Allgemeine Berichte | 09.08.2019

6 x 11 Jahre Ehrengarde der Stadt Neuwied: Sparkasse präsentiert Ausstellung „Geschichte und Karneval“

„Die Ehrengarde verkörpert ein Stück Neuwieder Stadtgeschichte“

Stefanie Kugler und Manfred Wertgen geben den Schirmherren OB Jan Einig und Maximilian Fürst zu Wied sowie dem designierten Prinzenpaar und Hausherrn Dr. Hermann Josef Richard eine Einführung in die Ausstellung. Fotos: FF

Neuwied. Aus Anlass des närrischen Jubiläums von 6 x 11 Jahre zeigt eine Ausstellung in der Neuwieder Sparkasse die Geschichte der Ehrengarde der Stadt Neuwied. „Das ist ein tolles Fest, zu dem ein Rückblick lohnt“, begrüßte Dr. Hermann-Josef Richard die Gäste. Dem Hausherrn und Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse war es ein Vergnügen, den Jubilar und dessen Schirmherren, Maximilian Fürst zu Wied und Oberbürgermeister Jan Einig, in der Kundenhalle begrüßen zu dürfen. Als Geschenk überreichte Dr. Hermann-Josef Richard einen Scheck in Höhe von 666 Euro. Geld, dass die Ehrengarde gut gebrauchen kann. Denn wie immer und angefangen mit Robert Raab vor 55 Jahren stellt der Verein im Jubiläumsjahr das Neuwieder Stadtprinzenpaar. Am 9. November werden Markus Schröder und Michaela Beyer proklamiert.

Zur Ausstellungseröffnung schallte vergangene Woche auch das erste „Naiwidd Allaaf“ durch die Schalterhalle. „Ziemlich früh im Jahr“, wie Oberbürgermeister Jan Einig meinte. Aber, so hielt Neuwieds Stadtchef fest, ein Zeichen, dass die Neuwieder eben richtige Karnevalisten sind. Der Ehrengarde bescheinigte der Oberbürgermeister, mehr als ein Karnevalsverein zu sein, der das Brauchtum mit Leib und Seele pflegt.

„Die Ehrengarde verkörpert ein Stück Neuwieder Stadtgeschichte“, verdeutlichte Jan Einig. Auf Empfängen und Veranstaltungen wie beispielsweise dem Rheinland-Pfalz Tag sei die Ehrengarde ein eindrucksvoller Repräsentant der Stadt Neuwied. Das hängt eng mit der Entstehungsgeschichte des Vereins zusammen. Startschuss war die 300-Jahr-Feier der Stadt Neuwied im Jahr 1953. Junge Männer liefen als Wiedische Grenadiere beim großen Umzug durch die Stadt mit.

Garde mit Repräsentationsfunktion

Manfred Wertgen, gemeinsam mit Stefanie Kugler Organisator der Ausstellung, erklärte die Hintergründe. „Die Garde war Mitte des 18. Jahrhunderts von Alexander Graf zu Wied als Grenadierkompanie im Infanterieregiment ins Leben gerufen worden. Zu einer Zeit, als Ludwig XVI. in Frankreich und Friedrich der Große in Preußen regierte“. Der ehemalige Kommandeur der Ehrengarde wies darauf hin, dass die Ehrengarde keine Kampftruppe war, sondern vielmehr Repräsentationsfunktion hatte. Die Aufgaben bestanden darin, die Fürstenfamilie zum sonntäglichen Kirchgang zu begleiten und in den Gastwirtschaften mit dem Degen den Zapfenstreich zu verkünden. „Als drittes sollte die Garde gut aussehen – das können wir auch heute noch“, stellte Manfred Wertgen schmunzelnd fest. Die Uniformen, etwas verspielt und bunt, seien im Rokoko eben so „in“ gewesen. Ihre Aktivität im Karneval will die Ehrengarde als Persiflage auf das Militär verstanden wissen. Etwa der Stippefötcher-Tanz oder die Ordensverleihungen. Diesen Hinweis gab Präsident Markus Schröder an alle, die Ordensverleihungen allzu ernst nehmen. Orden werden von den Mitgliedern der Ehrengarde übrigens nie persönlich entgegengenommen, stattdessen werden sie an die Standarte gehangen.

Ordensverleihungen als Persiflage auf das Militär

Markus Schröder dankte den Eröffnungsgästen, die das heimischen Brauchtum entweder durch Sponsoring oder durch ideelle Unterstützung fördern. Der Präsident führte in die Ausstellung ein und wies auf die Untergliederung in fünf Themenblöcke hin. Dies sei aber nicht mehr als ein Blick durch das Schlüsselloch, was die Ehrengarde ausmache. Eine Ausstellung in Gänze würde den Rahmen wohl sprengen. Klar, dass der Rundgang „Geschichte und Karneval“ unter der Überschrift „Wie alles begann“ seinen Anfang nimmt. Originalfotos aus dem Jahr 1953 zeigen die Männer der ersten Stunde zur 300-Jahr-Feier der Stadt.

Mit „Prinzen und andere Menschen“ ist der letzte Themenblock überschrieben. Hier gibt es unter anderem einen Rückblick auf alle bisherigen Neuwieder Prinzenpaare, die von der Ehrengarde gestellt wurden. Die Themen dazwischen zeigen unter anderem, wie die Ehrengarde „funktioniert“. Das Familiäre und Freundschaftliche seien wichtige Stützen des Zusammenhalts. Stolz berichten die Ausstellungsmacher davon, dass bei der traditionellen Gardesitzung durchaus vier Generationen gemeinsam auf der Bühne stehen. Bei rund achtzig der zweihundert Mitglieder handele es sich um Uniformierte. Stefanie Kugler stellte heraus, dass bei der Gardesitzung bis auf wenige Ausnahmen alle Tänze und Vorträge aus den eigenen Reihen kommen und dass man durchaus innovativ sei. Als einigen Akteuren vor Jahren der Gardetanz zu langweilig wurde, sei kurzerhand eine Showtanzgruppe, die „Traumtänzer-Kompanie“, gegründet worden.

In seinen Worten des Dankes an die Ehrengarde brachte Oberbürgermeister Jan Einig noch einen anderen Aspekt zur Sprache, nämlich den karikativen. Und so wird mit dem Einmarsch des kommenden Stadtprinzenpaares auch immer ein Sparschwein Einzug in die Festsäle halten, in dem die Münzen für die Stiftung St. Matthias und den Neuwieder Hospizverein klingen. Zu sehen ist die Ausstellung „Geschichte und Karneval“ noch bis zum 23. August in der Kundenhalle der Sparkasse Neuwied, Hermannstraße 20, zu den üblichen Öffnungszeiten.

FF

Einen Scheck in Höhe von 666 Euro überreichen die Sparkassen-Vorstände Gerhard Grün (l.) und Dr. Hermann-Josef Richard (r.) der Ehrengarde als Geburtstagsgeschenk.

Einen Scheck in Höhe von 666 Euro überreichen die Sparkassen-Vorstände Gerhard Grün (l.) und Dr. Hermann-Josef Richard (r.) der Ehrengarde als Geburtstagsgeschenk.

Vier Themenblöcke ermöglichen bildreich Einblicke in die 6 x 11-jährige Geschichte der Ehrengarde.

Vier Themenblöcke ermöglichen bildreich Einblicke in die 6 x 11-jährige Geschichte der Ehrengarde.

Stefanie Kugler und Manfred Wertgen geben den Schirmherren OB Jan Einig und Maximilian Fürst zu Wied sowie dem designierten Prinzenpaar und Hausherrn Dr. Hermann Josef Richard eine Einführung in die Ausstellung. Fotos: FF

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