Burg Thurant schließt vorzeitig wegen Covid-19
Die Burgtore schließen sich wieder
Pandemieauflagen müssen erfüllt werden
Alken. Die Geschichte wiederholt sich: Es war im Frühjahr des Jahres Anno 1246 als der damalige Burggraf Berlewin von Alzey, genannt Zurno, befahl, die Tore der Burg zu schließen.
Draußen standen die Heere der Erzbischöfe von Köln und Trier und es begann eine fast 2-jährige Belagerung. Unter anderem warfen die Angreifer tote und verwesende Tiere in die Burg um dort eine Seuche auszulösen um die Verteidiger zur Aufgabe zu zwingen. Doch die Thuranter trugen Tücher und Masken um sich vor Ansteckung zu schützen. Die Belagerungszeit zog sich insgesamt über fast zwei Jahre hin und als der letzte Schluck Regenwasser getrunken und die letzte Katze gegessen war, musste die Veste sich ergeben. Weitere Pandemien (Pest) überzogen in den folgenden Jahrhunderten das Land. Hiervon zeugen noch sog. Pestkreuze, heute noch in den Gemarkungen zu finden sind. Die Leute trugen Tücher und Pestmasken um sich gegen Ansteckung zu schützen. „Auf den Kreuzzügen schützen uns Tücher vor den Sandstürmen. Es ist also für uns nichts Neues mit einer Maske herumzulaufen,“ meint Ansgar von Portas, einer der letzten noch dort hausenden Ritter. „Schon im Mittelalter schickte man in Italien Erkrankte in eine 40-tägige Quarantäne.“ 774 Jahre später, im Frühjahr anno 2020, stand erstmals COVID-19 mit der 4. Pandemie vor den Mauern, die sich dann bis zu Christi Himmelfahrt schlossen. Mit einschneidenden Auflagen für die Verwalter zog man das Fallgitter wieder nach oben. Besuchern wurde Zugang hinter den trutzigen Mauern nur gewährt, wenn sie einen Mund-Nasen-Schutz trugen - bis die Obrigkeit erneut verkündete, dass die Zahlen der Befallenen wieder so angestiegen seien, dass am 01. Nov. - 14 Tage vor der Winterpause - sich die Tore für 2020 endgültig schlossen. „Überwiegend bedingt durch die Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen mussten viele Arbeiten inner- und außerhalb der Burg zurückgestellt werden,“ so vonseiten der Kastellanen. „Diese gilt es in den nächsten Monaten, zusätzlich zu den Winterplanungen, aufzuarbeiten.“ Man hofft darauf, dass Anfang März 2021 Gäste wieder Zutritt auf Burg Thurant haben und sich somit alle Anstrengungen lohnen, das mittelalterliche Kleinod in neuem Glanz herauszuputzen.
