzer sorgen sich bei solch einer Ausgangslage naturgemäß vor möglichen Spätfrösten. Diese Bedenken bestätigten sich in diesem Jahr leider Ende April. In den beiden aufeinanderfolgenden Nächten vom 21. bis zum 23. April erfroren im Ahrtal bei Temperaturen von unter minus 2 Grad Celsius einige – insbesondere höhere – Lagen komplett. Die Ortslage Mayschoss steht dafür exemplarisch. Besonders hart traf es dabei die Junganlagen. Insgesamt war kaum ein Standort nicht betroffen. Dennoch gab es auch Standorte, die „Glück im Unglück“ hatten. So wurde die Ortslage Walporzheim weniger in Mitleidenschaft gezogen. Der erhoffte Wiederaustrieb der Beiaugen an den geschädigten Rebstöcken geschah in der Folge nur bedingt und konnte die Verluste erwartungsgemäß kaum kompensieren.

Die Frühjahrs- und die Frühsommerphase präsentierten sich vergleichsweise kühl mit Temperaturen leicht unterhalb des Durchschnitts der vorangegangenen Jahre. Dafür gab es sehr ergiebige Niederschlagsmengen. Überhaupt fanden längere Trockenperioden – wie sie seit dem Jahr 2003 durchgängig jährlich in den Frühlings- oder Sommermonaten registriert wurden – nicht statt. Ein nasser Sommer mit wechselhaftem Wetter begünstigte den Druck durch Pilzkrankheiten wie dem Echten und dem Falschen Mehltau enorm. Die dadurch an den Reben entstandenen Schäden konnten trotz der erforderlichen und auch durchgeführten höheren Pflanzenschutzaufwendungen nicht vermieden werden. Der Pflanzenschutz, speziell in den Steillagen per Hubschrauber aus der Luft, war vielerorts nur bedingt erfolgreich. Die Zahl der Applikationen lag rund 30 Prozent über dem Vorjahr und verursachte hohe Kosten.

Dementgegen schwanden mit jedem Regenschauer die Ertragserwartungen zusehends. Erwähnt werden muss dazu, dass zum Ende der Traubenreife einige Lagen unter Reh- und Schwarzwildschäden litten. Die Wildtiere fraßen in einigen Parzellen die wenigen verbliebenen Trauben gänzlich auf. Die Lese selbst verlief aufwendiger, da in Folge der Frostschäden und des teilweisen neuen Austriebes unterschiedliche Reifegrade der Trauben einen höheren Arbeitszeitbedarf erforderten. Angesichts der kleinen Ernte zählte jede Traube. Die Erntezeit startete um den Monatswechsel August/September mit der sehr frühen Rebsorte Solaris (geringe Anbaubedeutung), erstreckte sich anschließend dann von Anfang bis schwerpunktmäßig Mitte September mit den weiteren früheren Sorten wie Frühburgunder, Rivaner und Dornfelder. Die Leitsorte an der Ahr, der Spätburgunder, konnte in der letzten Septemberdekade und in der ersten Oktoberhälfte, bei zumeist stabilerem, sonnigem Altweibersommerwetter, in der Lesephase nochmals an Mostgewicht zulegen. Mitte Oktober schloss die Rieslinglese den Weinherbst an der Ahr ab. Die Qualität der angelieferten Trauben war zusammengefasst gut. Jahrgangstypisch war über fast alle Sorten hinweg eine relativ hohe Säure. Auch die Mostgewichte erreichten zum Großteil die angestrebten Werte und die vorhandenen Weine präsentieren sich vielversprechend was ihr Potential angeht.

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