Blumenkorso in Bad Ems
Deutschlands größte rollende Blumenschau zog durch die Straßen
Zehntausende Besucher lockte das Spektakel
Bad Ems. Am Sonntag war es soweit. Deutschlands größte rollende Blumenschau zog durch die Straßen der Kaiserlichen Kurstadt Bad Ems an der Lahn. Alljährlich lockt dieses Spektakel tausenden von Besucher am letzten Augustwochenende an die wunderschöne Lahn. Hier findet das viertägige älteste Volksfest, der Bartholomäusmarkt, statt. Höhepunkt dieses bunten Treibens ist der Blumenkorso.
Seit Monaten wurde an den tollen Wagen gebaut. In diesem Jahr erfreuten 44 Zugnummern die Besucher. Davon allein 23 monumentale Motivwagen deren Phantasie keine Grenzen gesetzt wurden.
1,5 Millionen Dahlienköpfe und 170000 Schnittblumen verarbeitet
1,5 Millionen Dahlienköpfe wurden in bunter Vielfalt verarbeitet. Dazu 170000 Schnittblumen, die zum fünfundzwanzigsten Mal von dem 14-köpfigen Floristenteam Peter Daemen aus Holland, die unter anderem den Prunkwagen der 21-jährigen Marktkönigin 2017 Kathrin Plaggenmeier und der Rosenkönigin Valesca Idler (Staatsbad Bad Ems) floral dekorierte und die Cabrios, die als Zugleitungsfahrzeuge mitfahren, mit Blumenarrangements schmückten.
Die Besucher konnten die bunten Skulpturen bereits ab zehn Uhr in der unteren Wilhelmsallee bewundern und Fotos zur Erinnerung schießen.
Von dort aus startete dann pünktlich um 14 Uhr die Blütenkarawane entlang der Lahn. Die Zugstrecke erstreckt sich über gute drei Kilometer und führt nach überqueren der Bäderleibrücke direkt ins Zentrum der Kurstadt Bad Ems. Somit hatten die Gäste von allen Seiten einen guten Blick auf das Blumenspektakel.
Angeführt wurde der Blumenkorso 2017 von der Polizei „Dein Freund und Helfer“. „Jetzt geht’s los...“, Dieses Kunstwerk der Blumensteck- und Bindekunst des Wagens des Bartholomäusmarktvereins erfreute jeden Zuschauer. Aus dem Käfer grüßten die Bartholomäusmarktkönigin aus dem vergangenen Jahr zusammen mit ihren Pagen, Lorena Werner und Viktoria Holstein.
Die Chaote-Cheerleader (Rheinhessen) bezauberten mit ihrer fast schon akrobatischen Darbietung das Publikum und ernteten großen Applaus. Der Nachwuchs der Wagenbauer „Eemser Pänz“ legte in diesem Jahr mit einer Bartholomäusmarkt-Flotte ab.
„Alles unter einen Hut“ brachten die Abteilungen des TV Bad Ems. Die Biker stellten sich mit rasanten Kunststücken auf zwei Rädern vor und die Leistungsturnerinnen sorgten mit Bogengängen, Überschlägen und Spagat für Aufsehen. Auch der Judo-Club Bad Ems war mit einer Fußgruppe, den kleinen und den großen Judokas, unterwegs. Mit einem bunten Kettcar und einem tollen Wagen „Burg Himeji“ (gehört zu den nationalen Kulturschätzen Japans), präsentierten sie ihre Sportart.
Die bunte „Barbapapa Familie“ rettete Tiere vor Umweltkatastrophen, gärtnerte gemeinsam und stritt sich fast nie. (Familiengemeinschaft Köppen, Haas, Dittrich). Mit „verrückten Leuten“ im Zeitgeist der 70-er Jahre ging die Wagenbaugemeinschaft Rosental das erste Mal auf die Korsostrecke. Auf die „Fünfte Jahreszeit“ machte die Bad Emser Karnevalsgesellschaft aufmerksam. „Drei Engel für Willi“, Nadine, Ildiko und Laura mit Prinzje Julius und Engelshüter Frank grüßten mit kräftigem Hellau. Der närrische Reporter Prinz Willi 2.0, konnte nicht selber das närrische Volk begrüßen, da er als „Marktmeister“ des Bartholomäusmarktes anderweitig beschäftigt war. Mit einer bunten Blumenwiese und überdimensionalen Schmetterling präsentierte sich der Fachbacher Carnevals Verein. „Es geht wieder aufwärts – gehen Sie mit!“, war der Slogan des Fördervereins für die Wiederbelebung der Malbergbahn.
Nicht wenige Bad Emser haben die Bahn noch in Betrieb erlebt und es ist immer noch das erklärte Ziel des Vereins, dies wieder zu erreichen. Ein erstes Etappen-Ziel auf diesem Weg wurde mit der Eröffnung des „Café Eckstein“ in der restaurierten Talstation der Malbergbahn erreicht. Bereits zum zweiten Mal ist dieses „Schmuckstück der Waggon der Talstation“ liebevoll erbaut von Jochen Hübel und Holger Schowtjak zu bewundern. Eine historische Fähre, die im 19. Jahrhundert auf der Lahn im Ort Dausenau unter anderem von den Bauern genutzt wurde, um das gemähte Gras der saftigen Wiesen der Taunusseite auf die Westerwaldseite Dausenaus zu befördern, erinnerte an die Zeit wo es noch keine Brücke über die Lahn, keine Schleusen auf der Lahn, keine Bebauung und keine Eisenbahn auf der Taunusseite gab. In diesem Jahr feiert der Lahnwanderweg seinen 5. Geburtstag, und der örtliche Wanderverein und die Touristiker feiern mit. Der Lahnwanderweg ist mit seinen 290 Kilometern Länge einer der attraktivsten Fernwanderwege Deutschlands. Mit zwei Touristen erfahrenen Eseln und einer bunten Fußgruppe in historischem Gewand zeigte sich die Stadt-und Touristikmarketing Bad Ems in Kooperation mit dem Taunusklub Bad Ems. Die CDU der Verbandsgemeinde schweifte in den Sternenhimmel mit „Pegasus“, in der griechischen Mythologie ein geflügeltes Pferd. Die Historische Kostümgruppe (Bad Ems) lässt die Zeit der „Great Spas of Europe“ lebendig werden, als Frau Gräfin und Herr Kommerzienrat die Kurpromenade bevölkerten. Sie erinnert an die historischen Kurgäste wie auch an die dienstbaren Geister im einstigen Weltbad Ems. Wer kennt diesen Ohrwurm nicht? „Da hat das rote Pferd sich einfach umgedreht….“ Markus Becker (Star-Gast) live beim Blumenkorso in einer 8.80 m langen Stretchlimousine. Den Großwildjägern des St.-Martins-Chores ist es gelungen, ein achtzehn Meter langes Krokodil zu „fangen“. Mit viel Liebe wurde es mumifiziert und danach mit über 50.000 Dahlien zu einem imposanten Korsowagen geschmückt – also „blumifiziert“. Nach „Pippi Langstrumpf“ im vergangenen Jahr, hat sich das Wagenbauer-Team des SPD-Ortsvereins Bad Ems in diesem Jahr dem Märchen „Frau Holle“ gewidmet.
Ein Kaffenkahn mit Einmastsegel diente bis Ende der 1920‘er Jahre u.a. in Brandenburg als Transport- und Schleppkahn auf der Oder und dem Oder-Havel-Kanal. Dort liegt auch Nieverns Partnerschaftsgemeinde Hohensaaten, auf deren Werft bis 1914 auch diese Kähne gebaut wurden. 2017 feiern die beiden Gemeinden das 25jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Was liegt da näher, als dies mit einem Schiff aus Hohensaaten, festgemacht an einem Holzpflock oder „Heckebock“ (dem Spitznamen der Nieverner) am Ufer der Lahn zu symbolisieren. Lutz Zaun, Bürgermeister der Gemeinde Nievern verteilte während der Zugstrecke tausend „Heckebock“ zu Kostprobe.
Ein majestätischer Zug
Majestätisch ging es im Zug weiter. Die charmante Marktkönigin Kathrin Plaggenmeier mit ihren Paginnen Anna-Lena Wallroth und Nadine Bröse, winkten dem Publikum entzückend von dem gigantischen Prunkwagen zu. Ganz in der Tradition der „belle epoque“ lud die „Firma EATON“, mit einem wunderschön geschmückten, feurigem zweispänniges Landauer Cabriolet zur Landpartie ein - die wohl eleganteste Art zur Teilnahme am Bad Emser Blumenkorso. Die Arbeiterwohlfahrt Ortsgruppe Bad Ems feierte mit ihrem Wagen 60 Jahre Ferienlagerun mit einem historischen Feuerwehrfahrzeug aus Blüten war die Freiwillige Feuerwehr Bad Ems beim Blumenkorso am Start. Auf der ganzen Welt sind Menschen im Pokémon-Fieber und verfolgen die virtuellen Gestalten auf dem Handybildschirm im Abbild der realen Welt. Um Pokémons zu fangen, muss man allerdings gut zu Fuß sein. Die Geschwister Denise Köppen und Nathalie Weiß mit Ehemann Domenik setzten dieses Kultspiel phantasievoll um. Auch ein Ford F150 Pickup durfte nicht fehlen und der Traditionsverein Spießer-Martini-Kirmes ließ dieses alte Fahrzeug im neuen Blumenglanz erstrahlen.
„Sommer, Sonne, Strand! Herz, was willst du Me(h)er. Wir nehmen Sie mit in die schönste Jahreszeit.“ Damit hatte die Interessengemeinschaft Scharf, Schuster und Nachtigall ins „Schwarze“ getroffen. Denn bei diesem tollen Sommerwetter und blauem Himmel, zeigte sich Bad Ems mit seinem Blumenkorso, der im Übrigen der drittgrößte der Welt ist von seiner farbenfrohsten Seite,
Musikalisch begleitet wurde die rollende üppige Blumenpracht von: DRK-Spielmanns- und Fanfarenzug (Rückers/Hessen), Kirchenmusikverein Kilianos (Nierstein/Rheinhessen), Rheingold Show & Brass Mainz 1978 e.V. (Mainz), Musik Corps Tann (Rhön) e.V. (Tann b. Fulda), Musikverein Gugge mer ma (Bad Ems/Lahn), Freier Fanfarenzug 1992 Dudweiler e.V. (Dudweiler/Saarland), Showtrompeten Mönchengladbach-Odenkirchen 1992 (MG-Odenkirchen/NRW), Musikverein Ebernhahn (Ebernhahn/Westerwald),
Wenn am Dienstag das Abschmücken der Wagen ist, wird bereits beim „Haxenessen“ im Anschluss über den Blumenkorso 2018 gesprochen und die ersten Ideen aufgeschrieben. Denn nach dem „Korso“ ist vor dem „Korso“.
Die charmante Marktkönigin Kathrin Plaggenmeier mit ihren Paginnen Anna-Lena Wallroth und Nadine Bröse.
„Es geht wieder aufwärts – gehen Sie mit!“, war der Slogan des Fördervereins für die Wiederbelebung der Malbergbahn.
Der Musikverein „Gugge mer‘ ma“ war in toller Aufmachung mit dabei.
Mit zwei Touristen erfahrenen Eseln und einer bunten Fußgruppe in historischem Gewand zeigte sich die Stadt-und Touristikmarketing Bad Ems in Kooperation mit dem Taunusklub Bad Ems
Lutz Zaun, Bürgermeister der Gemeinde Nievern verteilte während der Zugstrecke tausend „Heckebock“ zu Kostprobe.
Das Wagenbauer-Team des SPD-Ortsvereins Bad Ems hat sich in diesem Jahr dem Märchen „Frau Holle“ gewidmet.
Die Bartholomäusmarktkönigin aus dem vergangenen Jahr zusammen mit ihren Pagen, Lorena Werner und Viktoria Holstein.
